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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegenlippe bis ziegenperücke (Bd. 31, Sp. 927 bis 928)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -lippe, f., filziger löcherschwamm, boletus subtomentosus: Holl 229a; Fechner 3; E. Michael führ. f. pilzfreunde4 1, 9. —
 
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-lorbeer, f., gewöhnlich plur., gleich -bohne, -kot, -kötel: man mag auch in ziegenlorbern allerlei samen stecken W. Hildebrand mag. nat. (1610) 441; baccae caprinae nomencl. lat.-germ. (1634) 169; Calvisius 815; Reyher p 3a; Kramer teutschit. 2, 1449c; wenn man an seinem leibe etwas nhet oder flickt, so musz man allezeit etwas ins maul nehmen ... wenn man nicht etwas ins maul nimmt, so wird man vergeszlich, drm soll man etwas ins maul nehmen, und sollte es auch nur eine schaf- oder ziegenlorber seyn J. G. Schmidt rockenphilos. 2, 220; Ludwig teutsch-engl. 2588. —
 
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-melker, m., person, welche die ziegen melkt; sodann nach einer vorstellung des landmanns eine art nachtschwalbe, weil sie nachts den ziegen die milch aussauge, caprimulgus europaeus: Ludwig teutsch-engl. (1716) 2588; Frisch 2, 473c; Adelung2 4, 1704; Campe 5, 860b; Brehm 5, 208 P.-L.; J. A. Naumann naturg. d. vög. 6, 141; (Halle) Popowitsch vers. 407; Schambach 308a; diesen vogel nennt Lichtenberg verm. schr. 1, 339 -melkerin. —
 
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-milch, f., milch der ziege:

die baner fuort er an der hant
und schein als ein zigenmilch (hs. sigen-) Reinfried v. Braunschweig 8587;

wegen ihres hervorragenden nährwertes, ihrer heilkraft bei schwindsucht u. a. krankheiten und als schönheitsmittel für die hautpflege früher und auch noch heute gerühmt, vgl. allg. haush.-lex. 3, 795; B. heilte durch das Embser krangeswasser und z. eine ... frau an lungengeschwüren allg. d. bibl. anh. 37/52, 1180; der lungenkranke Hölty schreibt an seinen bruder: ich habe drei wochen Selzerbrunnen mit z. getrunken ged. 239 H.; Gottsched schaub. 6, 175; Rosegger I 6, 175; lindernd in einem semmelbrei für feigwarzen: Fleming sold. 335;

lieber, darnach sich mit ziegenmilch waschen Venusgärtlein 34 ndr.;

die den Jupiter mit z. und honig auferziehende Amalthea Lohenstein Arm. 1, 1383a; diente nomadischen und gebirgsvölkern als wichtige nahrung, daher rühmt die bibel dem wackeren bauern: du hast z. (1521 schreibt Luther noch geyszmilch 8, 155 W.) gnug zur speise deins hauses und zur narung deiner dirnen sprüche 27, 27; so bei H. Sachs 19, 351 G.;

[Bd. 31, Sp. 928]


lechzend auf dem warmen sattel
sasz der Araber, der leichte,
während ziegenmilch und dattel
ihm aufs pferd die gattin reichte
Freiligrath ges. dicht. 1, 39;

gilt heute mehr nur als nahrung armer leute, vgl. Wimmer deutsch. bod. 453; lex. und wortgebrauch: z. Hulsius-Rav. (1616) 430b; z. Orsäus 87; z. nomencl. lat.-germ. (1634) 368; geyszmilch, z. Zehner 329; die denselben mit geisz- oder z. ernehret (hat) Dannhauer cat.-milch 5, 770; geisz- sive z. Stieler 1266; geiszmilch, z. Kramer teutsch-it. 2, 58c; z. 2, 1449c; Hofmann niederhess. wb. 269a; zss.: -kur, f.: Ritter erdk. 16, 799; Baggesen 1792 an Fr. Christian v. Schleswig 92 H. Schulz.
 
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-mist, m.: (zum düngen des weines) ist der schaaf- und z. am besten Hohberg georg. 1, 360; der bauer freilich hält nichts von ihm, vgl.:

sommerrocken und ziegenmist
lassen den wirt, wie er ist
Blum sprichwb. 1, 165;

ziejamest on lab (laub) macht a acker tab Rother schles. sprw. 442a, also was die kleinen leute allein aufbringen können; auch in der früheren heilkunde verwandt (s. ob. -kot): der z. wie auch die galle werden oftmals zur artzney gebraucht viehbüchl. (1667) 65; lex.: nomencl. lat.-germ. (1634) 366; Steinbach 2, 65; Hofmann niederhess. wb. 269a. —
 
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-molken, m., n., wie die ziegenmilch vielfach als heil- und kräftigungsmittel verwendet: nim schaaffbonen und leinkuchen ... zerreibs klein, machs mit zigenmolcken zu einem dnnen brey Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 308; zum purgieren: Bapst v. Rochlitz artzneib. 140; dasz mir das z. so wohl bekam Chr. Reuter Schelm. vollst. ausg. 10 ndr.; im frühjahre sind die z. ganz ausgezeichnet J. F. Castelli memoir. 2, 418; Holtei erz. schr. 39, 102. —
 
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-nadel, f.: tsiʒənādl fichtennadeln (bayer. Wald) Bayerns maa. 2, 450; s. ziege II 2. —
 
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-netz, n., treib- und staknetz zum fange der ziege (s. ziege II 1): Frischbier 2, 492b; M. v. d. Borne hdb. d. fischz. 618; A. Seligo fanggeräte § 133; H. Henking Ostseefischerei 133. —
 
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-ohr, n., ohr einer ziege; in der bukolischen dichtung für das ohr der Faune: J. A. Feszler Marc Aurel 1, 70; G. Keller ges. w. 6, 255; archäol.: Welcker alte denkm. 4, 31. —
 
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-pelz, m., pelz aus ziegenfellen: etliche tragen auch ziegenbels Franc. Alvares (1573) 139;

ziegnpeltz war der erstn eltern kleid
Musculus hosenteufel 3 ndr.;

Ritter erdk. 3, 168; diphthera ein z. B. Faber 248a; Corvinus 268. —
 
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-perücke, f.: Göthe 16, 65 W.

 

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