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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegenhorn bis ziegenlamm (Bd. 31, Sp. 926 bis 927)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -horn, n., horn einer ziege; kopfschmuck der ziege: geweihe ohne absetze hinterwerts, als ziegenhrner gekrmmt A. Olearius pers. reisebeschr. 237; J. Prätorius Katzenveit J 3b; zur verkleidung maskierten personen aufgesetzt: G. Keller ges. w. 7, 171; übertr.: mit diesen ziegenhrnern knte die nase (Johann Naso) ... aller propheten und aposteln schrift verwerfen Nigrinus abdank d. antigratulation Joh. Nasen G 3b; vgl. Ecks aufforderung an Luther, er solle ... endlich eine klare antwort geben ohne hörner und mantel A. Hausrath Luthers leb.3 1, 439; wappenzier: (sie) fhren ... aufm helm ein z. Micrälius alt. Pommerland 6, 497; dient als trichter: geusz ihm (dem pferd) mit einem z. oder durch eine schrape ein J. Walther pferdez. 112; blasgeräth:

schwegel, klein flöt, platerspiel, sackpfeifen
mus man all durch fingerlöcher greifen,
zigenhörner, rüspfeif nicht vergessen,
denn sie werden dissen gleich gemessen
M. Agricola mus. instrum. 9;

der hornstoff wird, weil starken gestank erzeugend, zum räuchern benutzt: ziegenhaar und -hrner mit feuer angezndet, vertreibt die schlangen und den gift viehbüchl. (1667) 65; das z. und -haar brauchet man zum ruchern in pestzeiten, um die von der schweren noth oder mutterbeschwerung befallene dadurch zu ermuntern allg. haush.-lex. 3, 795; lex.: Stieler 776; Kramer teutschit. 2, 1449c; älterer name der pflanze siebengezeit, -zeiten, trigonella foenum graecum: Golius 380; Noel Chomel 4, 310; Schlechtendal 23, 199; Dietrich 1, 127; Holl 383b; Perger 1, 185. —
 
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-käse, m., käse aus ziegenmilch; in gebirgsgegenden geschätzte nahrung: Hübner zeitgslex.31 4, 1018a; sein geschmack wird von Amaranthes frauenz.-lex. 2159 gerühmt; in menge aus Sachsen in die mark Brandenburg eingeführt: haush.-lex. (1728) 1074; vgl.: ein schlachtordnung von ... ksen von ken, zigen, geysen Fischart Garg. 79 ndr.; caseus caprinus ein ziegenksz Orsäus 87; geyszksz, ziegenksz Zehner 330; z. Reyher p 3a; Stieler 910; setzte ihnen die meyermutter ... einen z., butter und frisch gebacken brot zur vesper fr J. Riemer mediz. maulaffe 117; Weisze kom. op. 2, 95; S. Geszner schr. 1, 99; Jean Paul w. 11/14, 429 H.; Göthe 44, 279 W.; es (das frühstück) bestand aus frischem, gebratenen z., milch, butter, honig Knebel lit. nachl. 3, 125; A. Stifter s. w. 1, 177. —
 
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-kitzlein, n., ziegenlamm: Lindenborn Diog. 1, 698. —
 
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-klappe, f., ein name des fieber- oder bitterklees, menyanthes trifoliata: Pancovius 404; Chr. Fr. Reusz dict. bot. 480a; Schkuhr 1, 113; Holl 102a; (Schlesien) Pritzel-Jess. 237b. —
 
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-klee, m., name des geiszblatts, cytisus: Kramer teutsch-it. 2, 1449c; Ludwig teutsch-engl. 2588; Pomey 81; Campe 5, 860b; auch gleich -horn, trigonella foenum graecum: Pritzel-Jess. 410b; Prahn pflanzenn. 61. —
 
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-kopf, m., kopf einer ziege; als wappenzier: tzusschin den flogeln stunt eyn swartz tzigenkop W. Gerstenberg chron. 294 D.; das sie der Langobarden gtzen nicht opfern noch ihren geweiheten z. ... anbeten wolten C. Spangenberg mansfeld. chron. 59a; Lohenstein Ibrah. 2; Jean Paul w. 40/41, 23 H.; Oken allg. naturg. 7, 1101. —
 
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-kot, m.: wann ein mensch so gar verstopft ist, ... soll man z. nehmen, ... mit honig ssz machen und also eingeben Hohberg georg. 2, 304; usserlich mit z. zu einem pflaster gerieben, über den bruch gelegt, heilet sie (die zaunrübe) ... die wassersucht Zincke öc. lex. 3332. —
 
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-kötel, n., wie vorher: seghenkotele ruder (nd.) Diefenbach n. gl. 321b; Schwan n. dict. 2, 1103b; Kramer-Moerbeek 434b. —
 
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-kraut, n., geiszraute, galega officinalis: Adelung2 4, 1704; Hübner zeitgslex.31 4, 1018a; Campe 5, 860b;

[Bd. 31, Sp. 927]


gefleckter schierling, conium maculatum: Schlechtendal 1, 23; Holl 325b; Pritzel-Jess. 107b; cicuta z. Decimator thes.; wie der wein dem ziegerkraute sein gift benhme ..., also vertriebe sein genusz auch das gift der traurigkeit Lohenstein Arm. 2, 292b; giersch, geiszfusz, aegopodium podagraria: Holl 122a; Pritzel-Jess. 12b.
 
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ziegenlab, n., lab aus dem letzten magen der ziegen: Adelung2 4, 1704; Campe 5, 860b; s. auch kälberlab. —
 
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-lamm, n.: M. Mendelssohn ges. schr. 7, 286; Ritter erdk. 15, 999;

das ziegenlamm, das ihm zur seite hüpft,
ist sein vertrauter günstling
F. A. Krummacher kinderwelt 50;

die haut wird zu handschuh u. a. feinem leder verarbeitet: Krünitz 241, 214; Adelung bucht das wort nicht; Campe 5, 860b bietet es; in den maa. wenig beliebtes wort: Bauer-C. 106a; Hofmann niederhess. wb. 269a; s. zickel, zicklein. —

 

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