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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziehnagel bis ziehplatte (Bd. 31, Sp. 1032 bis 1033)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ziehnagel, m., nach Fäsch kriegslex. (1735) 272b und Wolff math. lex. (1747) 1441 nagel, mit dem die eisenbänder der räder an lafetten zusammengezwickt werden.
 
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-netz, n., gleich ziehgarn: Ludwig teutsch-engl. 2590; allg. haush.-lex. 2, 437; Frischbier 2, 493a; Seligo fanggeräte § 153.
 
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ziehochse, m., zugochse: (1474) bei H. Fischer 6, 1187; von eim alten ziegochszen und eim jungen mestochszen oder weydochszen Er. Alberus fabeln 115 ndr.; ruricolae boves die ze acker gond oder eerend, ziechochsen, bauwrinder Frisius dict. 163b; jugatorius bos ein züchochsz, der am joch zücht ebda 742a; Sebiz feldbau 32; vier starcke ziheochsen Mathesius Sarepta (1586) 132a; wann einem zieheochsen von der arbeit oder harten ziehen der hals verletzet wird ..., so nim gelinde hartz Bapst v. Rochlitz arzneib. 342;

drey thaler ich im schuldig war.
so drang er mich so heftig gar,
dasz ich must zu dem metzker laufn
und mein ein ziehochsen verkaufn
Ayrer dram. 4, 2602 K.;

2 ziechoxsen und ain jungs veldpferd (1431) Zingerle mittelalterl. invent. 44b; zieh-, zugochs Stieler 1379; ein alter ziehochs machet gerade furchen Kramer teutsch-it. 1, 439b; Ludwig teutsch-engl. 2590; Steinbach 2, 150. —
 
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-öffnung, f., wie ziehloch 2 loch an der sohle des kalkbrennofens zum herausziehen des gebrannten kalks; deren sind eine gröszere anzahl auf den ganzen umkreis des ofens vertheilt; auch an hochöfen; vgl.:

[Bd. 31, Sp. 1033]


Muspratt chem. 8, 385 St.-K.; Karmarsch-H.3 2, 201; Kerl thonwar. 147. —
 
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-ordnung, f., marschordnung; die bürger werden in eine ziehordnung eingetheilt (1524) H. Fischer 6, 1187; sonst im zihen (auf dem marsche) sollen die feldtweilbel auch die ziheordnungen mit sampt den andern weibeln und befelchsleuthen machen Fronsperger kriegsord. (1564) 47a.
 
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ziehpanster, n., wird in mühlen das rad genannt, welches zwei gänge hat und sich bei aufschwellendem wasser in die höhe zieht: allg. haush.-lex. 3, 798; s. hierzu panster th. 7, 1424; kann je nach dem wasserstande in seinem gerinne höher oder niedriger gehängt werden, im gegensatz zum stockpanster, das feststeht; s. Noel Chomel 7, 369; Adelung2 4, 1709; Benzler deichbaulex. 2, 199; Mothes baulex. 4, 509; Prechtl 20, 148; dazu -zeug, n.: Noel Chomel 7, 370. —
 
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-pfad, m., lein-, treidelpfad: Mothes 4, 509. —
 
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-pferd, n., zugpferd, wagenpferd: desgleichen soll der stat paumeister bestellen einen furman, der dreu oder vier ziechpfert hab Tucher baumeisterb. 126 L.; ein ziegpferd, wagenpferd Duez (1652) 173; wenn ein pferde enge umb die brust ist und schwerlich athem holet, das geschieht an den ziehpferden biszweilen, dasz sie einen bsen seilen oder kummet haben, der sie an dem halse drucket und den athem unter dem ziehen verhindert J. Walther pferdez. (1658) 62; zug-, ziehpferd Stieler 1441; Kramer teutsch-it. 2, 199c; Ludwig teutsch-engl. 2590; das beste ziehpferd habt ihr mir abgeschwatzt A. Langer prozeszgeist 64; hdwb. d. staatswiss.2 7, 170.
 
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ziehpflaster, n., ein blasen ziehendes oder eiter zusammenziehendes pflaster, häufiger zugpflaster; belege: cataplasma ziechpflaster Diefenbach n. gl. 79a; ain pflaster tractivum, ... von den Teutschen ziechpflaster genant Hier. Braunschweig chirurg. (1539) 110b; züchpflaster Frisius 439a; extractorium puris ziechpflaster oder -instrument, eyterzieher Nic. Frischlin nomencl. 240; brachten wirs mit gelinden, weich und ziegpflastern so weit, das sich der grausame schmertzen etwas legte Joh. Füglin Wiers de praestig. daemon. (1586) 137a; auch sollt du keinem, der uber die hnd oder hinder den hnden ... wund ist, kein ziechpflaster uberlegen Gäbelkover arzneib. 2, 217; s. H. Fischer 6, 1187; Hulsius-Ravellus (1616) 431a; wann die bauern mit stuhlfszen schertzen ..., da lachen (die wundärzte), weil sie gelegenheit finden, ihre ziechpflaster zu applicieren A. a s. Clara etw. f. alle (1699) 1, 124; später selten begegnend: Callenbach wurmsaam. 28 Witkowski; auch thaten die angelegten ziehpflaster ihre wirkung Fr. A. Wolf verm. schr. 258; sonst nur noch durch wbb. erfaszt: zug- oder ziehpflaster cerotum Stieler 500; Kramer teutsch-it. 2, 1451c; Ludwig teutsch-engl. 2618; Adelung2 4, 1709; Voigtel 3, 698b; Campe 5, 863b; doch noch in maa. gebräuchlich: Loritza 147b; schweiz. id. 5, 1262; Gangler luxemb. 489; Schön Saarbr.2 234a; im 16. jahrh., vereinzelt auch später, übertr. für ein mittel, das böses hervorbringt oder volle beutel leert:

aller sünd und schendtlichen laster
ist leibes wollust ein ziechpflaster
H. Sachs 7, 413; 21, 341 K.-G.;

(die hurerei) aller untugendt ein ziechpflaster 1, 197 K.;

weil die mess ein so wunderlich ziechpflaster ... ist Fischart binenkorb (1588) 123a;

ihr args gewissen thun sie biegen,
und das sie straffen der welt laster,
deren sie doch sein zigpflaster
Joh. Nas antipap. 4, 198b;

ein bsz weib ist ein schiffbruch ihres mannes, ist ... ein blaszbalg des feurigen zorns, ist ein ziechpflaster des geldbeutels A. a s. Clara Judas (1686) 1, 28. —
 
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-pflug, m.: er streifte das geschirr des kleinen ziehpfluges von den schultern H. Fr. Blunck weibsmühle 192. —
 
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-platte, f., gleich zieheisen: Krünitz 241, 299; Muspratt chem. 7, 439 St.-K.; Bucher kunstgew. 447b. —

 

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