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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegelmeister bis ziegelroth (Bd. 31, Sp. 913 bis 914)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -meister, m., in älterer sprache der die aufsicht über die städtischen ziegeleien führende bürger, meist ein rathsherr, s. -herr: item solle ... unter der burgerschaft ain tauglicher pau- und zieglmaister gehalten und zwai jahr zu verbleiben ... erwölt werden, welcher auf den zieglstadl die obsicht habe, welcher ihme embsigist obgelegen sein lassen solle, das die burgerschaft mit mauer- und tachziegl jederzeit versehen ist (17. jahrh. steiermärk.) österr. weisth. 6, 197; Unger-Kh. 650b; teghelmester (um 1257) Hel. Brockmüller Rostock. personennam. 124; deme czigelmeister vor der alden stadt handelsrechn. d. deutsch. ord. 113 S.; (Augsb. 1285) H. Fischer 6, 1177; Lexer 3, 1102; (1298) mon. boica 11, 374; in neuerer zeit der technische leiter einer privaten ziegelei: Krünitz 241, 255; Bismarck br. an s. braut 64; handwb. d. staatswiss.2 7, 205; Deiter ma. v. Hastenbeck nachtr. 65; Schambach 228a.
 
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ziegeln, adj., aus ziegeln, ahd. ziegalîn, ziegilîn, zigelîn gloss. 1, 633, 49—51; 637, 11; mhd. ziegelîn: Lexer 3, 1102; die zieglein kirchen (1452) Schmeller-Fr. 2, 1096; latericius zigeln, zegelin Diefenbach gl. 320a; laternius zieglein n. gl. 229a; lateritius zieglin, von zieglen gemacht Frisius 757b; Maaler 521a; Calepinus XI ling. 796b; alles tachwerck so zieglin ist H. Geszler briefformular (1498) d 3a; die zieglene saal durch rgendswetter verstret wurde M. Pegius geburtsstundenb. (1570) Vv 5b; (kaiser Augustus,) so Rom ziegelen gefunden, aber mermelen ... gelassen Hennenberger preusz. landtaf. 212; Lohenstein Armin. 2, 963b; Campe 5, 859b.
 
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ziegeln, verb.: tegeln ziegel streichen, dat land uttegeln die ziegelerde aus einem stück landes holen brem. wb. 5, 44; Frederking Hahlen 32; Böger Schwalenberg. ma. 166; zigele Hönig 208a; zieglen ziegel machen Maaler 521a; Hulsius-Rav. (1616) 431a; zigle ein dach mit ziegeln decken Meisinger 211b; Campe 5, 859b. —
 
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ziegeln, verb., aufziehen, erzeugen, züchten, häufig belegte schreibform von zügeln II 3 (th. 16, 416).
 
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ziegelofen, m., 1) ofen, in welchem ziegelsteine oder dach- u. a. ziegel gebrannt werden: die ältesten zeugnisse s. sp. 904; Lexer 3, 1102; (1428) codex diplom. Lusatiae super. 1, 531; aber das volck drinnen fret er eraus und legt sie unter eisern segen und zacken und eisern keile und verbrand sie in zigelöfen 2. Sam. 12, 31; Luther 28, 753 W.; acta publ. d. schles. stände 8, 279 (cit. unt. ziegel 2 a); Paracelsus op. (1616) 1, 600a; s. ob. -holz; Sebiz feldbau 34; Ercker miner. ertzt 6a; Thurneyszer alchym. 51;

(der himmel) zeigt sein inner theil in lauter glantz und flammen,
wie wann man sonst in kalck- und ziegelofen sieht
S. Dach 623 Ö.;

was man fr holtz zum gebue, hausnothdurft, ziegel- und kalchfen darf verordnen Hohberg georg. cur. 1, 130; (1693) v. Lori baier. bergrecht 523; fornax lateraria Stieler

[Bd. 31, Sp. 914]


1383; Kramer teutsch-it. 2, 1450a; v. Fleming teutsch. jäger 50; Steinbach 2, 152; Frisch 2, 473c; allg. haush.-lex. 3, 796; allg. d. bibl. anh. zu 53/86, 675; Helfft wb. d. landbauk. 419; Schwerz ackerb. 258; Martin-L. 2, 894b; auch gleich -brennerei, ziegelei: Adelung2 4, 1703; Campe 5, 860a. 2) aus ziegeln gesetzter stubenofen: Schupp schr. (1663) 119; J. Prätorius glückstopf 92; (die chines. häuser) mit ziegelfen Ritter erdk. 3, 202; Bog. Goltz jugendleb. 3, 338. —
 
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-öl, n., 1) ein älteres mittel zum einreiben gegen gicht, podagra, rücken-, knieschmerz usw., hergestellt wurde es, indem man glühend gemachte ziegelsteinbrocken in altes baumöl warf und danach die vollgesogenen stücke pulverte und destillierte; man nannte es oleum philosophorum: Wirsung artzneyb. (1588) 110b; 110d (cit. unt. -stein); Blancard arzneiw. wb. 2, 247b; Unger-Kh. 650b; Adelung2 4, 1703; Paracelsus chirurg. büch. (1618) 26b Hus.; Schmeller-Fr. 2, 1096; vielfach in recepten: Hohberg georg. cur. 2, 190; Döbel jägerpract. 2, 112; v. Fleming jäg. 196; später verwendete man ziegelmehl anstatt der brocken: Zincke öc. lex. (1744) 3353; allg. haush.-lex. 3, 796; Campe 5, 860a; s. -steinöl; auffällige bedeutungsangabe mohnöl bei H. Fischer 6, 1177. 2) z. steen-, aardoli Kramer-Moerbeek 434b; das kreosotöl, welches unter dem namen z. zum ausstreichen der ziegelformen dient: Muspratt chem. 8, 61 St.-K.
 
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-pflaster, n.: allg. d. bibl. anh. zu 53/86, 2064; Muspratt chem. 4, 593; Mothes baulex. 4, 508; Rosegger II 4, 139. —
 
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-platte, f., ziegelstein zum pflastern: Mothes baulex. 4, 508; der kleine ... hof ... war ... mit quadratischen z-n gepflastert Sven Hedin Bagdad 161; als wandbekleidung: (der thurm) war ... mit backsteinen oder z-n bekleidet Ritter erdk. 9, 492; sie (die mauern) sind ... aus ... granitsteinen ..., die mit z-n abwechseln, mosaikartig aufgeführt fürst Pückler Semilasso 2, 299; dachziegel: seine giebelwände mit ... z-n ... decken Krünitz 18, 401; Steub wander. im bayr. geb. 148. —
 
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-pulver, n., gleich -mehl: dasselbig glasz mit z. vermischt ... gibt die besten paviment Paracelsus op. (1616) 1, 1025c Hus.; Sebiz feldb. 446; Bech Agricolas bergwerkb. 374; das wachs mit z. oder aschen vermischet Hohberg georg. cur. 2, 403; man tränkt z. mit baumöl Just. Liebig hdb. d. chem. 985. —
 
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-rohbau, m., bauweise in unverputzten ziegeln: Schönermark-Stüber hochbaulex. 928; Mothes baulex. 4, 508; Karmarsch-H. techn. wb.3 11, 308; wozu verblendsteine verwendet werden: Kerl thonwaar. 756; Treitschke hist. aufs.5 2, 45; plur. -bauten: W. v. Polenz Grabenhäg. 2, 131. —
 
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-roth, adj., gleich -farb: z., lateritius, ein mattes, aber helles roth, was aus rosenroth durch pfirsichroth mit geringer beimischung von ockergelb entsteht und eine sehr angenehme farbe der blüthe ist Behlen forst- u. jagdk. 6, 532; Lexer 3, 1102; helvus ... faal, bleichroth, z., knigsfarb Corvinus 409; Schottel haubtspr. 82; Wiederhold 435b; urin ... z. Paracelsus op. (1616) 1, 764c Hus.; der z-e mund polit. grillenfäng. (1682) 113; sie sah ganz erbost aus und z. im gesicht Eichendorf s. w. 3, 23; ganz athemlos und z. von raschem laufe Jer. Gotthelf ges. schr. 9, 97; z. vor zorn E. v. Handel-Mazzetti Jesse 2, 223; die ... z-e ... blumen Treuer Däd. 1, 205; der bauch ... z. v. Göchhausen notab. ven. 92; blattkäfer mit ... z-en flügeldecken Roszmäszler wald 444; aufschläge (des rockes) von z-er farbe Bäuerle kom. theat. 5, 81; z-er thon allg. d. bibl. anh. zu 53/86, 681; H. Fischer 6, 1177; schweiz. id. 6, 1770; z-er wein nach der farbe der trauben: Adelung2 4, 1703; Campe 5, 860a; davon -röthlich: Zincke öc. lex. (1744) 746; Bresl. samml. v. natur- u. medic. gesch. (1718) 3, 576; Stifter s. w. 14, 225. —

 

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