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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegensprung bis ziegenwolle (Bd. 31, Sp. 929)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -sprung, m., sprung der ziege: (ein mensch,) der, wie Jupiter, eine ziege zur amme gehabt, und der deswegen noch in seinen reifern jahren ... einige ziegensprünge gemacht Jean Paul w. 5, 85 H.; asiatischer tanz: Welcker alte denkm. 3, 360. —
 
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-stall, m., stall für ziegen, bei der armut der ziegenhalter meist ein kleiner, wenig schutz bietender verschlag, so wird eine klausnerhütte ein zigenstal genannt in einer flugschrift der schwärmer geg. Luther 34 ndr.; er lebt wie ein hund und schläft in einer bude schlechter als ein z. H. Seidel Leb. Hühnch. 147; doch verlangt Noel Chomel 8, 2412 gepflasterten boden und feste krippen; belege: glosse des 15. jahrh.s: caprile czegynstal zs. f. d. phil. 8, 331; Hohberg georg. 2, 18; sie ging zuerst mit dem melkfasse ... zum z-e Musäus volksmärch. 1, 47 Hempel; G. Hauptmann biberpelz 6; Rosegger I 12, 129; gebucht: caprile z. Bas. Faber 135a; Orsäus 200; Zehner 328; geisz- oder z. Corvinus 145; Stieler 2118; u. a.; Hofmann niederhess. wb. 269b. —
 
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-staude, f., kiefernstaude, -gesträuch: (die grenze verläuft) von obigen Sällenpach ... auf die ziechenstauden (1671 salzburg.-bair. grenzbezirk) österr. weisth. 1, 103; ziehenstaude Unger-Kh. 651a; s. ziege II 2. —
 
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-steig, m., gleich -pfad: auf z-en emporzuklettern Holtei erz. schr. 39, 187; Roon denkw. 2, 625; unser weg ist schon schmal geworden wie ein z. Rosegger alpensomm. 322. —
 
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-talg, m., unschlitt, inneres fett der ziege: Bapst v. Rochlitz artzneib. 275; Plinius erwähnt, dasz die beste seife aus z. ... bereitet werde Karmarsch-H. techn. wb.3 8, 156; eine von z. gezogene kerze Herm. Grimm Michelangelo 2, 355. —
 
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-tod, m., aconitum napellus, groszer eisenhut, so genannt, weil sein genusz den ziegen schädlich ist: Noel Chomel 3, 830; Schkuhr 2, 86; Holl 82a; Dietrich 1, 92; Perger 1, 150; Prahn 151; Pritzel-Jess. 9b; in der Steiermark eine andere giftpflanze, die herbstzeitlose: Unger-Kh. 651a. —
 
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-unschlitt, m., gleich -talg; vielfach als älteres heilmittel: ziegenuntzlit Bapst v. Rochlitz artzneib. 60; fischbüchl. 33; als kittbeimengung: Hohberg georg. 2, 455; als angelköder: haush. in vorwerk. 199; in einem mittel gegen das schwären der gedärme: allg. haush.-lex. 3, 5. —
 
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-vieh, n., coll. für ziegen: caprigenum pecus z. Corvinus 146; Harsdörfer Montemayors Diana 3, 115; wie aber das z. den grten und bumen, also sind die schweine den wiesen und feldern zu frchten Hohberg georg. 2, 304; daher in der braunschweig. forstordnung von 1692 das abschieszen des z-s in den forsten angeordnet wird: Schwappach forstgesch. 1, 376; das allg. haush.-lex. 3, 599 empfiehlt die haltung des z-s wegen seiner anspruchslosigkeit und des reichen milchertrages; Musäus volksmärch. 1, 53 H.; sie wissen ..., dasz ich keine schweine hüte, sondern nur ziegen- und schafvieh Immermann 5, 184 B.
 
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-volk, n., gehobener ausdruck für -vieh: Gries Bojardos verliebt. Roland 1, 99; Immermann 2, 68 B.
 
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ziegenweide, f., weide für ziegen: J. H. Vosz Odyssee 242 B.; W. H. Riehl gesch. aus alt. zeit 1, 320; häufiger war es, dasz nur die ziegen-, schaf- und eselweide verboten oder beschränkt wurde Bernhardt waldeig. 1, 109. —
 
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-wolle, f., gilt bei uns nicht rechtes, daher wie bei dem synonymen -haar die redewendung: zancken, haddern und leichtfertig streiten oder, wie man sagt, von der ziegenwoll streiten (de lana caprina disputare) Amos Comenius janua (1644) 298; K. F. Paullini

[Bd. 31, Sp. 930]


zeitkürtz. lust (1695) 670; wird ... viel gezankt, meistens über einen eselsschatten, über z., über dunst und rauch J. V. Andreä bei Herder 16, 139 S.;

doch komm nur, alter knab, und lasz das geifern;
wer wird um ziegenwolle sich ereifern?
F. P. Heckert gereimte prosa 1, 37;

das haar der Angora- und Kaschmirziege dagegen sehr geschätzt und bestens verwertet: Prechtl techn. enc. 7, 279; Ritter erdk. 3, 550; Lueger lex. d. techn. 1, 326; adj. -wollen: Ritter erdk. 19, 946. —

 

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