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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziehklinge bis ziehkrücke (Bd. 31, Sp. 1030 bis 1031)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -klinge, f., schabeisen des schreiners, ein ziemlich dünnes und langes stahlblech mit messerscharfer schneide, dient zum abschaben oder glätten (abziehen) aus freier hand als letzter nacharbeit: M. Heyne altd. handw. 12; seit Hübner cur. u. real. lex. (1714) 1733 oft verbucht, vgl. u. a. Frisch 2, 474b; Adelung2 4, 1708; K. G. Anton gesch. d. teutsch. landwirtsch. (1799) 1, 250; Brosenius technol. f. lehr. 2, 3; Prechtl 8, 121; zum schaben der blöcke: Röding wb. d. marine 2, 943; Bobrik seewb. 748a; zum abschaben der schnittfläche eines buches, bevor das gold für den goldschnitt aufgelegt wird: Lueger 2, 747; nach dem beschicken wird die oberfläche (der ofenkachel) mit dem polirmesser (ziehklinge) abgezogen Muspratt chem. 8, 959 St.-K.; s. H. Fischer 6, 1187; Martin-L. 1, 493a; zeegkling Hönig Köln. 207a; Gangler lux. 489; Leihener Cronenb. wb. 125b; s. ob. ziechling (sp. 896). —
 
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-klinke, f., klinke an der ankerwinde: Karmarsch-H.3 1, 156; Hoyer-Kreuter 1, 869. —
 
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-kloben, m., schreinerwerkzeug zum einspannen von holzleisten, welche geschnitten oder gekehlt werden sollen: Hübner cur. u. real. lex. (1714) 1733; Adelung2 4, 1708; Bucher kunstgew. 447b. —
 
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-knecht, m., ruderknecht: remex ein rderkncht, ziekncht, der am rder zeücht Frisius 1141b; Calepinus XI ling. 1483b; totengräber während der pest im 17. jahrh.: Unger-Kh. 651a. —
 
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-knochen, m., gleich -bein (sp. 935): H. Meyer richt. Berl.8 195b. —
 
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-kohle, f., holzkohle der meiler von der grösze, dasz sie noch mit dem rechen zusammengescharrt werden können: Zschokke s. ausgew. schr. 12, 273; Behlen forst- u. jagdk. 6, 535; Muspratt chem. 4, 376 St.-K.; Blumhof eisenhüttenk. 4, 674. —
 
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-kolben, m.: ziechkolben ist ein führkölbl und sonders instrument, darmit ein schütz ein rostiges rohr einer büchsen inwendig widerumb glatt und eben auszzeucht, so das an ladstecken geschrauft wird (Augsb. 16. jahrh.) zs. f. d. alt. 43, 101; mit einem ziehkolben durch den lauf fahren Stahl gewehrgerecht. jäg. (1762) 217; der kolben am ende der ziehstange, mit dem die züge in die kanonenrohre eingeschnitten werden: Karmarsch-H.3 4, 657; bei Frisch 2, 474b mit dem ziehkloben verwechselt.
 
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-kopf, m., schröpfkopf: die ventosen, treuge- oder ziehkpfe haben ihrer viel auch zu hlfe genommen medic. pestconsilium (1680) 21; Adelung2 4, 1708; Campe 5, 863b; der kolben oder kopf der ziehmaschine, welcher mit messern die züge in den gewehrlauf einschneidet: Lueger lex. d. techn. 4, 644. —
 
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-kraft, f., anziehungskraft: Campe 5, 863b; insofern er (der magnet) mehren abgesonderten eisenstücken eine ... gröszere ziehkraft anstreicht, als er selber allein besitzt Jean Paul w. 44, 22 H.; A. Schopenhauer 5, 30 Gr.; durch blosze massenverhältnisse erklärbare ziehkräfte A. v. Humboldt Kosmos (1845) 1, 56; chemische ziehkräfte 3, 379; vgl. Zschokke s. ausgew. schr. 12, 320; wie er ... durch ein senfpflaster ... und dessen ziehkraft sich ein ausgefallenes bein wieder eingerenkt

[Bd. 31, Sp. 1031]


habe Immermann 2, 17 B.; s. Gehler physik. wb. 1, 123 u. ö.; im geistigen bereich: eine äuszere ursache (eine ziehkraft) Schelling I 2, 199; hehrheit und hoheit sind die erscheinungen der zieh- und fliehkraft Fr. L. Jahn 1, 409 E.; die französische politische ziehkraft E. M. Arndt an s. l. Deutsch. 2, 36; die summe aller ziehkräfte im staate Görres schr. 5, 137; s. DWB zugkraft (th. 16, 430);

den mittelpunkt des lichts, den mittelpunkt der ruh,
der zieh- und schwerkraft, hast, muszt haben in dir du
Rückert w. (1867) 8, 172. —


 
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-kraut, n., helianthemum vulgare: Unger-Kh. 651a; so benannt, weil es seine blüten zur sonne hinziehen läszt.
 
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-krücke, f., krücke, mit der in der spiegelglasfabrikation arbeiter den flusz des glühenden glases regeln: Karmarsch-H.3 4, 77. —

 

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