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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziehling bis ziehnetz (Bd. 31, Sp. 1031 bis 1032)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ziehling, m., 1) gleich ziechling (sp. 896): Avé-Lallemant gaunerth. 2, 309. 2) ein zur erziehung ins haus genommenes fremdes kind, ein ziehkind, halte-, kost-, pflegekind, verschieden von zögling Sallmann Estland (1880) 74.
 
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ziehloch, n., 1) lohgrube oder kufe, in der die häute in wasser und lohe hin- und hergezogen werden: schweiz. id. 3, 1041; H. Fischer 6, 1187. 2) loch im kalkopfen, durch welches der kalk gezogen wird: Karmarsch-H.3 2, 204; s. ziehöffnung. 3) loch des zieheisens (sp. 938), durch welches ein metallstab gezogen und so zum draht umgeformt wird: Karmarsch-H.3 2, 644; Hoyer-Kreuter 1, 869; Muspratt chem. 3, 1831 St.-K.; Prechtl 4, 160; auch nur um messingdraht glänzend zu machen: Karmarsch-H.3 7, 561; ein durchbohrter korund dient als hülse für drahtzüge von zylinderuhren: Oken allg. naturgesch. 1, 153; die warzen, wodurch die spinnenseide als durch ziehlöcher gezogen wird Kant s. w. (1867) 6, 76. 4) flugloch des immenrumpfes oder-stocks: flug- oder ziehlcher J. Grüwel bienenkunst (1719) 22; zieheloch, von ziehen, weil die immen da aus- und einziehen Overbeck gloss. melitt. 100; ziehloch 148; Adelung2 4, 1708; Campe 5, 863b. —
 
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-lohn, m., entlohnung der treidler: Hoyer-Kreuter 1, 869; s. zieherlohn. —
 
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-lüfter, m., stählerner spitzbohrer der nadler und drahtzieher, mit dem die löcher des zieheisens gebohrt oder erweitert werden: Adelung2 4, 1708; Voigtel 3, 698a; Schrader frz. wb. 2, 1679; Campe 5, 863b; Beil technol. wb. 1, 670.
 
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ziehm, s. 2ziemer.
 
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ziehmaschine, f., maschinelle einrichtung zum ziehen, z. b. der gewünschten form des fensterbleis: Krünitz 18, 766; Schönermark-Stüber 210; genannt der bleizug: Adelung2 4, 1708; der züge im kanonenrohr: Karmarsch-H.3 4, 657; des drahtes und der kehlleisten durch das zieheisen (sp. 938): Adelung; Krünitz 241, 294; von wollfäden und flachsfasern bei der bandfabrikation: Schedel warenlex. 2, 707; Prechtl 6, 218; von orgelpfeifenzungen: G. Töpfer orgelbauk. 2, 319; hier wie beim draht- und faserziehen auch streckmaschine genannt; auch zum entleeren der retorten; in der glasfabrikation sind solche mechanischen hilfen versucht worden; noch anders: man hat an vielen orten ziehmaschinen angebracht, um fortwährend zu bewässern C. v. Hailbronner Morgenland u. Abendland (1841) 2, 210; tractorium zieh- oder hebemaschine Rode Vitruv (1800) anh. 11. —
 
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-messer, n.,

[Bd. 31, Sp. 1032]


das langklingige, beidhändig geführte grosze schnitzmesser der wagner und bötticher: Mothes baulex. 4, 149; Karmarsch-H.3 11, 309; (1571) schweiz. id. 4, 464; H. Fischer 6, 1187; Hunziker Aarg. 309; Seiler Basl. ma. 325a; Martin-L. 1, 721b; culter ductarius, scalprum manubriatum Aler 2, 2247b; das steckenziechmesser bei Lexer 2, 1157 ist ein stockdegen.
 
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-mühle, f., durch zugthiere getriebene mühle; moletrina Calepinus XI ling. 906a; ein ziehmle, treibmle Megiser (1603) 2, 77a; man kunde (vor kälte) auch nicht malen, das man an etlichen orten ziechmülen mst aufrichten S. Franck chron. zeitb. (1531) 207a; die kelte war also streng, dasz die stehenden und flieszenden wasser überfroren, deszhalb (man) die müllinen stellet und ziechmülen anrichten mueszte (1580) Wurstisen im schweiz. id. 4, 191; auch derselbe 2, 188; dasselbe berichtet Binhardus thür. chron. 289; s. H. Fischer 6, 1187.
 
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ziehmutter, f., 1) amme (zu ziehen I D 1 a β): Euriclea sein seugamm und ziehmtter Joh. Heroldt v. d. zung (1544) 51b; Götze gloss.2 236a; die ziehmutter la nourrice, amme, pflegemutter Schwan n. dict. 2, 1106a. 2) erzieherin, pflegerin: Euriclea sein (des Telemachos) ziechmtter Schaidenreiszer Odyss. 71a; mitler weil werden ire eltern von einem freund zu gast geladen, zu dem sie auch sambt irem gesinde kommen und Maxellenden allein mit irer ziechmutter im hausz gelassen haben H. Fabricius bewert. hist. (1599) 834; auch ... von ihren ammen, pfleg- und ziehemttern ihnen der leib von kindheit an darzu steif gewhnet, gezwungen und gedrungen Butschky rosenthal (1699) 338; hierher auch: ziehmutter nudrice Kramer teutsch-it. 2, 1451c; the fostermother or nurse of a child Ludwig teutsch-engl. 2590. 3) pflegemutter, eine frau, die ein fremdes kind in kost und pflege hat:

und ir, mein vatter und ziehmutter (der hirt Faustulus und
die ir mich und auch meinen brudr seine frau),
erzogen habt bisz auf den tag,
für eur wolthat ich euch danck sag
Ayrer dram. 1, 64 K.;

also haben die tugendhafte Cornelia der Gracchorum, die Aurelia keisers Julii ... sich zu aufseherinnen und ziehemttern junger frstlicher knaben bequemet Er. Francisci alleredelst. unglück (1670) 192; danach oft belegt, vgl.: Nestroy ges. w. 2, 32; A. Stifter s. w. 3, 274; Rosegger schr. 14, 28; Mommsen red. u. aufs. 275; hdwb. d. staatswiss.2 3, 1039; Adelung2 4, 1708; Unger-Kh. steir. 651a; zeegmoder Hönig Köln. 207a.
 
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ziehnagel, m., nach Fäsch kriegslex. (1735) 272b und Wolff math. lex. (1747) 1441 nagel, mit dem die eisenbänder der räder an lafetten zusammengezwickt werden.
 
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-netz, n., gleich ziehgarn: Ludwig teutsch-engl. 2590; allg. haush.-lex. 2, 437; Frischbier 2, 493a; Seligo fanggeräte § 153.

 

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