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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegelstreichen bis ziegen (Bd. 31, Sp. 917 bis 919)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -streichen, n.: laterum confectio Steinbach 2, 744; z. heiszet so viel als aus leimen durch hlfe der formen ... ziegelsteine verfertigen Zincke öc. lex. (1744) 3355; lateres ducere Reyher thes. p 3a; Campe 5, 860a; ein leimichten und zehen schlam zum z. Mathesius Sarepta (1571) 57a; Triller poet. betracht. 4, 147; Hippel lebensl. 3, 1, 307; kunst des z-s Ritter erdk. 11, 830; das kneten ... des lehmes beim z. K. Bücher arb. u. rhythm.4 368. —
 
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-streicher, m.: z. ist ein ziegelarbeiter, der mauer-, dach- und andre ziegel

[Bd. 31, Sp. 918]


fertig und tchtig zu machen und zu streichen weisz Zincke öc. lex. (1744) 3355; laterarius z., ziegelbrenner Corvinus 462; imbricarius, laterarius Stieler 2197; Kramer teutsch-it. 2, 1450a; Steinbach 2, 745; Frisch 2, 473c; Adelung2 4, 1703 bezieht z. auf das glattstreichen der oberen seite der thonmasse in der form, läszt aber auch die bezeichnung der ganzen arbeit durch z. zu; Campe 5, 860a läszt nur die erste verrichtung gelten; beide sind das opfer grammatischer tüftelei, da z. seit langem schon den ziegler meint; belege: 18 m. ane 8 scot dem zigilstrichir (um 1400) Marienb. treszlerb. 6 Joach.; handelsrechn. d. deutsch. ord. 105 Sa.; wir sind des bapsts zigelstreicher Luther 16, 76 W.; B. Waldis Esopus 1, 116 Kurz;

der ziegelstreicher hier kocht im ofen voll rauch
zu ziegelen den staub
T. Hübner andere woche (1622) 2. tag, and. th., v. 151;

Th. Abbt verm. w. 6, 26; Goedeke grundrisz2 5, 540; z. ziegelmacher Blumer nordwestböhm. ma. 96b; in erinnerung an 2. Mos. 1, 14: vom elenden, geringen menschen spricht man, es ist ein gyptischer z. Treuer Däd. 1, 59; sonst ohne zusatz ausdruck eines gelegenheitsarbeiters niedrigster stufe, ja sogar: ziegel- und landstreicher kunden ohne profession, arbeitsscheue Ostwald rinnsteinspr. 170; Günther gaunerspr. 175; daher z-volk gemeines volk Müller-Fr. 2, 703b; im preuszischen heere spottname der infanterie: Wander sprichw.-lex. 5, 578; dazu -in, f.: zigilstricherynne Marienb. treszlerb. 320 Joach.; -ei, f., gleich -brennerei: in z-en Brehm 10, 163 P.-L.; anfertigung von ziegeln: Karmarsch-H.3 9, 376. —
 
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-stück, n., stück eines zerbrochenen ziegels: wäre der habich hertzschlächtig ... an dem auttem, so sol man ain ziegelstuck wol pulvern Mynsinger falk. 44 H.; dasz er den hertzog mit einem z. zu tode warf Aclurius glaciographia (1625) 174; die z-en Göthe IV 12, 21; III 1, 320 W.; gib ihnen z-e fr brot Lichtenberg hog. kupferst. 3, 110; Campe 5, 860a; deutsche sag. 1, 102; dasz auch dieses vordem mit wohnungen bedeckt gewesen sei, bezeugen die zahllosen z-e, welche der pflug aus dem boden wühlt Gaudy s. w. 5, 129; Holtei erz. schr. 6, 73; als unterlage unter einem kuchenblech beim backen: Martin-L. 2, 588a; dim. -chen: Ludwig teutsch-engl. 2587; Muspratt chem. 2, 1174 St.-K.; -lein: rüstung oder vermengter kalck mit sand oder z., davon man einen estrich oder abstrich schlegt B. Faber 700a; glende z. Bapst v. Rochlitz artzneib. 105. —
 
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-thee, m., chinesischer thee geringster sorte oder theeabfall in form von ziegelsteinen gepresst, gilt in der Mongolei als handelsmünze: v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 752; Schedel waarenlex. 2, 588; Ritter erdk. 2, 420; Ratzel völkerk. 2, 762; Sven Hedin abent. in Tibet16 73; syn. backsteinthee. —
 
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-thon, m., für die ziegelbereitung geeigneter thon: terra lateraria z. Corvinus 462; allg. d. bibl. anh. zu 58/86, 677; tpfer- oder z. Thaer rat. landw. 2, 76; Sprengel chem. f. landw. 1, 128; Muspratt chem. 8, 326 St.-K.; Lueger lex. d. techn. 7, 989; u. a.
 
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-trümmer, plur.: s. -tasche, ob.; Neiner tändlmarckt (1734) 151; auf den z-n dieses ... tempels Ritter erdk. 5. 216. —
 
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-wagen, m., wagen zum überführen der ziegel in den trocken- und ofenraum: Kerl thonwaar. 762; Muspratt chem. 8, 693 St.-K.; Nestroy ges. w. 4, 187; H. Fischer 6, 1178. —
 
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-wand, f., wand, mauer aus ziegelsteinen: die mauwr war an vielen orten ausz leim und hurden, wie sonst ein z. gemacht Halverius warh. beschreib. (1570) 237; bey der mauren der htten sollen zwo ziegelwnde aufgericht werden Bech Agricolas bergwerkb. 479; paries lateritius nomencl. lat.-germ. (1634) 450; gleichwie die ziegelwnde in den gieszfen gantz feurig erscheinen Er. Francisci eröffn. lusthaus (1676) 757; Stieler 2430; Kramer teutsch-it. 2, 1247c; Rosegger II 12, 271; lux. wb. 504b. —
 
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-weise, adv., wie dachziegel gesetzt, angeordnet: von denselbigen (affen) meldet Plinius, dasz sie ... ziegelweis gesetzte ngel haben J. B. Porta physiogn. (1601) 397; die kelche (der sumpfdistel) sind dicht z. geschuppt Krünitz 178, 404. —
 
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-werk, n., 1) ziegelbrennerei, ziegelei: wo ... die

[Bd. 31, Sp. 919]


zigelschauer sehen, das ... die zigler dem zigelwerck abprechen und kleiner machen Tucher baumeisterb. d. st. Nürnb. 96 L.; braunschw. urkb. 1, 93; K. Braun Wisbyfahrt 79; Stürenburg 280b; ten Doornkaat-Koolman 3, 407b; auch arbeit des ziegelbrennens: J. Pomarius postill. (1590) 2, 16b. 2) mauerwerk aus ziegeln: eins (ein portal) von emaillirtem ... und azurblauem z. Ritter erdk. 8, 297; G. Freytag ges. w. 17, 271; Campe 5, 860a. 3) unrein gepochter zwitter: bergm. wb. (1778) 617; Adelung2 4, 1703; Campe; Mothes baulex. 4, 509; was gar unrein ist, heist zegelwerck, wird gesamlet und wider auf die zwitter in den rstgruben gesetzt Mathesius Sarepta (1571) 100a.
 
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ziegen, adj., von der ziege: czigen vel czigein caprinus (1394 rheinfränk.) Diefenbach gl. 98b; milch zigîn (md.) Lexer 3, 1110; cigin vleisch machit bose unde svartz blut Bresl. arzneib. 16; einen zigenen kese 117; ein z. oder schweinen haut Hulsius (1618) 2, 286a; auch ziegenen: man sol nemen zigenin milich buch v. gut. speise 2 lit. ver.; und ziegern: do machte man in einen canonicen des münsters zu Rome und satzte im ein bunten ht uf mit zigernen hornern E. Windeck denkw. 343 A.

 

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