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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziehgarn bis ziehhaken (Bd. 31, Sp. 1028)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -garn, n., zugnetz, 1) in der fischerei ein zugnetz mit engmaschigem sack, fachlich wate (s. th. 13, 2570) genannt: Lexer 3, 1106; sagena zuggarn, z. Golius 218; das die fischer ihre ziehegrn in einen stock ... ordnen (d. h. die maschenweite nach dem stock bemessen; 1551) quell. z. rechtsgesch. d. hess. städte 13, 1, 1, 388; alsdann hat ein anderer fischer ein rüschen, welche er weyt aufspert, oder ein ziechgarn ziecht den angehenckten rgling (rogen) ggen den rschen C. Forer Gesners fischb. (1563) 8b; weil man, sobald die zwey ort des ziehgarns am land sind, mit dem zug eilen musz, damit sich die fische nicht oben oder unten durchschlagen Hohberg georg. 2, 491; wenn die ziehegarn grosz, werden anstat der flosse lnglichte tnnerne breter ... gemacht Zincke öc. lex. (1744) 792; v. d. Borne hdb. d. fischz. u. fischer. 632; Lueger lex. d. techn. 4, 278. 2) zum vogelfang, bes. aber zum fang von schnepfen und wasserhühnern bestimmtes netz, es hängt in ringen an einem seil und wird wie ein vorhang auf- und zugezogen, daher auch fliegendes hänge- oder ziehgarn genannt: allg. haush.-lex. 3, 798; Noel Chomel 5, 50; Adelung2 4, 1708; Campe 5, 863b. 3) anscheinend ein einzelnes gezogenes garn bei Schmeller-Fr. 2, 1106. —
 
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-gatter, n., in der mühle ein auf- und abschiebbarer rahmen, worauf die wellzapfen der pansterräder liegen: Mothes baulex. 4, 509; Adelung2 4, 1708; Voigtel wb. 3, 698a; Campe 5, 863b. —
 
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-geld, n., geld, welches man für kost und erziehung eines (unehelichen) kindes bezahlt: Adelung2 4, 1708; z. sumtus educationis Haym jur. 1345; Schottel haubtspr. 507;

.... das ziehgeld jährlich zahlen
bringet schlechten vortheil ein
Henrici ernst- u. scherzh. ged. 2, 267;

gebt ziehgeld funfzehn jahre
fr eurer kinder eins samml. v. schausp. (1764) 1, 94;

allg. haush.-lex. 3, 798; der (von der mutter getrennt lebende) vater bezahlt ziehgeld Fichte s. w. 3, 361; Bruns volksw. d. prov. Sachs.2 77a. —
 
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-geschirr, n., zaumzeug des zugthiers: legt man im (dem pferd) an daz ziechgeschirr (ornamenta rustica) Steinhöwel Äsop 144 Ö.
 
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-geschwister, plur., in gemeinsamer pflege aufwachsende, nicht verwandte kinder: die zwei ziehgeschwister weinten bei diesem ... abschiede so sehr Stifter s. w. 3, 394; vornehme kinder bekamen vom vater leibeigene geschenkt, die als ihre ziehgeschwister mit ihnen aufwuchsen A. Heusler in Genzmers eddaübers. 1 (1928) 69. —
 
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-glas, n., ein glas, welches durch saugwirkung bei wöchnerinnen die milch in leichteren flusz bringt: Kinderling reinigk. 364; bildl.: die minuten des wartens lagen nun als ziehgläser und zugpflaster auf der seele Jean Paul w. 11/14, 303 H.
 
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-grübel, n., mittleres grübchen beim kreuzgrüftelspiel: Unger-Kh. 651a. —
 
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-gurt, m., gurt, an dem die zugleinen des wategarns gezogen werden: Frischbier preusz. wb. 2, 493a; A. Seligo fanggeräte § 161.
 
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ziehhafer, m., entschädigung für das aufziehen von kälbern (sogen. stellvieh): -haber bei H. Fischer 6, 1187. —
 
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-haft, adj., was sich ziehen läszt: Stieler 2628; Steinbach 2, 1106. —
 
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-haken, m., ein haken, mit dem man etwas zieht, in vielfacher anwendung, so im bergbau der haken, mit dem das gestänge des bergbohrers aus dem bohrloch gezogen wird: Adelung2 4, 1708; Campe 5, 863b;

[Bd. 31, Sp. 1029]


zum aufziehen des radreifens: Hoyer-Kreuter 1, 869; zum entleeren der koksretorten: Lueger lex. d. techn. 7, 993; Muspratt chem. 5, 425 St.-K.; im abkühlofen zum herausziehen des spiegelglases: Karmarsch-Heeren techn. wb.3 4, 78. —

 

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