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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegenart bis ziegenbeinig (Bd. 31, Sp. 919 bis 921)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -art, f.: z. what is goatish Ludwig teutsch-engl. (1716) 2587; ziegenrasse: so unterhält man in Schweden die gute schaf- und z. durch frische spanische widder Reimarus natürl. relig. (1766) 413; unterart der ziege: Schwan n. dict. 2, 1103b; der steinbock ..., jene wilde z. Ritter erdk. 2, 1018; das seidenhaar dieser z. 16, 800; Oken allg. naturgesch. 7, 1321. —
 
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-artig, adj.: z. caprigenus Steinbach 1, 40; nach art der ziege: bei den z-en thieren Göthe II 8, 292 W.; das ... z-e geschöpf A. v. Humboldt ans. d. nat. 1, 120; der schwanz ist ... z. kurz Brehm 3, 334 P.-L.; ein leises meckern, z. (eines menschen) Gutzkow ritt. 1, 302; die oft harte und vordrückende, z-e stirne (der Engländer) Waiblinger Britten in Rom 28. —
 
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-auge, n., auge der ziege: l'œil de chèvre Schwan n. dict. 2, 1103b; dem auge der ziege ähnliches auge: die z-n in den einförmigen gesichtern der Perser G. Freytag bild.8 1, 50; augenfistel: so ist sich zu besorgen einer fistel und groszen schadens, von gelerten αἰγίλωψ, fistula lachrymalium angulorum, in gemein z. und werner genant Bartisch augendienst (1583) 165. —
 
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-balg, m., ziegenhaut: 4. Mos. 31, 20 Wenzelbibel.
 
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-bart, m., 1) bart einer ziege: a goat's beard Ludwig teutsch-engl. 2587; dieweil er sonst, wie seine redensart lautet, um einen z. (um ein nichts, vgl. DWB um des kaisers bart; s. auch ziegenhaar) gestritten haben wrde J. H. H. Benner Herrnh. 3 (1748) 163; (pommersch) Germ. 18, 22; als betheuerungsausdruck, fluch:

bocks ziegenbart heut diesen tag,
war eben disz auch meine frag
Gilhusius gramm. 67;

ebenso botz z. (schwäb.) C. Dieterich weish. 2, 721; wbb.: Adelung2 4, 1703; Campe 5, 860a; dim. -bärtlein noncolae, mamillae sub rostro caprarum pensiles Steinbach 1, 68. 2) der lange und spitze bart eines mannes, nach art des bartes einer ziege: einer . .., der einen grnen z. gehabt hette disc. v. d. kippern u. wippern B 2b; unser comptor were gutt zum maler, das ehr aus seinem z. pensel machte S. Grunau preusz. chron. 2, 454; auf den träger anspielend:

sein alter ziegenbart war reif genug zum grabe
Neukirch ged. 202;

gehren diese lange ziegenbrte euch zu, oder gehret ihr den brten zu? Holbergs dän. schaub. 4, 219; Lindenborn Diog. 1, 609; Wieland Lucian 2, 379; Göthe 4, 319 W.; polnische Juden mit dem z. Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 5, 261; allgemein; zägenpört langes kinn Hentrich Eichsfeld. ma. 3. 3) eine ganze mannsperson meinend, da bart in zss. wie knasterbart (s. th. 5, 1358), dummbart, brummbart schon wie ein suffix wirkt, nachdem vorher gewisz die bedeutung 2 gegolten hat; den übertragenen sinn verdeutlicht A. Corvinus: aruncus ... ziegenbarth ... arunci, populi, a genere barbae, die alle ihre brthe gezogen haben, wie ziegenbrt, oder streitbare

[Bd. 31, Sp. 920]


leute fons latinit. 83; streitbare oder besser streitlustige, streitsüchtige männer; so setzen spätere hss. für das ursprüngliche zugebart im Wolfdietrich B 2, 283 und züge- D 9, 154 als spöttische bezeichnung des alten Berchtung ('zieh-', 'zugbart', vgl. var. zock-) zige-, tzigenbart ein, was Uhland ged. (1898) 2, 149 erneuert; auf wüstes, wildes benehmen, aber innere feigheit zielend:

ei, du alter ziegenbaart,
du wüster hosenbruder bei
J. Bolte singspiele 152;

du wilder, wüster z., du alter hosenscheiszer Chr. Reuter Harl. hochz.-schmausz 51 ndr.; Fischart Garg. 411 ndr.; als wenn alle menschen sew und kh weren, die in der schrift nichts lesen noch verstnden, on er allein meister z. G. Nigrinus exam. d. ... büchl. Joh. Nasen (1571) A 1b, anspielend auf den gegner als schneider; öft.; Göthe 23, 303 W. 4) name verschiedener pflanzen, a) cinum, -y- cigenbart ahd. gloss. 3, 539, 39; 552, 14; ziegenpart, cigen-, cegen-, czygebart Diefenbach gl. 120c; etwa prunus insititia ziparte? vgl.-bärtchen Müller-Fr. 2, 703b, -lein Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 487 pflaumenart, ziegbertel, zibertlein kleine herbstpflaume Wirsung artzneyb. reg.; s. ziper, f.; b) aruncus bei den wb.-schreibern (B. Faber 84b; Zehner (1645) 239; Stieler 768; Steinbach 1, 68; u. a.) steht wohl für spiraea aruncus geiszbart, nach den hangenden weiszen blütenrispen: Ad. Martin pflanzennam. 15; anscheinend dasselbe ist spirillum czigen-, czegenbart Diefenbach gl. 547c; Corvinus 821; zs. f. d. phil. 8, 331; c) spiraea ulmaria, geiszbart, wiesenwedel, mähdesüsz: Holl wb. d. pflanzenn. 354a; Fechner volksth. pflanzenn. 23; A. Vosz wb. d. pflanzenn.3 453b; Pritzel-Jess. 387b; d) artemisia abrotanum, stabwurz: Reinwald henneb. id. 1, 207; Spiesz henneb. id. 289; e) anemone pratensis, kleiner z., nickende windblume: Nemnich polyglott. d. naturg. 1, 298; A. Vosz3 453b; f) weingärtneria (aira) canescens, graues silbergras: Frischbier 2, 492b; Pritzel-Jess. 450b; zäjenbōrt harte, dünne grasart Hofmann niederhess. wb. 269a; g) wohl für tragopogon bocksbart: weder dürrer dorn, noch schlechter z. E. M. Arndt 6, 129 R.-M.; h) agaricus cantharellus, pfifferling, rehling: Zincke öc. lex. (1744) 3355; allg. haush.-lex. 3, 797; Campe 5, 860a; Holl 93b; Pritzel-Jess. 454b; vielleicht dasselbe ist cyrillus czigenbart Diefenbach gl. 122c; i) hydnum coralloides z. Mappus hist. plant. alsat. (1742) 81; R. Löwe germ. pflanzenn. 76; j) clavaria coralloides, korallenkeulenschwamm: (Sachsen) Popowitsch vers. 276; Holl 191b; Pritzel-Jess. 458b; clavaria flava, gelbe bärentatze, z. Unger-Kh. 650b; clavaria crispa Muspratt chem. 6, 222 St.-K.; k) z. sparassis crispa, ein strunkschwamm: Fechner 3; A. Vosz wb. d. pflanzenn.3 419b; l) polyporus umbellatus, boletus ramosissimus, ästiger löcherschwamm: Holl 228b; Pritzel-Jess. 464b; m) lichen barbatus, gemeine haarflechte: vgl. allg. d. bibl. 13, 272; Holl 141a; Pritzel-Jess. 210b. — dim. -bärtlein, n., s. ob. 1. —
 
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-barteiche, f., quercus aegilops, vallonea, grosze stacheleiche, knoppereiche, auf dem Balkan und in Kleinasien beheimatet: Holl wb. d. pflanzenn. 80b; Metzger pflanzenk. 358; Lueger lex. d. techn. 1, 115; Meyers lex.7 3, 1255. —
 
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-bärtig, adj.: z-en philosophen E. Stapelius n. tragicom. B 6a; die z-en grammatiker Herder 1, 141 S.; Gutzkow ges. w. 9, 62. —
 
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-bauer, m., kleiner, nur ziegen haltender bauer: Felder sonderl. 2, 296; Hofmann niederhess. wb. 269a. —
 
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-baum, m., dim. -bäumchen, n., aegiphila martinicensis, dessen laub und reiser die ziegen gern fressen: Campe 5, 860a. —
 
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-bein, n., 1) bein, fusz einer ziege: mhd. Lexer 3, 1109; er forne ... ein paar rauhe z-e bindet Leipz. avant. 1, 105; Welcker alte denkm. 4, 27; die füsze (tragbarer altäre) haben ... häufig die form von z-en Mothes baulex. 1, 79; ein ziegenbeiniger, ein satir: Rädlein (1711) 1093a. 2) ein alter und verbreiteter name der kornblume, centaurea cyanus, nach der rauhheit des stengels; schon ahd. cigenbein iacea ahd. gloss. 3, 530, 7; Diefenbach gl. 311a; Pancovius (1673) 145; Adelung2

[Bd. 31, Sp. 921]


4, 1703; Campe 5, 860b; Popowitsch vers. 277; Schkuhr 3, 159; v. Perger 1, 226; Holl 107a; Hertel Thür. 264; (schles.) Pritzel-Jess. 87b; K. Gusinde ma. v. Schönwald (oberschles.) 207b; mitt. d. schles. ges. f. vke 16, 157; (Nordböhmen) Söhns pflanz.6 200; Frischbier preusz. wb. 2, 492b; ziejaben treibt a pauer vom biere hem Rother schles. sprw. 32b; cyanus montanus, berg- oder waldz. (1728 schwäb.) bei H. Fischer 6, 1194. —
 
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-beinig, adj., mit ziegenbeinen: H. Meyer gesch. d. bild. künste 3, 37; den z-en Pan H. Brunn kl. schr. 3, 161. —

 

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