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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegenkraut bis ziegenmolken (Bd. 31, Sp. 926 bis 928)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -kraut, n., geiszraute, galega officinalis: Adelung2 4, 1704; Hübner zeitgslex.31 4, 1018a; Campe 5, 860b;

[Bd. 31, Sp. 927]


gefleckter schierling, conium maculatum: Schlechtendal 1, 23; Holl 325b; Pritzel-Jess. 107b; cicuta z. Decimator thes.; wie der wein dem ziegerkraute sein gift benhme ..., also vertriebe sein genusz auch das gift der traurigkeit Lohenstein Arm. 2, 292b; giersch, geiszfusz, aegopodium podagraria: Holl 122a; Pritzel-Jess. 12b.
 
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ziegenlab, n., lab aus dem letzten magen der ziegen: Adelung2 4, 1704; Campe 5, 860b; s. auch kälberlab. —
 
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-lamm, n.: M. Mendelssohn ges. schr. 7, 286; Ritter erdk. 15, 999;

das ziegenlamm, das ihm zur seite hüpft,
ist sein vertrauter günstling
F. A. Krummacher kinderwelt 50;

die haut wird zu handschuh u. a. feinem leder verarbeitet: Krünitz 241, 214; Adelung bucht das wort nicht; Campe 5, 860b bietet es; in den maa. wenig beliebtes wort: Bauer-C. 106a; Hofmann niederhess. wb. 269a; s. zickel, zicklein. —
 
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-lauch, m., gagea lutea, gelbe vogelmilch: Chr. Fr. Reusz dict. bot. 480a; Schkuhr 1, 284; Campe 5, 860b; Holl 391a; Perger 3, 68; Frischbier 2, 492b. —
 
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-leder, n., leder aus ziegenfell: Ludwig teutsch-engl. 2588; Campe; schuhe aus rot oder gelb gefärbtem z. Ratzel völkerk. 3, 277; rothgefärbtes, sämischgares z. Karmarsch-H. techn. wb.3 7, 431; wird ... zu corduan, saffian, pergament verarbeitet Bucher kunstgew. 447a; zu wein- und ölschläuchen: Muspratt chem. 3, 640 St.-K.; diente früher auch als schildüberzug: v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 790; dazu adj. -ledern: Ludwig teutschengl. 2588;

einen ziegenledernen schlauch auf der achsel, voll schwarzes,
süszes weines
J. H. Vosz Odyssee 157 B.;

Becker weltgesch. 1, 237. —
 
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-lippe, f., filziger löcherschwamm, boletus subtomentosus: Holl 229a; Fechner 3; E. Michael führ. f. pilzfreunde4 1, 9. —
 
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-lorbeer, f., gewöhnlich plur., gleich -bohne, -kot, -kötel: man mag auch in ziegenlorbern allerlei samen stecken W. Hildebrand mag. nat. (1610) 441; baccae caprinae nomencl. lat.-germ. (1634) 169; Calvisius 815; Reyher p 3a; Kramer teutschit. 2, 1449c; wenn man an seinem leibe etwas nhet oder flickt, so musz man allezeit etwas ins maul nehmen ... wenn man nicht etwas ins maul nimmt, so wird man vergeszlich, drm soll man etwas ins maul nehmen, und sollte es auch nur eine schaf- oder ziegenlorber seyn J. G. Schmidt rockenphilos. 2, 220; Ludwig teutsch-engl. 2588. —
 
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-melker, m., person, welche die ziegen melkt; sodann nach einer vorstellung des landmanns eine art nachtschwalbe, weil sie nachts den ziegen die milch aussauge, caprimulgus europaeus: Ludwig teutsch-engl. (1716) 2588; Frisch 2, 473c; Adelung2 4, 1704; Campe 5, 860b; Brehm 5, 208 P.-L.; J. A. Naumann naturg. d. vög. 6, 141; (Halle) Popowitsch vers. 407; Schambach 308a; diesen vogel nennt Lichtenberg verm. schr. 1, 339 -melkerin. —
 
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-milch, f., milch der ziege:

die baner fuort er an der hant
und schein als ein zigenmilch (hs. sigen-) Reinfried v. Braunschweig 8587;

wegen ihres hervorragenden nährwertes, ihrer heilkraft bei schwindsucht u. a. krankheiten und als schönheitsmittel für die hautpflege früher und auch noch heute gerühmt, vgl. allg. haush.-lex. 3, 795; B. heilte durch das Embser krangeswasser und z. eine ... frau an lungengeschwüren allg. d. bibl. anh. 37/52, 1180; der lungenkranke Hölty schreibt an seinen bruder: ich habe drei wochen Selzerbrunnen mit z. getrunken ged. 239 H.; Gottsched schaub. 6, 175; Rosegger I 6, 175; lindernd in einem semmelbrei für feigwarzen: Fleming sold. 335;

lieber, darnach sich mit ziegenmilch waschen Venusgärtlein 34 ndr.;

die den Jupiter mit z. und honig auferziehende Amalthea Lohenstein Arm. 1, 1383a; diente nomadischen und gebirgsvölkern als wichtige nahrung, daher rühmt die bibel dem wackeren bauern: du hast z. (1521 schreibt Luther noch geyszmilch 8, 155 W.) gnug zur speise deins hauses und zur narung deiner dirnen sprüche 27, 27; so bei H. Sachs 19, 351 G.;

[Bd. 31, Sp. 928]


lechzend auf dem warmen sattel
sasz der Araber, der leichte,
während ziegenmilch und dattel
ihm aufs pferd die gattin reichte
Freiligrath ges. dicht. 1, 39;

gilt heute mehr nur als nahrung armer leute, vgl. Wimmer deutsch. bod. 453; lex. und wortgebrauch: z. Hulsius-Rav. (1616) 430b; z. Orsäus 87; z. nomencl. lat.-germ. (1634) 368; geyszmilch, z. Zehner 329; die denselben mit geisz- oder z. ernehret (hat) Dannhauer cat.-milch 5, 770; geisz- sive z. Stieler 1266; geiszmilch, z. Kramer teutsch-it. 2, 58c; z. 2, 1449c; Hofmann niederhess. wb. 269a; zss.: -kur, f.: Ritter erdk. 16, 799; Baggesen 1792 an Fr. Christian v. Schleswig 92 H. Schulz.
 
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-mist, m.: (zum düngen des weines) ist der schaaf- und z. am besten Hohberg georg. 1, 360; der bauer freilich hält nichts von ihm, vgl.:

sommerrocken und ziegenmist
lassen den wirt, wie er ist
Blum sprichwb. 1, 165;

ziejamest on lab (laub) macht a acker tab Rother schles. sprw. 442a, also was die kleinen leute allein aufbringen können; auch in der früheren heilkunde verwandt (s. ob. -kot): der z. wie auch die galle werden oftmals zur artzney gebraucht viehbüchl. (1667) 65; lex.: nomencl. lat.-germ. (1634) 366; Steinbach 2, 65; Hofmann niederhess. wb. 269a. —
 
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-molken, m., n., wie die ziegenmilch vielfach als heil- und kräftigungsmittel verwendet: nim schaaffbonen und leinkuchen ... zerreibs klein, machs mit zigenmolcken zu einem dnnen brey Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 308; zum purgieren: Bapst v. Rochlitz artzneib. 140; dasz mir das z. so wohl bekam Chr. Reuter Schelm. vollst. ausg. 10 ndr.; im frühjahre sind die z. ganz ausgezeichnet J. F. Castelli memoir. 2, 418; Holtei erz. schr. 39, 102. —

 

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