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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziehbengel bis ziehbrunnen (Bd. 31, Sp. 936)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -bengel, m., dreh-, schwenkbaum einer haspel oder winde: Mothes 4, 509; Campe 5, 861b; einer druckerpresse: theatr. machin. (1614) 4, A 1b; Schottel haubtspr. 532; barra del torchio Kramer teutsch-it. 2, 1451c; vectis torcularius Pomey 420; zugscheit, ortscheit, auch ein stab unter den geschirrflügeln am webstuhl: schweiz. id. 4, 1373; stück holz, mit dem man den garnbaum beim aufbäumen umdreht: Martin-L. 2, 62a. —
 
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-benne, f., zweirädriger mistkarren: schweiz. id. 4, 1292. —
 
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-betzel, f., in Hessen die weisze, gekräuselte mütze der frauentracht, welche zum abendmahl oder einer beerdigung über der kleinen weiszen (oder schwarzen) futterbetzel getragen wurde: Hofmann niederhess. wb. 269b; Vilmar 469; Pfister 2. erg. 46. —
 
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-bibel, f., ziehharmonika: Hofmann niederhess. wb. 269b. —
 
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-biest, n.: tēbēst zugthier Bauer-C. 103a. —
 
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-boden, m., pflanzboden für bäume: in den warmen lendern msz man das (schneiden der bäume) z zwain zeitten des jars thn, ... wann der bǒm das gesaft nit uszlautt, und das in dem selbigen monat in dem gebuwnen setz- oder ziechboden (impastinato seminario) Österreicher Columella 2, 224 lit. ver.; das gerüst, worauf die arbeiter bei hebung und senkung des rades an einem pansterzeug stehn: Mothes baulex. 4, 509. —
 
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-bogen, m., bogen zum schieszen: C. Spangenberg cithara Lutheri (1569) 2, 110a; Forberger warh. beschreib. (1570) 239. —
 
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-born, m., s.-brunnen. —
 
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-brücke, f., zug-, fallbrücke: prela Diefenbach gl. 454b; tractula 591a; uff der teghebrucken Eulenspiegel (1515) 62 ndr.; die eisen ziehbruken (1523 steiermärk.) österr. weisth. 10, 107; (sie) zogen ... die z-n auf Achacius Sleidani chron. (1557) 295b; D. Speckle archit. v. vest. (1589) 97a; pons subductilis eine ziehebrcke nomencl. lat.-germ. (1634) 36; Zehner (1645) 141; fall- oder z. C. Danckwerth Schlesw. u. Holst. (1652) 152b; Elisab. Charl. v. Orleans 5, 312 H.; pons versatilis z. oder fallbrcke Stieler 247; Kramer teutsch-it. 2, 1451c; z. oder zugbrcke Ludwig teutsch-engl. 2588; Steinbach 1, 208; die z-n wurden am hellen tage aufgezogen Fr. v. d. Trenck lebensgesch. 2, 181. —
 
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-bruder, m., pflegebruder: H. Fr. Blunck werd. volk 35; vgl. -kind, -sohn.
 
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ziehbrunnen, m., mit holz oder steinen eingefaszter brunnen, aus dem in einem eimer wasser geschöpft wird, daher auch DWB schöpfbrunnen (th. 9, 1533) genannt; die ältere bezeichnung galgbrunnen (th. 4, 1, 1, 1166) deutet die ursprüngliche weise des wasserhebens an: ein gestell, der galgen, hält eine im gewicht liegende stange (nd. swankrôde, th. 9, 2256), an deren längerem, hochragendem ende eine andere dünne stange mit dem eimer über die brunneneinfassung niederhängt; jünger ist der radbrunnen; s. M. Heyne hausalt. 1, 199 f.; -born im md., von Küppersbusch zs. Teuthonista 8, 55 abgegrenzten gebiet: ziegborn Alberus P p 3a; zieheborn Nigrinus zäuber. 64; Th. Morus utop. (1612) 241; Hentrich Eichsfeld 68; Müller-Fr. 2, 703b. gebucht als puteus ziechprun bei Diefenbach gl. 474c; ferner: Calepinus XI ling. 1469b; Zehner 139; Wiederhold 435b; Stieler 253; Kramer teutsch-it. 2, 1451c; Steinbach 1, 211; Frisch 2, 474b; Adelung2 4, 1705; Campe 5, 861b; schweiz. id. 5, 672; H. Fischer 6, 1179; lit. belege: ziehbronn (Lorsch 1423) weisth. 1, 463; die zyehbrunnen Eppendorf Plin. 35; in einen galck- oder ziehebronnen Bapst v. Rochlitz artzneib. 530; ziehebrunnen J. Prätorius winterflucht 25; der z. ... musz man in einer festung lieber zu viel als zu wenig haben Fleming sold. 404; z., worbey trge sind Döbel jägerpract. 1, 126; doch hat man

[Bd. 31, Sp. 937]


in Ulm auch z. und schpfbrunnen an den orten, wo quellen sind Nicolai reise 9, 34;

o mutter, o rennt zum ziehbrunn tief,
euren sohn da findet ihr
Herder 25, 191 S.;

Jean Paul 24/26, 47 H.; sie war in sich selbst, wie in einen tiefen z., vor schrecken hinabgestürzt Brentano ges. schr. 5, 146; Fr. L. Jahn 1, 208 E.; im garten zog einer den z., dasz das wasser in grosze gefäsze laufe A. Stifter s. w. 4, 1, 170; Fontane I 5, 228; orthogr.: zhbrunnen Zesen adr. Rosem. 125 ndr.; bau und einrichtung: sahe er ... einen kleinen runden brunn als ein ziehebrunn Gabr. Rollenhagen indian. reys. 193; unweit des thores (der stadt) ragte hoch der schräge balken eines z-s, daran hing eine lange stange mit dem eimer G. Freytag ges. w. 6, 43; die hohen kahlen bäume der für die ... pferde und ochsen gegrabenen z. Bismarck br. an s. gattin 347; hinter den htten ... die stange eines z-s Cl. Viebig schlaf. heer 1, 50; die herabgelassene eimerkette eines groszen z-s Gutzkow zaub. 1, 13; z. mit rolle, kette und doppeleimer G. Freytag ges. w. 18, 124; unterschieden vom natürlichen quellbrunnen: weder bach noch brunnen do gewest, allein etzliche ziehebrunnen D. Wintzenberger warh. gesch. (1583) 58; volksthümliche vorstellungen, niedere und gehobene redewendungen: aus dem z. im hofe ... werden die kinder geholt Kerner bilderb. 38; wenns auch ein z. wre, du sffest ihn aus maler Müller w. 1, 164; wrst du nicht so tief verliebt, dasz man in deine leidenschaft hinein wie in einen z. schauen knnte, ohne irgendwo grund zu finden 3, 92; als schöpfte er ... erinnerungen aus dem z. seiner seele W. Alexis hos. 1, 329; die rede soll ... ein lebendiger quell sein und nicht ein z., wo man mühselig ziehen musz, ehe es wasser giebt Jer. Gotthelf ges. schr. 5, 172. zss.: -kette, f.: Jean Paul 27/29, 24 H.; -wasser, n.: ziegbrunnen- Duez nomencl. 16; aqua putealis ziehbrun- nomencl. lat.-germ. (1634) 33; Zehner 139; Corvinus 65; das ziehebrunnenwasser gar oft viel zu zhe und hart ist Marperger beschr. d. hanfs u. flachs (1710) 259. —

 

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