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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zielrichtung bis zielsetzer (Bd. 31, Sp. 1096 bis 1097)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zielrichtung, f., fachsprachlich: in der seeschlacht ist blendendes sonnenlicht in der zielrichtung nachteilig v. Alten handb. f. heer u. flotte 2, 101; Lueger lex. d. techn. 3, 326; 6, 536; forsch. u. fortschr. 11, 174; übertrag.: gerade die furcht der sozialdemokratie ... hätte zu gröszten anstrengungen eben in dieser zielrichtung (hebung aus dem sozialen elend) führen müssen Ad. Hitler m. kampf 52. —
 
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zielring, m., ring auf den zwei scheiben am zielpfahl für lanzenwurf: Kregenow-Samel gerätkunde 110.
 
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zielrohr, n.
1) scheibenbüchse, büchse zum zielschieszen: mit den zyllroren ... ein schieszen ... gehalten (1585) Baseler chron. 1, 187 Visch.-St.; die hakenbüchsen ... seind ... in die zimliche weite den zil- und andern starken handrohren nit fürzusetzen Fronsperger kriegsord. 82a; handrohr, handgeschütz, hacken, büchsen, toppelhacken auf böcken, zielrohr Fischart Garg. 316 ndr.; ein gut geradt zielrohr, das ein schlosz hab mit abschlagenden stanglin (1586) Frankfurt. zunfturk. 1, 477; Görres hist.-lit. blätt. 33, 956; zielröhre, pirströhre Jan Rebhu (d. i. Joh. Beer) ritt. Spirid. (1679) vorr. a 2b; die stadt hatte damahls ... in die 8000 büchsen ... ohne der bürger ziehlröhre Curicke d. st. Danzig hist. beschr. (1688) 198b; allg. haush.-lex. 2, 61a; Zschokke s. ausgew. schr. 34, 32; Dentzler 364a; Schmeller-Fr. 2, 1114; Unger-Khull 651a; H. Fischer 6, 1203; schweiz. id. 6, 1238.
2) verkürzt für zielrohrrohr der lauf der zielbüchse: von wegen der zilbüchsen halb, deren krumen löuffen und gerisznen zilroren (1576) schweiz. id. 6, 1238.
 
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zielscheibe, f.
1) im eigentlichen sinne die scheibe, auf die man zielt und schieszt, auch wirft; dafür älter blatt; belege: ein pfeil ... fehret ... vom bogen ... zu der zielscheibe W. Bütner dialectica teutsch (1588) 76b; 2 zilschyben ze machen (1596) schweiz. id. 8, 58; H. Fischer 6, 1204; Schmeller-Fr. 2, 1114; Schöpf 829; (siebenbürg. 1745) A. Scheiner hohelied Salomonis 2, 44; Campe 5, 865a; ein bild als zielscheibe: Raupach dram. w. ernst. gatt. 16, 55; (soldatengruppen sollen) nicht durch ... zu enges zusammenstehen dem feindlichen feuer eine erwünschte zielscheibe darbieten Wilhelm I. militär. schr. 2, 303; zielscheiben für steinwürfe Ritter erdk. 13, 430; die zielscheibe für bambusspeere wird aus stroh hergestellt Kregenow-Samel gerätkunde 110; übertrag. für eine grosze nase Hentrich Eichsfeld 2.
2) sehr geläufig übertragen: diese (die religion) war die zielscheibe, wonach der papisten eigentliches absehen gerichtet

[Bd. 31, Sp. 1097]


war Lairitz palmwald (1686) 287a; bes. zielscheibe des witzes, des spottes u. a.: Langbein s. schr. 31, 68; personen, welche sich Behrisch zu zielscheiben seines witzes erlesen hatte Göthe 27, 139 W.; Varnhagen v. Ense tageb. 5, 273; Droysen Äschylus 529; zielscheibe ihres ... spottes Raupach dram. w. kom. gatt. 1, 49; die zielscheibe böser zungen Chamisso w. 1, 376; zielscheibe ihres hasses Justi Winckelmann 2, 2, 439; auch: nun stehst du recht als zielscheibe unsrer königlichen gerichtsbarkeit Shakespeare 8, 145; die zielscheibe der politischen complotte Mommsen röm. gesch.4 3, 183.
 
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zielscheit, n., lautliche nebenform von sielscheit (teil 10, 1, 957), schwäb.-alemann.: H. Fischer 6, 1204; schweiz. id. 8, 1518; 1520; auch (soll man haben) seiler, strick, sträng, zilscheiter Fronsperger kriegsord. (1564) 15a; ein wagen mit beschlagen lahnstangen und zilscheiter ders., kriegsb. (1573) 1, N 5b; Frisch 2, 476a; zielscheiter, lannegel Fischart Garg. 317 ndr.; B. Auerbach schr. 10, 168; das zielscheit am wagen (allgäuisch) Pet. Dörfler notwender (1934) 166.
 
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zielschieszen, n., schieszen nach dem ziel: in dem jagen, springen, ringen, lǒffen, zilschieszen ... gebet Steinöwel de clar. mul. 52 Dr.; Fischart Garg. 281 ndr.;

aus war all freud in diesen tagen,
ich sah kein zielschieszen noch jagen,
kein fechten, laufen oder ringen
H. Sachs 7, 417 K.;

das zillschieszen auch entlich kam
in Deutschland und den schwung gewann
G. Reutter kränzleinschieszen (1610) A 3b;

und lernet mit dem schwerd
begegnen seinem mann, in zeiten lantzen brechen,
mit seines gleichen oft turniren, ringen, stechen,
zihlschieszen mit dem pfeil
v. Hohberg habsburg. Ottobert H 6a;

soll sich niemands kaines zilschieszens weder mit der schwamb- oder feurschlagend püxn ... unterfachen (tirol. 16. jahrh.) österr. weist. 3, 369; det zillschessen haden all breiderschuften mätenonder gemin (siebenbürg. 1745) Jos. Teutsch bei A. Scheiner hohelied Salomonis 2, 43 (s. zielstube); Stahl gewehrgerecht. jäg. (1762) 112; hat ganz besondere geschicklichkeiten in leibesübungen und zielschieszen Lavater phys. fragm. 1, 188; Tholuck vorgesch. d. rationalism. II 1, 275; alte belege bei H. Fischer 6, 1204; vom anfang des 19. jahrh. im schweiz. id. 8, 1435.
 
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zielschnur, f., richtschnur des maurers schweiz. id. 9, 1310. —
 
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zielschranke, f., schranke der rennbahn:

bald nun ausz den zilschranckn sprungen
die zwey adelich schönen jungen
H. Sachs 2, 181 K. —

zielschritt, m.: pers. baumgart. (1696) 13a Olearius.
 
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zielschusz, m., schweiz. -schutz, schusz auf die scheibe; als schuszweite: ungefährlich ein zielschutz weit oberhalb disem haus M. Lussy reissb. gen Hierusal. (1590) 24; schusz ins, zum ziel: befahl ihnen, das sie ausz verdeckten orten solten acht haben, ob etliche auf den mauren zwischen den zinnen sich sehen lieszen, dasz sie die mit gewissen zielschüssen rhreten G. Klee berühmt. leute leb. (1589) 1, 359; man könte sich nicht sehr woll vor ihren musquetirern htten, weil sie mit einem nahen zielschusz groszen schaden thäten A. Freitag architect. milit. (1631) 171; lauter zielschüsse K. R. v. Greifenberg andächt. betracht. (1678) 99; ich war in dieser ritterlichen übung wenig erfahren, obgleich ich ein auge zum zielschusz auf ein haar hatte Hippel lebensl. 2, 53; schweiz. id. 8, 1730. —
 
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zielschütze, m., ins ziel treffender schütze, scharfschütze: auch hatte ein rat die hute an allen toren mit zilschützen den tag wol bestalt ratsverfass. v. Erfurt 47 Michelsen; Cammermeister chron. 215; war ... ein guter zielschüz mit der büchsen Götz v. Berlichingen 39 B.; Kramer teutsch-ital. 2, 507b; R. Hamerling s. w. 5, 60.
 
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zielsetzer, m.: gott ... der ὁροθέτης und zielsetzer Dannhauer catech.-milch 3, 10. —

 

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