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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegelschlag bis ziegelstreicher (Bd. 31, Sp. 915 bis 917)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -schlag, m., ziegelei: Unger-Kh. 647b; L. Richter lebenserinn. (1909) 25; gehen wir zusammen in die arbeit, in den z. M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 5, 98; herstellung von ziegeln: die wenig plastischen ..., selbst zum z. kaum geeigneten abarten (der thone) Karmarsch-H.3 9, 234; davon -schläger, m., ziegler, arbeiter in einer ziegelhütte: Schiller-L. 4, 517b; Voigtel wb. 3, 696b; M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 5, 3; Rosegger wildl. 346; arbeiter, der die erde zu den ziegeln schlägt und zubereitet: Adelung2 4, 1703. —
 
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-schuppen, m., scheune zum trocknen der ziegel: Schwan n. dict. 2, 1104a; M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 5, 118; -o- Noel Chomel 8, 964; Adelung2 4, 1703; -o-, -u- Campe 5, 860a. —
 
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-schutt, m.: Rode Vitruv 2, 97; z. auf den straszen (nach einem erdbeben) Rosegger III 5,

[Bd. 31, Sp. 916]


349. —
 
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-sparren, m., die tragehölzer der latten, wegen der schweren last die stärkste sparrenart, daneben gibt es mittel- und strohsparren: Zincke öc. lex. (1744) 1215; allg. haush.-lex. 1, 94a; Adelung2 4, 1703; auch bezeichnung der zu z. geeigneten stangen: wellen ..., z., rhrholz Döbel jäg.-pract. 3, 39; es sind stangen von 30 bis 35 ellen länge und 13 oder 13 zoll stärke: Behlen forstk. 6, 532; Moser forstarchiv 13, 90; Mothes baulex. 1, 301. —
 
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-stadel, m., gleich -hütte: (Augsb.) chron. d. st. 4, 222; 5, 272; 278; belege seit 1323 bei H. Fischer 6, 1178; ein z., welcher die ... orte mit rothem zeuge, nemlich ziegeln, blatten, steinen ... versiehet deutsch. mus. 1781, 2, 542; wa ... ziegelstädel seind, werden sie (die häuser) gedeckt mit gebrandten blatten A. Diether Cortessi hist. (1550) 2, 2a; G. Maier hist. lustgart. (1625) 1, 362; österr. weisth. 6, 197 (cit. unt. -meister); Zingerle inv. 92; Schmeller-Fr. 2, 732; 1096; im engeren sinne das gebäude zum trocknen der ziegel: Hohberg georg. cur. 1, 22; Schöpf tirol. id. 696; beide bedeutungen bietet Unger-Kh. 650b. —
 
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-staub, m., gleich -mehl: man machet ihn (den kitt) ausz griechischem pech, dannenhartz und z. H. Frölich offenb. d. nat. (1591) 481; B. Faber thes. 727a; J. B. Mencken zwei red. (1716) 10; gleich -schutt: Ritter erdk. 6, 1187.
 
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ziegelstein, m., backstein aus thon oder lehm: later Diefenbach gl. 320a; n. gl. 229a; Diefenbach-W. 913; Lexer 3, 1103; Schmeller-Fr. 2, 1096; Martin-L. 2, 601a; H. Fischer 6, 1178; later Calepinus XI ling. 796b; z. mattone Hulsius (1618) 282b, aber auch embrice, coppo ò tegola 2, 138a; ebenso mauer- und dachziegel bei Kramer teutsch-it. 2, 1450; 949c; Frisch 2, 473c; andere lex. nennen nur den mauerstein z.: Orsäus nomencl. 187; Garth 444b; Stieler 2140; Ludwig teutsch-engl. 2587; Steinbach 2, 694; vgl.murteghelsteyn Schiller-L. 4, 518a; der nomencl. lat.-germ. (1634) scheidet tegula ein ziegel von later ein z. 445; so auch Adelung2 4, 1703, während Campe 5, 860a nur den unterschied zu bruch-, feld-, lehmsteinen hervorhebt; in der landschaftlichen umgangssprache ist die unterscheidung von ziegel als dachund z. als mauer-, pflaster-, baustein verbreitet: Ch. Schmidt Straszb. 120b; Follmann 558a; Meisinger 211b; Rovenhagen 166b; 133a; Woeste-N. 267a; Mi 93a; Danneil 222b; in der bedeutung dachziegel lit. selten: du wart es (das schlosz) mit czigelsteynen gedecket Wigand Gerstenberg chron. 93 D.; Kirchhof wendunm. 2, 29 Ö.; da fleucht der storch ... von dem dache und berhret mit seinen fliegeln ... das dach, also dasz ein z. herunterfllet J. Prätorius winterflucht 126; glückstopf 123; sonst der mauerstein, in der regel auch, wenn zu brocken zerstoszen und zur gewinnung des ziegelöls und salben gebraucht: nim ein gantz alten roten z., den zerschlag in stücklein, ungefehr einer nusz grosz, die mach glühend, wirf ein stücklein nach dem andern in alt baumöl, darinn lasz, bisz sie das l wol in sich gesoffen haben Wirsung artzneyb. 110d; s.-öl; Gersdorf wundarznei 43b; Braunschweig chirurg. 114b; von bomolie und geklopften z-en eine salbe machen Chr. Reuter Schelm. 96 ndr.; zerstoszen und mit eidotter geschlagen als färbmittel des weins: Marperger küch.-dict. 1295a; heisze dämpfe durch benetzen glühender z-e mit essig: Seutter hippiatr. 105; mit gestoszenen klettenwurzeln: Hohberg georg. cur. 1, 267; mit wein als schwitzbad für den schenkel: v. Fleming sold. 337a; ferner: den bauch mag man mit warmen z-en erwrmen Ryff confectb. 176a; mauerstein zum bau von häusern u. a. gebäuden: zigelsteine sind gefallen, aber wir wollens mit werckstcken widerbauen Jes. 9, 10; martern uns mit dem zigelsteinstreichen Luther 16, 76 W.; vgl.: gemartert mit dem zigelstreichen 22;

die (stadtmauer von Babylon) wart erbauet aus ziegelstein
H. Sachs 16, 197 G.;

aufrichten ein pyramiden
ins freye feld von ziegelstein
W. Spangenberg ausgew. dicht. 86;

Harsdörfer secret. 2, 169; Augustus rhmete sich zu Rom, er htte eine stadt von z-en gefunden, aber er

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wrde sie von lauterm marmel verlassen Chr. Weise polit. redn. 478; v. Fleming sold. 398; gszchen, welche ... mehrentheils aus back- oder z-en gebauet sind J. J. Chr. Bode Tristr. Schandy 7, 18; ein ... gebude von z-en Hirschfeld gartenk. 4, 207; übergebrannte z-e vom Rhein Göthe III 7, 40 W.; Laube ges. schr. 5, 107; baustoff für öfen: so kan man einen probirofen von z-en ... zusammensetzen Ercker miner. ertzt 5b; als baumaterial für ziegelöfen sind ... z-e die geeignetsten Muspratt chem. 8, 719 St.-K.; als pflaster: es (das familienzimmer) war mit z-en gepflastert Göthe 33, 108 W.; die ausgetretnen z-e des fuszbodens Gaudy s. w. 2, 84; s. auch A. a s. Clara Judas 1, 67; dient als schreibtafel: Ezechielis am 4. cap. (v. 1) schreibet auch der prophet auf ein zigelstein (Luther ziegel) Mathesius Sar. (1571) 103a; ungebrannt: later crudus ungebrannter z. Zehner nomencl. 399; sie (die Perser) bauen blos mit an der sonne getrockneten z-en allg. d. bibl. anh. zu 25/36, 3409; Ritter erdk. 1, 634; fachlich als luftziegel bezeichnet; die roth farb ..., die man zu Antorf in den neuen ziegelstainen find, läszt sich A. Dürer schicken: tageb. 61; bezeichnet im vergleich die farbe eines gerötheten antlitzes: die tante, die mir aufmachte, ward roth wie ein z. Thümmel reise 5, 46; Jer. Gotthelf ges. schr. 21, 28; sprw. und redensarten:

wann die ziegelstein wern duplirt,
alsdann Moses bald kommen wird (zu 2. Mos. 1, 14)
Dieterich weisheit 1, 247;

der wescht den ziegelstein zu degen,
der ht ein unzchtig weib in allen wegen
Petri d. Teutsch. weiszh. P 4b;

dem z. die rth abwaschen Körte sprw. 512; er hat einen heiszen z. im magen er hat immer durst Wander 5, 578; in der heraldik bezeichnet schindel oder z. eine länglich-viereckige figur Trier wapenk. 170; s. ziegel 2 e; vgl.: gab ihnen Carolus fünf rothe mauerz-e im glden felde auch zum schilde Ammersbach churbrand. chron. 59; dim. -chen: deutsche sag. 1, 40; -lein: Zehner 399. — in zss.: -boden, m.: Scheffel ges. w. 1, 119; -braun, adj.: K. Fr. Cramer Neseggab 2, 70; -brenner, m.: Hebbel II 2, 125 W.; -brocken, m.: Stöckhardt chem. feldpred. 1, 161; -farbe, f.: Gutzkow zauber. 4, 177; -form, f.: Ritter erdk. 3, 253; -gebäude, f.: 2, 572; -masse, f.: 17, 1656; -mauer, f.: Muspratt chem. 3, 1844 St.-K.; Sven Hedin Bagdad 274; -mehl, n.: v. Fleming sold. 367a; gugelkopf ..., mit z. gebräunet Jean Paul 38, 12 H.; -öl, n., gleich ziegelöl: Paracelsus chirurg. büch. (1618) 765c Hus.; N. Frischlin (1586) 135a; etliche mischen unter dieses schmaltz ein weich ziegelsteinhl Bapst v. Rochlitz artzneib. 80; oleum philosophorum Stieler 1381; Kramer teutsch-it. 2, 1450a; Ludwig teutsch-engl. 2587; einzelne flecken (grind) bestreicht man mit z. Krünitz 20, 60; Karmarsch-H. techn. wb.3 6, 647; mohnöl H. Fischer 6, 1178; -pflaster, n.: Lueger lex. d. techn. 5, 33; -stück, n.: Helfft wb. d. landbauk. 150. —
 
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-steinen, adj.: z-e ... brck G. Forberger warh. beschreib. (1570) 353; ausz dem z-en thurn Wurstisen Ämil. hist. 1, 342; ein z. grab Nigrinus papist. inquis. 692; häufiger -steinern: ein ... z-e tafel Mathesius Sarepta (1571) 163b; ein ... z. thurn H. Kornmann mons Veneris (1614) 13; ein z-e brck M. Zeiller itiner. Ital. (1640) 127a; mit ... z-er mauer Harant christl. Ulyss. (1678) 524; z. lateritius Steinbach 2, 694.
 
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ziegelstempel, m., namenstempel auf ziegelsteinen: Schönermark-Stüber hochbaulex. 73; seinen (Nebukadnezars) namen nennen millionen z. Sven Hedin Bagdad 250; Otte 271. —
 
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-streichen, n.: laterum confectio Steinbach 2, 744; z. heiszet so viel als aus leimen durch hlfe der formen ... ziegelsteine verfertigen Zincke öc. lex. (1744) 3355; lateres ducere Reyher thes. p 3a; Campe 5, 860a; ein leimichten und zehen schlam zum z. Mathesius Sarepta (1571) 57a; Triller poet. betracht. 4, 147; Hippel lebensl. 3, 1, 307; kunst des z-s Ritter erdk. 11, 830; das kneten ... des lehmes beim z. K. Bücher arb. u. rhythm.4 368. —
 
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-streicher, m.: z. ist ein ziegelarbeiter, der mauer-, dach- und andre ziegel

[Bd. 31, Sp. 918]


fertig und tchtig zu machen und zu streichen weisz Zincke öc. lex. (1744) 3355; laterarius z., ziegelbrenner Corvinus 462; imbricarius, laterarius Stieler 2197; Kramer teutsch-it. 2, 1450a; Steinbach 2, 745; Frisch 2, 473c; Adelung2 4, 1703 bezieht z. auf das glattstreichen der oberen seite der thonmasse in der form, läszt aber auch die bezeichnung der ganzen arbeit durch z. zu; Campe 5, 860a läszt nur die erste verrichtung gelten; beide sind das opfer grammatischer tüftelei, da z. seit langem schon den ziegler meint; belege: 18 m. ane 8 scot dem zigilstrichir (um 1400) Marienb. treszlerb. 6 Joach.; handelsrechn. d. deutsch. ord. 105 Sa.; wir sind des bapsts zigelstreicher Luther 16, 76 W.; B. Waldis Esopus 1, 116 Kurz;

der ziegelstreicher hier kocht im ofen voll rauch
zu ziegelen den staub
T. Hübner andere woche (1622) 2. tag, and. th., v. 151;

Th. Abbt verm. w. 6, 26; Goedeke grundrisz2 5, 540; z. ziegelmacher Blumer nordwestböhm. ma. 96b; in erinnerung an 2. Mos. 1, 14: vom elenden, geringen menschen spricht man, es ist ein gyptischer z. Treuer Däd. 1, 59; sonst ohne zusatz ausdruck eines gelegenheitsarbeiters niedrigster stufe, ja sogar: ziegel- und landstreicher kunden ohne profession, arbeitsscheue Ostwald rinnsteinspr. 170; Günther gaunerspr. 175; daher z-volk gemeines volk Müller-Fr. 2, 703b; im preuszischen heere spottname der infanterie: Wander sprichw.-lex. 5, 578; dazu -in, f.: zigilstricherynne Marienb. treszlerb. 320 Joach.; -ei, f., gleich -brennerei: in z-en Brehm 10, 163 P.-L.; anfertigung von ziegeln: Karmarsch-H.3 9, 376. —

 

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