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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziehpferd bis ziehriemen (Bd. 31, Sp. 1033 bis 1034)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -pferd, n., zugpferd, wagenpferd: desgleichen soll der stat paumeister bestellen einen furman, der dreu oder vier ziechpfert hab Tucher baumeisterb. 126 L.; ein ziegpferd, wagenpferd Duez (1652) 173; wenn ein pferde enge umb die brust ist und schwerlich athem holet, das geschieht an den ziehpferden biszweilen, dasz sie einen bsen seilen oder kummet haben, der sie an dem halse drucket und den athem unter dem ziehen verhindert J. Walther pferdez. (1658) 62; zug-, ziehpferd Stieler 1441; Kramer teutsch-it. 2, 199c; Ludwig teutsch-engl. 2590; das beste ziehpferd habt ihr mir abgeschwatzt A. Langer prozeszgeist 64; hdwb. d. staatswiss.2 7, 170.
 
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ziehpflaster, n., ein blasen ziehendes oder eiter zusammenziehendes pflaster, häufiger zugpflaster; belege: cataplasma ziechpflaster Diefenbach n. gl. 79a; ain pflaster tractivum, ... von den Teutschen ziechpflaster genant Hier. Braunschweig chirurg. (1539) 110b; züchpflaster Frisius 439a; extractorium puris ziechpflaster oder -instrument, eyterzieher Nic. Frischlin nomencl. 240; brachten wirs mit gelinden, weich und ziegpflastern so weit, das sich der grausame schmertzen etwas legte Joh. Füglin Wiers de praestig. daemon. (1586) 137a; auch sollt du keinem, der uber die hnd oder hinder den hnden ... wund ist, kein ziechpflaster uberlegen Gäbelkover arzneib. 2, 217; s. H. Fischer 6, 1187; Hulsius-Ravellus (1616) 431a; wann die bauern mit stuhlfszen schertzen ..., da lachen (die wundärzte), weil sie gelegenheit finden, ihre ziechpflaster zu applicieren A. a s. Clara etw. f. alle (1699) 1, 124; später selten begegnend: Callenbach wurmsaam. 28 Witkowski; auch thaten die angelegten ziehpflaster ihre wirkung Fr. A. Wolf verm. schr. 258; sonst nur noch durch wbb. erfaszt: zug- oder ziehpflaster cerotum Stieler 500; Kramer teutsch-it. 2, 1451c; Ludwig teutsch-engl. 2618; Adelung2 4, 1709; Voigtel 3, 698b; Campe 5, 863b; doch noch in maa. gebräuchlich: Loritza 147b; schweiz. id. 5, 1262; Gangler luxemb. 489; Schön Saarbr.2 234a; im 16. jahrh., vereinzelt auch später, übertr. für ein mittel, das böses hervorbringt oder volle beutel leert:

aller sünd und schendtlichen laster
ist leibes wollust ein ziechpflaster
H. Sachs 7, 413; 21, 341 K.-G.;

(die hurerei) aller untugendt ein ziechpflaster 1, 197 K.;

weil die mess ein so wunderlich ziechpflaster ... ist Fischart binenkorb (1588) 123a;

ihr args gewissen thun sie biegen,
und das sie straffen der welt laster,
deren sie doch sein zigpflaster
Joh. Nas antipap. 4, 198b;

ein bsz weib ist ein schiffbruch ihres mannes, ist ... ein blaszbalg des feurigen zorns, ist ein ziechpflaster des geldbeutels A. a s. Clara Judas (1686) 1, 28. —
 
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-pflug, m.: er streifte das geschirr des kleinen ziehpfluges von den schultern H. Fr. Blunck weibsmühle 192. —
 
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-platte, f., gleich zieheisen: Krünitz 241, 299; Muspratt chem. 7, 439 St.-K.; Bucher kunstgew. 447b. —
 
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-presse, f., presse zur herstellung von dosen: Lueger 3, 368; 7, 993; Hoyer-Kreuter 1, 869; Meyers lex.7 12, 1779. —
 
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-probe, f., prüfung der thonware im brennofen durch entnahme von

[Bd. 31, Sp. 1034]


probescherben: Kerl thonwar. 457; Muspratt chem. 8. 972 St.-K.
 
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-pumpe, f., pumpe: haben streng, weil man gemaurt, mit 2 ziechpompen ... pompen lassen, bisz man mit dem gemeür ober das wasser kommen ist (1609) bei H. Fischer 6, 1188; ziehpumpe oder zugwerk machine qui sert à hausser, à lever des fardeaux Schwan n. dict. 2, 1106a und 1119b. —
 
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-punze, f., geräth zum eindrücken fortlaufender punktlinien: Prechtl 7, 144; Karmarsch-H.3 2, 363; Hoyer-Kreuter 1, 869; Bucher kunstgew. 447b; s. die bemerkung zu ziehen I A 1 a ε (sp. 942).
 
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ziehrad, n., rad des ziehbrunnens: brunnen auszschpfen durch ein kran oder ziehrad J. Herold Gesners thierb. (1563) 15b; damit ... solche gezmpte beren ihr speisz nicht umbsunst fressen ..., so stellet man sie an der groszen herren hff in die ziechrder, das sie ... wasser ausz den tiefen brunnen ... in die hch ziehen Fickler Olai magni hist. (1567) 503; rad des ziehpansters, womit dieses in die höhe gezogen wird: in welches (sternrad) das getriebe ... von acht stben greifet, welches vermittelst des daran befestigten ziehrades herumgetrieben wird L. Chr. Sturm mühlenbauk. (1718) 6; Adelung2 4, 1709; Campe 5, 863b; Mothes baulex. 4, 509. —
 
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-raspel, f., eine feile des klempners: H. Fischer 6, 1188. —
 
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-riemen, m., zügel: Breitinger crit. dichtk. (1740) 1, 41; schuhstrippe: Gusinde Schönwald 208a. —

 

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