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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zieget bis zieharm (Bd. 31, Sp. 933 bis 934)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zieget, n.: das z. ist ein glied von einem vogel oder anderm thier, das man dem falcken, daran zu ziehen, giebt, damit er nicht unruhig werde, wann er geschreckt worden ist (est enim tiratorium quodcunque membrum avis aut alterius animalis dandum falconi ad mordicandum in eo, ne inquietet

[Bd. 31, Sp. 934]


se falco propter timorem aut aliam causam) Joh. Erh. Pacius Friedrichs II. büch. v. d. kunst zu beiz. (1756) 316; entweder fett und fleischig oder mager und noch mit federn versehen, dann auch kalter flügel genannt: ebda; anscheinend von Pacius aus der falkoniersprache des bair. Mittelfranken entlehntes wort und ableitung von ziehen; vgl. Schöpffer wb. d. falkoniersprache in Friedrichs II. ... falknerei einl. 15 und 203.
 
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ziegicht, n., s. ziege II 2.
 
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ziegler, ziegeler, m., ziegelbrenner, -arbeiter, in jüngerer zeit auch der vorsteher oder eigner einer ziegelei: mhd. wb. 3, 874b; Lexer 3, 1102; laterifex zigeler, ziegeler, cegeler, tegeler, teygeler Diefenbach gl. 320a; ziegeler, cygeler (von 1290 ab bezeugt neben ziegelborner) K. Bücher berufe d. st. Frankf. a. M. 140b; belege seit dem 13. jahrh. bei H. Fischer 6, 1178; Schmeller-Fr. 2, 1096; Schiller-L. 4, 517b; zigiler Marienb. treszlerb. 213 Joach.; ziegler (bair.) weisth. 6, 183; Tucher baumeisterb. d. st. Nürnb. 96 L. (cit. unt. ziegelwerk 1); hun ich khaufft tachzeglen vom Paulen dem zeigler (1553) quell. z. gesch. d. st. Kronstadt 3, 315; lasz ein kugelmodel oder -formen machen und gib ihn einem zigler und lasz dir von erden kuglen darein schlagen Fronsperger kriegsb. F f 5a; Forster fr. liedl. 88 ndr.; volkslied. 498 Uhland; bey den alten Rmern hat man sehr viel auf die z. gehalten A. a s. Clara etwas 1, 541; gering geschätzt: gemeine kinder ..., dero eltern z. als in dem laimb gearbeitet Judas 4, 360; Moscherosch ges. (1650) 1, 21; Hebel 2, 205 Beh.; Endres waldbenutz. 88; lexik.: gemma gemm. (1508) o 3b; Alberus y 3a; Maaler 521a; Hulsius (1618) 282b; nomencl. lat.-germ. (1634) 445; Stieler 287; Kramer teutsch-it. 2, 1450a; Steinbach 2, 1090; Frisch 2, 473c; z. oder ziegelbrenner ist derjenige, so einer ziegelscheune vorgesetzet ist Noel Chomel 8, 2412; ebenso Adelung2 4, 1704; Campe 5, 861a; die besten z. in Deutschland liefert Lippe Hübner zeitgslex.31 4, 1018b; ma.: der raucht wie e armer z., d. h. mit schlechter, viel rauch erzeugender feuerung H. Fischer 6, 1178; ein fauler wird im sommer e schneeschäufler und im winter e z. ebda; dem siehst de z. doch an, d. h. er ist betrunken ebda, alles zeugnisse des schlechten rufes, in welchem die z., die ziegeleiarbeiter, örtlich stehn; ziegeleiarbeiter, aber auch dachdecker: Martin-L. 2, 894b; Meisinger 211b; C. Schumann Lübeck. wortsch. 68; Fischer samländ. 100. — zss.: -gewerbe, n.: hdwb. d. staatsw.2 4, 672; -handwerk, n.: Hebel 2, 146 Beh.; -lehm, m.: nim guten zieglerlaim, reib den ab, dasz kein stein darinnen sey Gäbelkover artzneyb. 1, 384; -ofen, m.: Wirsung artzneyb. 813c; -verein, m.: Lueger lex. d. techn. 4, 78; -zeitung, f.: deutsche töpfer- und z. 7, 992. —
 
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zieglerei, f., ziegelbrennerei, ältere, wohl dem franz. tuilerie angepaszte wortform: tegelrie Schiller-L. 4, 517b; tichelrije Kilian 670a H.; Schmeller-Fr. 2, 1096; Martin-L. 2, 894b; zillerei, f., Gangler lux. wb. 492; Fischer samländ. 100.
 
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zieglingm.?, ahd. cigelinde fortsetzende namensform des zeiland, daphne mezereum (sp. 512): Schlechtendal 1, 30; Schkuhr bot. handb. 1, 335; auch zieglig: Holl wb. d. pflanzennam. 341a; (schles.) Pritzel-Jess. 130b.
 
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zieh-, in zss.:
 
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-ader, f., sehne: daz schloffen ist in den zyehaderen oder schlagaderen Gersdorf wundarzn. (1517) 74b; spasmus ... solches geschicht ... von undwung und bldigkeit wegen der z-n und widerfert sonderlich den feisten kindern Ruoff hebammenb. 224; Campe 5, 861a. —
 
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-amme, f., säugende: we den swangern und den zihemmen (vae autem praegnantibus et nutrientibus) in den tagen Mark. 13, 17 cod. tepl.
 
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-amleder, f., schnupftabaksdose aus baumrinde: H. Fischer 6, 1179; dim.: alte art von geldbeutel, der durch ziehen an lederläppchen geschlossen und geöffnet wird: ebda; ziehharmonika: ebda.
 
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-amriemen, m., geldbeutel, gleich -amleder: H. Fischer 6, 1179; Meisinger Rapp. wb. 212a; ziehharmonika Schön Saarbr.2 234a; gleich -balg. —
 
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-arm, m., theil einer maschine, der einen andern an sich zieht und so in bewegung setzt, so heiszen in stampfmühlen und hammerwerken die zapfen in der welle, welche die

[Bd. 31, Sp. 935]


stampfen und hämmer heben, z-e oder hebearme: Adelung2 4, 1704; Campe 5, 861a; syn. däumling J. H. M. Poppe technol. lex. 5, 739; diese (handmühlen) werden ... mit schwungrdern ..., z-en, wellbumen, stirnrdern ... versehen Hohberg georg. 1, 69. —

 

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