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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegenmilch bis ziegenraute (Bd. 31, Sp. 927 bis 928)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -milch, f., milch der ziege:

die baner fuort er an der hant
und schein als ein zigenmilch (hs. sigen-) Reinfried v. Braunschweig 8587;

wegen ihres hervorragenden nährwertes, ihrer heilkraft bei schwindsucht u. a. krankheiten und als schönheitsmittel für die hautpflege früher und auch noch heute gerühmt, vgl. allg. haush.-lex. 3, 795; B. heilte durch das Embser krangeswasser und z. eine ... frau an lungengeschwüren allg. d. bibl. anh. 37/52, 1180; der lungenkranke Hölty schreibt an seinen bruder: ich habe drei wochen Selzerbrunnen mit z. getrunken ged. 239 H.; Gottsched schaub. 6, 175; Rosegger I 6, 175; lindernd in einem semmelbrei für feigwarzen: Fleming sold. 335;

lieber, darnach sich mit ziegenmilch waschen Venusgärtlein 34 ndr.;

die den Jupiter mit z. und honig auferziehende Amalthea Lohenstein Arm. 1, 1383a; diente nomadischen und gebirgsvölkern als wichtige nahrung, daher rühmt die bibel dem wackeren bauern: du hast z. (1521 schreibt Luther noch geyszmilch 8, 155 W.) gnug zur speise deins hauses und zur narung deiner dirnen sprüche 27, 27; so bei H. Sachs 19, 351 G.;

[Bd. 31, Sp. 928]


lechzend auf dem warmen sattel
sasz der Araber, der leichte,
während ziegenmilch und dattel
ihm aufs pferd die gattin reichte
Freiligrath ges. dicht. 1, 39;

gilt heute mehr nur als nahrung armer leute, vgl. Wimmer deutsch. bod. 453; lex. und wortgebrauch: z. Hulsius-Rav. (1616) 430b; z. Orsäus 87; z. nomencl. lat.-germ. (1634) 368; geyszmilch, z. Zehner 329; die denselben mit geisz- oder z. ernehret (hat) Dannhauer cat.-milch 5, 770; geisz- sive z. Stieler 1266; geiszmilch, z. Kramer teutsch-it. 2, 58c; z. 2, 1449c; Hofmann niederhess. wb. 269a; zss.: -kur, f.: Ritter erdk. 16, 799; Baggesen 1792 an Fr. Christian v. Schleswig 92 H. Schulz.
 
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-mist, m.: (zum düngen des weines) ist der schaaf- und z. am besten Hohberg georg. 1, 360; der bauer freilich hält nichts von ihm, vgl.:

sommerrocken und ziegenmist
lassen den wirt, wie er ist
Blum sprichwb. 1, 165;

ziejamest on lab (laub) macht a acker tab Rother schles. sprw. 442a, also was die kleinen leute allein aufbringen können; auch in der früheren heilkunde verwandt (s. ob. -kot): der z. wie auch die galle werden oftmals zur artzney gebraucht viehbüchl. (1667) 65; lex.: nomencl. lat.-germ. (1634) 366; Steinbach 2, 65; Hofmann niederhess. wb. 269a. —
 
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-molken, m., n., wie die ziegenmilch vielfach als heil- und kräftigungsmittel verwendet: nim schaaffbonen und leinkuchen ... zerreibs klein, machs mit zigenmolcken zu einem dnnen brey Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 308; zum purgieren: Bapst v. Rochlitz artzneib. 140; dasz mir das z. so wohl bekam Chr. Reuter Schelm. vollst. ausg. 10 ndr.; im frühjahre sind die z. ganz ausgezeichnet J. F. Castelli memoir. 2, 418; Holtei erz. schr. 39, 102. —
 
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-nadel, f.: tsiʒənādl fichtennadeln (bayer. Wald) Bayerns maa. 2, 450; s. ziege II 2. —
 
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-netz, n., treib- und staknetz zum fange der ziege (s. ziege II 1): Frischbier 2, 492b; M. v. d. Borne hdb. d. fischz. 618; A. Seligo fanggeräte § 133; H. Henking Ostseefischerei 133. —
 
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-ohr, n., ohr einer ziege; in der bukolischen dichtung für das ohr der Faune: J. A. Feszler Marc Aurel 1, 70; G. Keller ges. w. 6, 255; archäol.: Welcker alte denkm. 4, 31. —
 
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-pelz, m., pelz aus ziegenfellen: etliche tragen auch ziegenbels Franc. Alvares (1573) 139;

ziegnpeltz war der erstn eltern kleid
Musculus hosenteufel 3 ndr.;

Ritter erdk. 3, 168; diphthera ein z. B. Faber 248a; Corvinus 268. —
 
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-perücke, f.: Göthe 16, 65 W.
 
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-peter, m., entzündung der ohrspeicheldrüse des menschen, die auch an hausthieren wie ziegen und katzen auftritt; nach zs. f. d. phil. 1, 310 anscheinend ursprünglich name des kobolds, der die krankheit angestiftet hat und in dem sie haust, wie Katzenveit; scheint nach den belegen von Sachsen ausgegangen zu sein; Müller-Fr. 2, 703b; Göpfert sächs. Erzgeb. 53; Bruns volksw. d. prov. Sachs. ostteil 77a; Frischbier 2, 492b. —
 
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-pfad, m., gemeinhin ein steiler bergpfad, wie ihn nur ziegen ersteigen können: ein steil aufsteigender z. Ritter erdk. 17, 1576; der kaum fuszbreite z. A. v. Droste-Hülshof w. 2, 349; A. Stifter s. w. 4, 1, 115. —
 
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-raute, f., galega officinalis, geiszraute: Pancovius 187; allg. haush.-lex. 3, 797; Schkuhr 2, 387; Holl 122b; u. a.

 

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