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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziehgeschirr bis ziehhaube (Bd. 31, Sp. 1028 bis 1029)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -geschirr, n., zaumzeug des zugthiers: legt man im (dem pferd) an daz ziechgeschirr (ornamenta rustica) Steinhöwel Äsop 144 Ö.
 
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-geschwister, plur., in gemeinsamer pflege aufwachsende, nicht verwandte kinder: die zwei ziehgeschwister weinten bei diesem ... abschiede so sehr Stifter s. w. 3, 394; vornehme kinder bekamen vom vater leibeigene geschenkt, die als ihre ziehgeschwister mit ihnen aufwuchsen A. Heusler in Genzmers eddaübers. 1 (1928) 69. —
 
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-glas, n., ein glas, welches durch saugwirkung bei wöchnerinnen die milch in leichteren flusz bringt: Kinderling reinigk. 364; bildl.: die minuten des wartens lagen nun als ziehgläser und zugpflaster auf der seele Jean Paul w. 11/14, 303 H.
 
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-grübel, n., mittleres grübchen beim kreuzgrüftelspiel: Unger-Kh. 651a. —
 
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-gurt, m., gurt, an dem die zugleinen des wategarns gezogen werden: Frischbier preusz. wb. 2, 493a; A. Seligo fanggeräte § 161.
 
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ziehhafer, m., entschädigung für das aufziehen von kälbern (sogen. stellvieh): -haber bei H. Fischer 6, 1187. —
 
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-haft, adj., was sich ziehen läszt: Stieler 2628; Steinbach 2, 1106. —
 
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-haken, m., ein haken, mit dem man etwas zieht, in vielfacher anwendung, so im bergbau der haken, mit dem das gestänge des bergbohrers aus dem bohrloch gezogen wird: Adelung2 4, 1708; Campe 5, 863b;

[Bd. 31, Sp. 1029]


zum aufziehen des radreifens: Hoyer-Kreuter 1, 869; zum entleeren der koksretorten: Lueger lex. d. techn. 7, 993; Muspratt chem. 5, 425 St.-K.; im abkühlofen zum herausziehen des spiegelglases: Karmarsch-Heeren techn. wb.3 4, 78. —
 
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-harmonika, f. mit den beiden händen gezogenes und wieder zusammengedrücktes musikinstrument mit luftbalg, im gegensatz zur mundharmonika; 1822 von F. Buschmann in Berlin erfunden; beliebt in der unterhaltungsmusik des volkes, neuerdings in entwickelter form sehr in aufnahme gekommen; belege: ich meine, es wird im dorfe weniger gesungen, seitdem ... Klaus ... die ziehharmonika spielt B. Auerbach schr. 17, 147; alle hundert schritte bettelte ein mann mit einer ziehharmonika G. Keller ges. w. 8, 77; Schönaich-Carolath ged. 131; Fontane I 4, 308; der melancholische ton einer ziehharmonika zitterte durch den abend Polenz Grabenhäg. 1, 90; Rosegger schr. 5, 305; H. Fischer 6, 1187; Müller-Fr. 2, 704b; in der soldatensprache das befehlsbuch des feldwebels, weil er es unter dem waffenrock hervor- zieht: R. Delcourt 176a; zur psychologie dieser ausdrucksweise vgl. ob. ziehen I A 1 a ε und I A 7 d und e; Th. Imme soldatenspr. 118; Müller-Fr. 2, 704b; die wendung ziehharmonika im graben machen bezeichnet anschaulich das hin- und herstürzen und -stolpern der grabenbesatzung bei einer artilleriebeschieszung, je nach der lage der einschläge: deutsch. zs. (kunstwart) 1935/36, 169; ähnlich ein verfahren beim fuszballspiel, das die spieler bald auseinander-, bald wieder zusammenzieht.
 
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-haspel, m., ziehwinde: es werden z den abseiten gegen den vestungen starcke hebzeüg oder ziechhspel gemacht J. B. Fickler Olai magni hist. (1567) 135. —
 
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-haube, f., haube mit schnüren zum festziehen: ziehhaube cuffia à cordelle Kramer teutsch-it. 1, 633b; und soll, bei obberhrter straffe insknftig zu keiner ziehhaub mehr spitzen genommen werden als zwei Franckfurther elen J. J. Schudt jüd. kleiderord. (1716) 41; die weiber ... ziehhauben haben sie auf Iffland theatr. w. 5, 279; dim.: ziehhubigen, werden von gemeinen leuten des nachts im bette getragen allg. haush.-lex. 3, 798. —

 

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