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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegengalle bis ziegenhären (Bd. 31, Sp. 924 bis 925)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -galle, f., diente als heimittel: mit der warmen z. wird das gesichte gelutert und geschrfet viehbüchl. (1667) 65; andere reiben den ort, den sie enthaaren wollen, ... mit z. Marperger haar- u. federhandel (1717) 69; Schiller 13, 101 G.
 
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-gefüszet für -füszig wagt Göthe: der z-e pausback 1, 307 W.
 
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-geisz, f., tautologisch: damula czigengeis aus einem obd. vocab. des 15. jahrh.s bei Diefenbach gl. 165b; campa 93b; zs. f. d. phil. 8, 331; zwo kluge z. Rollenhagen froschmeus. F f 3a; s. th. 4, 1, 2, 2799. —
 
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-gemecker, n.: Kramer teutsch-it. 2, 1449c; H. Heine 6, 97 E.
 
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-geschlecht, n.: das ... ziegen- und hexengeschlecht (gemeint sind die frauen) Lindenborn Diog. 1, 89; des wilden und zahmen z-es allg. haush.-lex. 3, 795; Immermann 2, 102 B.
 
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-gestalt, f.: indem er (der böse feind) sich ... in bocks- oder z. praesentiret J. Prätorius Blockesberg 566. —
 
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-gestank, m.: Kramer teutsch-it. 2, 1449c; Ludwig teutsch-engl. 2587.
 
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ziegenhaar, n., das haar von ziegen: z. und -hörner mit feuer angezündet, vertreibet die schlangen und den gift viehbüchl. (1667) 65;

pfundleder musz ihr nicht die lippen berziehen,
der leib nach ziegenhaar und zwiebeln ja nicht rchen
J. Chr. Männling poet. blumengart. 516;

als hebopfer 2. Mos. 25, 4; 35, 6; W. Linck evang. am erst. sonnt. d. fast. (1524) A 2a; Hulsius-Rav. (1616) 430b; Zehner nomencl. 239; Wiederhold 435b; Kramer teutsch-it. 2, 1449c; ein z. ist freilich nicht viel werth, daher: das so viel ist und auf sich hat, als ein ziegenhar ist Schupp schr. (1663) 414; dasz sie selbige (kunst) ... nicht einer bohne, nicht eines z-s whrt achten Zesen beschr. d. st. Amsterdam (1664) 286; und: sich umb ein z. oder umb etwas, das der rede nicht werth ist, zancken Corvinus fons latinit. (1646) 145; J. H. Benner 3 (1748) 72; sprw.: sie hadern um ein z. Düringsfeld 1, 346b; um so mehr aber viele, da sie sich zu allerhand dingen verarbeiten lassen, vgl. Zincke öc. lex. (1744) 3349; allg. haush.-lex. 3, 795; Meyers lex.7 12, 1774: gesponnen und zu teppichen geknüpft, vgl. die elf teppiche aus z. zur stiftshütte 2. Mos. 36, 14; die berühmten teppichwebereien aus dem schönsten z. Ritter erdk. 3, 604; zeuge: ein frühes zeugnis für kleidungsstücke aus z-en bei Gregor v. Tours hist. Franc. 9, 6; zeug von z. baracano Kramer teutsch-it. 2, 1449c; camelot zeug von z-en Kinderling reinigk. 160; Lohenstein Armin. 2, 408b; aus z-en verfertigtes hemd Zimmermann eins. 1, 249; Ritter erdk. 7, 217; Lueger lex. d. techn. 5, 403; strümpfe aus z-en M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 6, 218; filze: ohrenkappen aus z. Ratzel völkerk. 3, 228; (hüte) Karmarsch-H. techn. wb.3 4, 436; treibriemen: 9, 584; weiche bürsten: 2, 162; im bes. ist z. eine bezeichnung für die ... sogenannten ... falschen haare, welche in manchen schafwollen vorkommen 11, 308; endlich darf die haut des schafes (beim scheren) nicht verletzt werden, weil ... auf den narben grobe, sogenannte ziegen- oder hundehaare wachsen Schwerz ackerb. 852; zu perücken oder bärten verarbeitet: eine perücke ... aus z. Lichtenberg hogarth. kupferst. 3, 200; Zachariä poet. schr. 1, 200;

es wollt ein schneider hochzeit han ...
es war ein knab von achtzehn jahrn,
der hatt einen bart von ziegenhaarn volkslied. 948 Mittler;

ich hab ihm einen weiszen knebelbart von z-en umgebunden G. Freytag ges. w. 2, 10; vom haar des Silen: Silen ... mit ... zottigem weiszen z. und ziegenbart

[Bd. 31, Sp. 925]


Welcker alte denkm. 4, 38; zss.: -perücke, f.: Knigge Wildenburg 3, 161; -pinsel, m.: Prechtl techn. enc. 11, 134; -zelt, n.: Ritter erdk. 9, 217. —
 
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-haft, adj.: z-er name (der insel Caprara): Lindenborn Diog. 1, 680; in den ersten tagen meines z-en lebens Immermann 2, 71 B.
 
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-hainer, m., ursprünglich ein dornknüppel aus den zweigen des herlitzenstrauchs, auch kornelkirschbaum (cornus mas) genannt, vornehmlich beim dorf Ziegenhain bei Jena entnommen; vgl. Fr. L. Jahn bereicher. (1806) 63; nach Kluge studentenspr. 135b zuerst 1795 erwähnt; versehen mit derben ziegenhaynern Laukhard leb. 5, 51; von Jena an wohl alle anderen universitäten übernommen und nun der gewöhnliche studentenstock, dessen dickes ende man merkwürdigerweise nach unten trug, wie bei einer keule, seit 1813 nach Kluge 135b bezeugt; z. geben mit einem z. durchprügeln (1813) Kluge, auch ein verb. z-n im selben sinne ebda, vgl.: Philiester, jetzt sagge, was sie iest, odder ich ... ziegenheinre dich! G. A. v. Maltitz alt. stud. 50; reiche liter. belege: L. Wienbarg Menzel 4; ein vorsitzender dirigirte mit dem z. H. Laube ges. schr. 1, 58; Bettine Günderode 2, 116; ein z. von echtem hörlitzholz mit den eingeschnittenen namen der freunde Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 7, 53; Holtei erz. schr. 28, 57; Bauernfeld ges. schr. 7, 3; A. Pichler n. markst. 50. —
 
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-hären, adj., von ziegenhaaren: ziegenharene decken Ruysbroeck stiftshütte 30b; -härin zeug barracan Ludwig teutsch-engl. 2587; Klam. Schmidt bei Campe 5, 860b; einen ziegenhärnen seufzer flüstern A. v. Droste-Hülshoff br. 222 Card.

 

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