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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegenhainer bis ziegenkitzlein (Bd. 31, Sp. 925 bis 926)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -hainer, m., ursprünglich ein dornknüppel aus den zweigen des herlitzenstrauchs, auch kornelkirschbaum (cornus mas) genannt, vornehmlich beim dorf Ziegenhain bei Jena entnommen; vgl. Fr. L. Jahn bereicher. (1806) 63; nach Kluge studentenspr. 135b zuerst 1795 erwähnt; versehen mit derben ziegenhaynern Laukhard leb. 5, 51; von Jena an wohl alle anderen universitäten übernommen und nun der gewöhnliche studentenstock, dessen dickes ende man merkwürdigerweise nach unten trug, wie bei einer keule, seit 1813 nach Kluge 135b bezeugt; z. geben mit einem z. durchprügeln (1813) Kluge, auch ein verb. z-n im selben sinne ebda, vgl.: Philiester, jetzt sagge, was sie iest, odder ich ... ziegenheinre dich! G. A. v. Maltitz alt. stud. 50; reiche liter. belege: L. Wienbarg Menzel 4; ein vorsitzender dirigirte mit dem z. H. Laube ges. schr. 1, 58; Bettine Günderode 2, 116; ein z. von echtem hörlitzholz mit den eingeschnittenen namen der freunde Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 7, 53; Holtei erz. schr. 28, 57; Bauernfeld ges. schr. 7, 3; A. Pichler n. markst. 50. —
 
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-hären, adj., von ziegenhaaren: ziegenharene decken Ruysbroeck stiftshütte 30b; -härin zeug barracan Ludwig teutsch-engl. 2587; Klam. Schmidt bei Campe 5, 860b; einen ziegenhärnen seufzer flüstern A. v. Droste-Hülshoff br. 222 Card.
 
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-haupt, n.: ein z. genosz nach den dial. Gregors 3, 28 bei den Langobarden göttliche ehren: myth.4 1, 26; Scherer litg.7 14; Lexer 3, 1110; übersetzt das lat. aries: die mauer ... ward ... mit dem bock oder zygenhaupt zerstoszen Carbach Liv. 267b. —
 
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-haut, f.: zigenhiute Ottokar österr. reimchron. 7382 S.; egis schilt, der mit eyner ziehenhud ist bezogen Diefenbach gl. 197a; es sind ... die eltesten bcher ... auf pergamen oder geliederte schaf- und ziegenheute geschrieben Mathesius Sar. (1571) 104a; ziegen- oder geiszhaut zugericht, dasz man wein oder öl darin thue Hulsius (1618) 283a; aufgeblasen als flosz dienend: Lohenstein Arm. 1, 492b; eine tasche von z. Amaranthes frauenz.-lex. 275; zu weichen handschuhen verarbeitet: Holtei erz. schr. 35, 51; ballen thee, der in ziegenhute genht ist Ritter erdk. 3, 134; s.-fell; auf die magerkeit spielt an:

was hat der schneider für eine braut?
eine ausgestopfte ziegenhaut volkslied. 948 Mittler;

dazu ein adj.: eine ziegenhäutne kniehose Rosegger I 6, 379. —
 
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-herde, f.: dein har ist wie die ziegenherd, die beschoren sind auf dem berge Gilead hohel. 4, 1; Göthe 37, 304 W.; Steinbach 1, 738; Wieland Luc. 3, 265; Göthe 41, 1, 270 W.;

dort klingeln hell der ziegenheerde schellen
Salis ged. 93;

Hölderlin 2, 74 Litzm.; die öden gebirge des südens sind förmlich bedeckt mit z-n Brehm 3, 171 P.-L.
 
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-hirsch, m.: capricerva Oken allg. naturg. 7, 1353. —
 
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-hirt, m.: czygenhirte Claus Cranc prophet. 351 Zies.; caprarius Diefenbach gl. 98a; emoicus 202c; ermoncus 208b; aegonomus Calepinus XI ling. 44a; caprarius 196a; geisz- oder z. Golius 50; z. caprario Hulsius (1618) 282b; Stieler 815; u. a.; kh- und z-en Lohenstein Arm. 2, 152b; der z-e Melanthios J. H. Vosz Odyssee 317 B.; wenn im idyll bei Theokrit ziegen- und schafhirten im wechselgesange kämpfen H. Brunn kl. schr. 3, 174; es ist uns ohnmglich, uns etwas niedertrchtiges und grobes gefallen zu lassen, wenn es auch noch so griechisch besungen und noch so sehr im kostume der z-en wre Haller tageb. 1, 296; ein z. trieb an den strand des meeres; die ziegen kamen und kühlten sich ab Göthe 32, 16; IV 25, 59 W.;

nur selten hallte
ferneher der gesang des ziegenhirten
aus dem thal
Waiblinger ged. aus Ital. 1, 44 Gr.;

[Bd. 31, Sp. 926]


G. Keller ges. w. 10, 179; M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 1, 91; dazu -hirtin, f.: L. Richter lebenserinn. (1909) 262; Rosegger III 6, 19. —
 
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-holz, n., holz der kiefer, föhre, pinus silvestris, s. ziege II 2: Adelung2 4, 1702; Campe 5, 859a; Mothes baulex. 4, 509; irrig für die föhre selbst bei Hübner zeitgslex.31 4, 1018a; Holl 101a; Metzger pflanzenk. 284; Pritzel-Jess. 281b. —
 
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-horn, n., horn einer ziege; kopfschmuck der ziege: geweihe ohne absetze hinterwerts, als ziegenhrner gekrmmt A. Olearius pers. reisebeschr. 237; J. Prätorius Katzenveit J 3b; zur verkleidung maskierten personen aufgesetzt: G. Keller ges. w. 7, 171; übertr.: mit diesen ziegenhrnern knte die nase (Johann Naso) ... aller propheten und aposteln schrift verwerfen Nigrinus abdank d. antigratulation Joh. Nasen G 3b; vgl. Ecks aufforderung an Luther, er solle ... endlich eine klare antwort geben ohne hörner und mantel A. Hausrath Luthers leb.3 1, 439; wappenzier: (sie) fhren ... aufm helm ein z. Micrälius alt. Pommerland 6, 497; dient als trichter: geusz ihm (dem pferd) mit einem z. oder durch eine schrape ein J. Walther pferdez. 112; blasgeräth:

schwegel, klein flöt, platerspiel, sackpfeifen
mus man all durch fingerlöcher greifen,
zigenhörner, rüspfeif nicht vergessen,
denn sie werden dissen gleich gemessen
M. Agricola mus. instrum. 9;

der hornstoff wird, weil starken gestank erzeugend, zum räuchern benutzt: ziegenhaar und -hrner mit feuer angezndet, vertreibt die schlangen und den gift viehbüchl. (1667) 65; das z. und -haar brauchet man zum ruchern in pestzeiten, um die von der schweren noth oder mutterbeschwerung befallene dadurch zu ermuntern allg. haush.-lex. 3, 795; lex.: Stieler 776; Kramer teutschit. 2, 1449c; älterer name der pflanze siebengezeit, -zeiten, trigonella foenum graecum: Golius 380; Noel Chomel 4, 310; Schlechtendal 23, 199; Dietrich 1, 127; Holl 383b; Perger 1, 185. —
 
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-käse, m., käse aus ziegenmilch; in gebirgsgegenden geschätzte nahrung: Hübner zeitgslex.31 4, 1018a; sein geschmack wird von Amaranthes frauenz.-lex. 2159 gerühmt; in menge aus Sachsen in die mark Brandenburg eingeführt: haush.-lex. (1728) 1074; vgl.: ein schlachtordnung von ... ksen von ken, zigen, geysen Fischart Garg. 79 ndr.; caseus caprinus ein ziegenksz Orsäus 87; geyszksz, ziegenksz Zehner 330; z. Reyher p 3a; Stieler 910; setzte ihnen die meyermutter ... einen z., butter und frisch gebacken brot zur vesper fr J. Riemer mediz. maulaffe 117; Weisze kom. op. 2, 95; S. Geszner schr. 1, 99; Jean Paul w. 11/14, 429 H.; Göthe 44, 279 W.; es (das frühstück) bestand aus frischem, gebratenen z., milch, butter, honig Knebel lit. nachl. 3, 125; A. Stifter s. w. 1, 177. —
 
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-kitzlein, n., ziegenlamm: Lindenborn Diog. 1, 698. —

 

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