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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziehbogen bis ziehe- (Bd. 31, Sp. 936 bis 937)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -bogen, m., bogen zum schieszen: C. Spangenberg cithara Lutheri (1569) 2, 110a; Forberger warh. beschreib. (1570) 239. —
 
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-born, m., s.-brunnen. —
 
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-brücke, f., zug-, fallbrücke: prela Diefenbach gl. 454b; tractula 591a; uff der teghebrucken Eulenspiegel (1515) 62 ndr.; die eisen ziehbruken (1523 steiermärk.) österr. weisth. 10, 107; (sie) zogen ... die z-n auf Achacius Sleidani chron. (1557) 295b; D. Speckle archit. v. vest. (1589) 97a; pons subductilis eine ziehebrcke nomencl. lat.-germ. (1634) 36; Zehner (1645) 141; fall- oder z. C. Danckwerth Schlesw. u. Holst. (1652) 152b; Elisab. Charl. v. Orleans 5, 312 H.; pons versatilis z. oder fallbrcke Stieler 247; Kramer teutsch-it. 2, 1451c; z. oder zugbrcke Ludwig teutsch-engl. 2588; Steinbach 1, 208; die z-n wurden am hellen tage aufgezogen Fr. v. d. Trenck lebensgesch. 2, 181. —
 
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-bruder, m., pflegebruder: H. Fr. Blunck werd. volk 35; vgl. -kind, -sohn.
 
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ziehbrunnen, m., mit holz oder steinen eingefaszter brunnen, aus dem in einem eimer wasser geschöpft wird, daher auch DWB schöpfbrunnen (th. 9, 1533) genannt; die ältere bezeichnung galgbrunnen (th. 4, 1, 1, 1166) deutet die ursprüngliche weise des wasserhebens an: ein gestell, der galgen, hält eine im gewicht liegende stange (nd. swankrôde, th. 9, 2256), an deren längerem, hochragendem ende eine andere dünne stange mit dem eimer über die brunneneinfassung niederhängt; jünger ist der radbrunnen; s. M. Heyne hausalt. 1, 199 f.; -born im md., von Küppersbusch zs. Teuthonista 8, 55 abgegrenzten gebiet: ziegborn Alberus P p 3a; zieheborn Nigrinus zäuber. 64; Th. Morus utop. (1612) 241; Hentrich Eichsfeld 68; Müller-Fr. 2, 703b. gebucht als puteus ziechprun bei Diefenbach gl. 474c; ferner: Calepinus XI ling. 1469b; Zehner 139; Wiederhold 435b; Stieler 253; Kramer teutsch-it. 2, 1451c; Steinbach 1, 211; Frisch 2, 474b; Adelung2 4, 1705; Campe 5, 861b; schweiz. id. 5, 672; H. Fischer 6, 1179; lit. belege: ziehbronn (Lorsch 1423) weisth. 1, 463; die zyehbrunnen Eppendorf Plin. 35; in einen galck- oder ziehebronnen Bapst v. Rochlitz artzneib. 530; ziehebrunnen J. Prätorius winterflucht 25; der z. ... musz man in einer festung lieber zu viel als zu wenig haben Fleming sold. 404; z., worbey trge sind Döbel jägerpract. 1, 126; doch hat man

[Bd. 31, Sp. 937]


in Ulm auch z. und schpfbrunnen an den orten, wo quellen sind Nicolai reise 9, 34;

o mutter, o rennt zum ziehbrunn tief,
euren sohn da findet ihr
Herder 25, 191 S.;

Jean Paul 24/26, 47 H.; sie war in sich selbst, wie in einen tiefen z., vor schrecken hinabgestürzt Brentano ges. schr. 5, 146; Fr. L. Jahn 1, 208 E.; im garten zog einer den z., dasz das wasser in grosze gefäsze laufe A. Stifter s. w. 4, 1, 170; Fontane I 5, 228; orthogr.: zhbrunnen Zesen adr. Rosem. 125 ndr.; bau und einrichtung: sahe er ... einen kleinen runden brunn als ein ziehebrunn Gabr. Rollenhagen indian. reys. 193; unweit des thores (der stadt) ragte hoch der schräge balken eines z-s, daran hing eine lange stange mit dem eimer G. Freytag ges. w. 6, 43; die hohen kahlen bäume der für die ... pferde und ochsen gegrabenen z. Bismarck br. an s. gattin 347; hinter den htten ... die stange eines z-s Cl. Viebig schlaf. heer 1, 50; die herabgelassene eimerkette eines groszen z-s Gutzkow zaub. 1, 13; z. mit rolle, kette und doppeleimer G. Freytag ges. w. 18, 124; unterschieden vom natürlichen quellbrunnen: weder bach noch brunnen do gewest, allein etzliche ziehebrunnen D. Wintzenberger warh. gesch. (1583) 58; volksthümliche vorstellungen, niedere und gehobene redewendungen: aus dem z. im hofe ... werden die kinder geholt Kerner bilderb. 38; wenns auch ein z. wre, du sffest ihn aus maler Müller w. 1, 164; wrst du nicht so tief verliebt, dasz man in deine leidenschaft hinein wie in einen z. schauen knnte, ohne irgendwo grund zu finden 3, 92; als schöpfte er ... erinnerungen aus dem z. seiner seele W. Alexis hos. 1, 329; die rede soll ... ein lebendiger quell sein und nicht ein z., wo man mühselig ziehen musz, ehe es wasser giebt Jer. Gotthelf ges. schr. 5, 172. zss.: -kette, f.: Jean Paul 27/29, 24 H.; -wasser, n.: ziegbrunnen- Duez nomencl. 16; aqua putealis ziehbrun- nomencl. lat.-germ. (1634) 33; Zehner 139; Corvinus 65; das ziehebrunnenwasser gar oft viel zu zhe und hart ist Marperger beschr. d. hanfs u. flachs (1710) 259. —
 
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-bube, m., pflegesohn: Unger-Kh. 651a. —
 
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-butter, f., bei winterfütterung gewonnene butter mit niedrigem schmelzpunkt, welche zu herstellung von blätterteig vorzüglich geeignet ist, weil sie den rohen teig äuszerst dünn auszuziehen gestattet: Martiny wb. d. milchwirtsch. 141. —
 
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-denriemen, m., vulgär für mutterbrust: gebt im (dem neugeborenen kind) ausz dem zihdenrimen zu trincken Fischart Garg. 167 ndr.
 
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-dirne, f., pflegetochter: Unger-Kh. 651a.
 
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ziehe, f., 1) das er-, aufziehen, a) die körperliche pflege und aufzucht eines kleinen kindes durch eine fremde frau, seine ziehmutter: meine gutsnachbarin ... hat ein paar ... kinderchen zur z. theat. d. Deutsch. (1768) 14, 250; ihr kind hatte sie ... in die z. gethan K. Chr. Fr. Krause briefw. 1, 198; ihrem eignen ... bei ärmsten leuten oder verwandten 'auf die z.' gegebenen kinde Gutzkow ges. w. 1, 146; danach zieh- oder haltekind genannt; Müller-Fr. 2, 703b; Bruns prov. Sachs. (ostteil)2 77a; richt. Berliner8 195b; dann aber auch die entgeltliche erziehung eines gröszeren kindes in einer anderen familie, bei zieh-, pflegeeltern, oder anstalt mit leiblicher versorgung, geringer als pension, dabei liegt der nachdruck auf erziehung, und der begriff streng stellt sich ein, vgl. in die z. nehmen eig. in erziehung nehmen, dann jemand streng halten Blumer nordwestböhm. ma. 96b; Heynatz antibarb. 2, 667; Adelung2 4, 1705; (altenburg.) Hertel Thür. 264; Müller-Fr. 2, 703b; Schulpforta, eine anstalt, die einem zuchthause ähnlicher sieht als einer z. Fr. L. Jahn br. 310; in der sprache der Herrnhuter von der geistlichen zucht an den brüdern: gesangb. d. brüdergem. 1233, v. 5; 1. anh. z. London. gesangb. d. brüdergem. (1755) 22, v. 4; b) jemand zur z. haben jemand aufziehen, necken: Adelung2 4, 1705; Heynatz antibarb. 2, 667. ein junges obersächs. wort. 2) schublade, schweiz., anscheinend nach franz. tiroir gebildetes wort, lautlich zühe, züche: Stalder 2, 481; Tobler appenz. 461a ; beitr. z. schweiz. gramm. 1, 130; 3, 105; 5, 86; vereinzelt zieher, m. (s. d.). —
 
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ziehe- ältere md. und nordd. form für zieh- s. unter zieh-.

 

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