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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegelofen bis ziegelscheune (Bd. 31, Sp. 913 bis 915)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ziegelofen, m., 1) ofen, in welchem ziegelsteine oder dach- u. a. ziegel gebrannt werden: die ältesten zeugnisse s. sp. 904; Lexer 3, 1102; (1428) codex diplom. Lusatiae super. 1, 531; aber das volck drinnen fret er eraus und legt sie unter eisern segen und zacken und eisern keile und verbrand sie in zigelöfen 2. Sam. 12, 31; Luther 28, 753 W.; acta publ. d. schles. stände 8, 279 (cit. unt. ziegel 2 a); Paracelsus op. (1616) 1, 600a; s. ob. -holz; Sebiz feldbau 34; Ercker miner. ertzt 6a; Thurneyszer alchym. 51;

(der himmel) zeigt sein inner theil in lauter glantz und flammen,
wie wann man sonst in kalck- und ziegelofen sieht
S. Dach 623 Ö.;

was man fr holtz zum gebue, hausnothdurft, ziegel- und kalchfen darf verordnen Hohberg georg. cur. 1, 130; (1693) v. Lori baier. bergrecht 523; fornax lateraria Stieler

[Bd. 31, Sp. 914]


1383; Kramer teutsch-it. 2, 1450a; v. Fleming teutsch. jäger 50; Steinbach 2, 152; Frisch 2, 473c; allg. haush.-lex. 3, 796; allg. d. bibl. anh. zu 53/86, 675; Helfft wb. d. landbauk. 419; Schwerz ackerb. 258; Martin-L. 2, 894b; auch gleich -brennerei, ziegelei: Adelung2 4, 1703; Campe 5, 860a. 2) aus ziegeln gesetzter stubenofen: Schupp schr. (1663) 119; J. Prätorius glückstopf 92; (die chines. häuser) mit ziegelfen Ritter erdk. 3, 202; Bog. Goltz jugendleb. 3, 338. —
 
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-öl, n., 1) ein älteres mittel zum einreiben gegen gicht, podagra, rücken-, knieschmerz usw., hergestellt wurde es, indem man glühend gemachte ziegelsteinbrocken in altes baumöl warf und danach die vollgesogenen stücke pulverte und destillierte; man nannte es oleum philosophorum: Wirsung artzneyb. (1588) 110b; 110d (cit. unt. -stein); Blancard arzneiw. wb. 2, 247b; Unger-Kh. 650b; Adelung2 4, 1703; Paracelsus chirurg. büch. (1618) 26b Hus.; Schmeller-Fr. 2, 1096; vielfach in recepten: Hohberg georg. cur. 2, 190; Döbel jägerpract. 2, 112; v. Fleming jäg. 196; später verwendete man ziegelmehl anstatt der brocken: Zincke öc. lex. (1744) 3353; allg. haush.-lex. 3, 796; Campe 5, 860a; s. -steinöl; auffällige bedeutungsangabe mohnöl bei H. Fischer 6, 1177. 2) z. steen-, aardoli Kramer-Moerbeek 434b; das kreosotöl, welches unter dem namen z. zum ausstreichen der ziegelformen dient: Muspratt chem. 8, 61 St.-K.
 
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-pflaster, n.: allg. d. bibl. anh. zu 53/86, 2064; Muspratt chem. 4, 593; Mothes baulex. 4, 508; Rosegger II 4, 139. —
 
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-platte, f., ziegelstein zum pflastern: Mothes baulex. 4, 508; der kleine ... hof ... war ... mit quadratischen z-n gepflastert Sven Hedin Bagdad 161; als wandbekleidung: (der thurm) war ... mit backsteinen oder z-n bekleidet Ritter erdk. 9, 492; sie (die mauern) sind ... aus ... granitsteinen ..., die mit z-n abwechseln, mosaikartig aufgeführt fürst Pückler Semilasso 2, 299; dachziegel: seine giebelwände mit ... z-n ... decken Krünitz 18, 401; Steub wander. im bayr. geb. 148. —
 
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-pulver, n., gleich -mehl: dasselbig glasz mit z. vermischt ... gibt die besten paviment Paracelsus op. (1616) 1, 1025c Hus.; Sebiz feldb. 446; Bech Agricolas bergwerkb. 374; das wachs mit z. oder aschen vermischet Hohberg georg. cur. 2, 403; man tränkt z. mit baumöl Just. Liebig hdb. d. chem. 985. —
 
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-rohbau, m., bauweise in unverputzten ziegeln: Schönermark-Stüber hochbaulex. 928; Mothes baulex. 4, 508; Karmarsch-H. techn. wb.3 11, 308; wozu verblendsteine verwendet werden: Kerl thonwaar. 756; Treitschke hist. aufs.5 2, 45; plur. -bauten: W. v. Polenz Grabenhäg. 2, 131. —
 
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-roth, adj., gleich -farb: z., lateritius, ein mattes, aber helles roth, was aus rosenroth durch pfirsichroth mit geringer beimischung von ockergelb entsteht und eine sehr angenehme farbe der blüthe ist Behlen forst- u. jagdk. 6, 532; Lexer 3, 1102; helvus ... faal, bleichroth, z., knigsfarb Corvinus 409; Schottel haubtspr. 82; Wiederhold 435b; urin ... z. Paracelsus op. (1616) 1, 764c Hus.; der z-e mund polit. grillenfäng. (1682) 113; sie sah ganz erbost aus und z. im gesicht Eichendorf s. w. 3, 23; ganz athemlos und z. von raschem laufe Jer. Gotthelf ges. schr. 9, 97; z. vor zorn E. v. Handel-Mazzetti Jesse 2, 223; die ... z-e ... blumen Treuer Däd. 1, 205; der bauch ... z. v. Göchhausen notab. ven. 92; blattkäfer mit ... z-en flügeldecken Roszmäszler wald 444; aufschläge (des rockes) von z-er farbe Bäuerle kom. theat. 5, 81; z-er thon allg. d. bibl. anh. zu 53/86, 681; H. Fischer 6, 1177; schweiz. id. 6, 1770; z-er wein nach der farbe der trauben: Adelung2 4, 1703; Campe 5, 860a; davon -röthlich: Zincke öc. lex. (1744) 746; Bresl. samml. v. natur- u. medic. gesch. (1718) 3, 576; Stifter s. w. 14, 225. —
 
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-schau, f., behördliche schau der ziegel: Birlinger augsb. wb. 392a; vgl. 190b; H. Fischer 6, 1178; ausführlich schweiz. id. 8, 1599; davon -schauer, m.: (Nürnb.) chron. d. st. 11, 820; Tucher baumeisterb. d. st. Nürnb. 96 L. (cit. unt. -werk 1). —
 
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-scherbe, f., 1) scherbe eines ziegels: laterculus Calepinus XI ling. 796b; da funden wir ... im felde herum z-n, krg und hfenscherben F. Fabri eig. beschreib. (1557) 124, vielleicht zu 2; mach z-n heisz

[Bd. 31, Sp. 915]


J. Behm artzneib. 103; ich will dir mit dieser z. den schdel einschlagen Wieland Luc. 2, 419; ein bekanntes spiel ... ist das ricochettiren mit ... z-n Vieth leibesüb. 2, 482; backsteintrmmer, ziegel- und terracottascherben Ritter erdk. 8, 449; E. Th. A. Hoffmann 10, 179 Gr.; reichliche belege im schweiz. id. 8, 1234; als zeugen (s. zeuge II 2 c): ist zuo wüssen, das des zuo gezügen zuo iedem oberüerten marchstein dry ziegelschärben sind gelegt worden (1553) 1235; vgl. G. Keller ges. w. 8, 38. 2) scherbe eines thongefäszes (s. ziegel 3): wenn ein habicht bezaubert ist. nimm den schwamm von einem mirtenbaum, weirauch, asphaltum, stechpalmen, legs in ein z-n und beräuchere einen jeden raubvogel damit, so man zum waidwerk braucht schweiz. id. 6, 99; Germ. 22, 264; vgl. Heuszlin Gesners vogelb. (1557) 137a; einen ziegelscherb voller menschenkot schweiz. id. 7, 1232. 3) -scherb, m., name des teufelsbuhlen Martin-L. 2, 432a. —
 
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-scheuer, f., gleich -hütte, -ofen ziegelei: Lexer 3, 1102; belege von 1346 ab schweiz. id. 8, 1222; Martin-L. 2, 431b; vgl. Follmann 558a; B. Faber Saxonia (1563) 292a; es seind dem probst die malmühln, item die ziegelscheuren ... angehrig B. Hertzog chron. Als. (1592) 10, 178. —
 
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-scheune, f., wie -scheuer, eine anlage zum anfertigen und brennen von ziegeln: 10 m. eyme zimmermanne, der eyne zigilschune buwen sall, uf rechen gegeben (um 1400) Marienb. treszlerb. 4 Joach.; handelsrechn. d. deutsch. ord. 188 Sa.; B. Waldis Esop 1, 284 Kurz; wie die Israeliten in Egypten, in den z-n, in koth, drecke und unflath arbeiten muszten J. Pomarius postilla (1590) 1, 411a; urk. d. st. Freiberg (Sachs.) 3, 261; lapides (zu den kirchen) sind die menschen, ... werden gebrandt in der z-n und brennofen des creutzes S. Artomedes erkl. d. catech. (1605) 273; soll der kalck und die gebackenen steine ... ausz der nechsten kalck- und ziegelscheine gefolget werden A. Freitag archit. mil. (1631) 58; G. Gengenbach beschr. d. st. Magdeb. (1698) 35; sumpf ... heiszet bey denen ziegelstreichern ein weites ... loch ... bey einer z., dessen boden und wnde mit pfosten ... beleget sind, damit er wasser halte Zincke öc. lex. (1744) 2857; Frisch 2, 473c; Lessing 18, 422 M.; H. v. Kleist 3, 172 E. Schm.; Holtei erz. schr. 14, 9; L. v. François Reckenb. 1, 57; in encyclopäd. werken des 18. und 19. jahrh.s nur die trockenscheune: allg. haush.-lex. 3, 796; Noel Chomel 8, 2411; Krünitz 241, 212; Helfft wb. d. landbauk. 419. —

 

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