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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ziegelmacher bis ziegelplatte (Bd. 31, Sp. 912 bis 914)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -macher, m.: laterifex ziegelmecher, -a- Diefenbach gl. 320; -mecher (1446) K. Bücher berufe d. st. Frankfurt a. M. 140b; G. v. d. Schueren Teuth. 392b V.; Meyfart hell. Sod. (1640) 1, 292; Campe; er sah schlimmer aus als ein z., der das ganze jahr hindurch seine kleider nicht wechselt P. Barsch ein. der auszog (1905) 1, 156. —
 
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-mauer, f., aus ziegelsteinen gebaute mauer: unter der zigelmaur (sub muro latericio) Jer. 43, 9 ältest. bib. 9, 160; die stedte zubrochen sie ..., bis das nur die steine an den ziegelmauren uberblieben 2. kön. 3, 25; muri coctiles ziegelmauren Frisius 333b; Maaler 521a; lateritius paries z., mauer aus ungebrannten ziegeln Rode Vitruv architect. (1800) anh. 40; Stieler 1256; Kramer teutsch-engl. 2, 1450a; Frisch 2, 473c; br. d. n. litt. betreff. 12, 226; Campe 5, 859b; Göthe III 8, 106 W.; Ritter erdk. 5, 28; dazu -ei, f.: Mothes baulex. 1, 482; -ung, f.: Veith bergwb. 337; Lueger lex. d. techn. 4, 786; -werk, n.: Muspratt chem. 8, 385 St.-K.; Karmarsch-H.3 1, 441; 10, 335. —
 
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-mehl, n., pulver von zerstoszenen ziegeln; diente früher zu heilzwecken: nimb 2 theil ziegelmel, ein theil saltz, feuchts an mit essig Paracelsus chirurg. büch. (1618) 727a Hus.; Gäbelkover artzneyb. 1, 141; H. Fischer 6, 1177; nimb vitriol, gerieben ziegelmeel und honig Seutter hippiatr. 160; nim leinl, ungeleschten kalck, bolarmen, ziegelmeel ..., rhr es unter einander wie ein salb, streichs ubern schaden Wirsung artzneyb. 640c; schweiz. id. 4, 222; als probiermittel: nim gerieben z., saltz und gerieben pfeffer und essig, bestreich mit solchem teigelein das bse geld J. Prätorius glückstopf 268; z. wird ... beym probiren und cementiren gebrauchet Minerophilus bergwerkslex. 730; Ercker miner. ertzt 81b; zur verbesserung einer bildform: Fleming soldat 60; Muspratt chem. 8, 878 St.-K.; zusatzstoff zur bereitung eines guten kittes: zur steinkt z., hartz, terpentin oder pech und kalch nemen Mathesius Sarepta

[Bd. 31, Sp. 913]


(1571) 57b; zur warmen ktte (zum löten) nimmt man bolus, bachsand ..., z. Hohberg georg. cur. 2, 455; andere recepte: allg. d. bibl. 67, 180; Just. Liebig hdb. d. chem. 189; Sprengel chem. f. landw. 1, 399; Hoyer wb. d. artill. 1, 170; zusatz zu hydraulischem mörtel: Karmarsch-H.3 11, 308; putzmittel für kupfer und messing: H. Fischer 6, 1177; schweiz. id. 4, 222; Jer. Gotthelf ges. schr. 13, 163; z. zu den roten feiertagen und sabbatern (zum andruck der roten feiertagsseiten in kalendern) Hebel 2, 204 Beh.; Martin-L. 2, 894b; für hornkämme: Karmarsch-H.3 4, 619; färbemittel: Muspratt chem. 1, 767 St.-K.; versatzmittel des thons, um ihn mager zu machen: Kerl thonwaar. 116; verschlechternder zusatz zu safran:

(er hat) ziegelmel untern saffran gerieben
und meuszdreck untern pfeffer than
H. Sachs 9, 16 K.;

Schumann nachtbüchl. 206; J. Dyke nosce te ipsum (1638) 323; sonst noch: der orin ... hat oft einen satz wie z. hüttenarzt (1752) 56; benennung des kakaos: Mauszer soldatenspr. 64; s. ob. -wasser; lexik.: Kramer teutsch-it. 2, 1450a; Frisch 2, 473c; Adelung; Campe.
 
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-meister, m., in älterer sprache der die aufsicht über die städtischen ziegeleien führende bürger, meist ein rathsherr, s. -herr: item solle ... unter der burgerschaft ain tauglicher pau- und zieglmaister gehalten und zwai jahr zu verbleiben ... erwölt werden, welcher auf den zieglstadl die obsicht habe, welcher ihme embsigist obgelegen sein lassen solle, das die burgerschaft mit mauer- und tachziegl jederzeit versehen ist (17. jahrh. steiermärk.) österr. weisth. 6, 197; Unger-Kh. 650b; teghelmester (um 1257) Hel. Brockmüller Rostock. personennam. 124; deme czigelmeister vor der alden stadt handelsrechn. d. deutsch. ord. 113 S.; (Augsb. 1285) H. Fischer 6, 1177; Lexer 3, 1102; (1298) mon. boica 11, 374; in neuerer zeit der technische leiter einer privaten ziegelei: Krünitz 241, 255; Bismarck br. an s. braut 64; handwb. d. staatswiss.2 7, 205; Deiter ma. v. Hastenbeck nachtr. 65; Schambach 228a.
 
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ziegeln, adj., aus ziegeln, ahd. ziegalîn, ziegilîn, zigelîn gloss. 1, 633, 49—51; 637, 11; mhd. ziegelîn: Lexer 3, 1102; die zieglein kirchen (1452) Schmeller-Fr. 2, 1096; latericius zigeln, zegelin Diefenbach gl. 320a; laternius zieglein n. gl. 229a; lateritius zieglin, von zieglen gemacht Frisius 757b; Maaler 521a; Calepinus XI ling. 796b; alles tachwerck so zieglin ist H. Geszler briefformular (1498) d 3a; die zieglene saal durch rgendswetter verstret wurde M. Pegius geburtsstundenb. (1570) Vv 5b; (kaiser Augustus,) so Rom ziegelen gefunden, aber mermelen ... gelassen Hennenberger preusz. landtaf. 212; Lohenstein Armin. 2, 963b; Campe 5, 859b.
 
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ziegeln, verb.: tegeln ziegel streichen, dat land uttegeln die ziegelerde aus einem stück landes holen brem. wb. 5, 44; Frederking Hahlen 32; Böger Schwalenberg. ma. 166; zigele Hönig 208a; zieglen ziegel machen Maaler 521a; Hulsius-Rav. (1616) 431a; zigle ein dach mit ziegeln decken Meisinger 211b; Campe 5, 859b. —
 
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ziegeln, verb., aufziehen, erzeugen, züchten, häufig belegte schreibform von zügeln II 3 (th. 16, 416).
 
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ziegelofen, m., 1) ofen, in welchem ziegelsteine oder dach- u. a. ziegel gebrannt werden: die ältesten zeugnisse s. sp. 904; Lexer 3, 1102; (1428) codex diplom. Lusatiae super. 1, 531; aber das volck drinnen fret er eraus und legt sie unter eisern segen und zacken und eisern keile und verbrand sie in zigelöfen 2. Sam. 12, 31; Luther 28, 753 W.; acta publ. d. schles. stände 8, 279 (cit. unt. ziegel 2 a); Paracelsus op. (1616) 1, 600a; s. ob. -holz; Sebiz feldbau 34; Ercker miner. ertzt 6a; Thurneyszer alchym. 51;

(der himmel) zeigt sein inner theil in lauter glantz und flammen,
wie wann man sonst in kalck- und ziegelofen sieht
S. Dach 623 Ö.;

was man fr holtz zum gebue, hausnothdurft, ziegel- und kalchfen darf verordnen Hohberg georg. cur. 1, 130; (1693) v. Lori baier. bergrecht 523; fornax lateraria Stieler

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1383; Kramer teutsch-it. 2, 1450a; v. Fleming teutsch. jäger 50; Steinbach 2, 152; Frisch 2, 473c; allg. haush.-lex. 3, 796; allg. d. bibl. anh. zu 53/86, 675; Helfft wb. d. landbauk. 419; Schwerz ackerb. 258; Martin-L. 2, 894b; auch gleich -brennerei, ziegelei: Adelung2 4, 1703; Campe 5, 860a. 2) aus ziegeln gesetzter stubenofen: Schupp schr. (1663) 119; J. Prätorius glückstopf 92; (die chines. häuser) mit ziegelfen Ritter erdk. 3, 202; Bog. Goltz jugendleb. 3, 338. —
 
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-öl, n., 1) ein älteres mittel zum einreiben gegen gicht, podagra, rücken-, knieschmerz usw., hergestellt wurde es, indem man glühend gemachte ziegelsteinbrocken in altes baumöl warf und danach die vollgesogenen stücke pulverte und destillierte; man nannte es oleum philosophorum: Wirsung artzneyb. (1588) 110b; 110d (cit. unt. -stein); Blancard arzneiw. wb. 2, 247b; Unger-Kh. 650b; Adelung2 4, 1703; Paracelsus chirurg. büch. (1618) 26b Hus.; Schmeller-Fr. 2, 1096; vielfach in recepten: Hohberg georg. cur. 2, 190; Döbel jägerpract. 2, 112; v. Fleming jäg. 196; später verwendete man ziegelmehl anstatt der brocken: Zincke öc. lex. (1744) 3353; allg. haush.-lex. 3, 796; Campe 5, 860a; s. -steinöl; auffällige bedeutungsangabe mohnöl bei H. Fischer 6, 1177. 2) z. steen-, aardoli Kramer-Moerbeek 434b; das kreosotöl, welches unter dem namen z. zum ausstreichen der ziegelformen dient: Muspratt chem. 8, 61 St.-K.
 
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-pflaster, n.: allg. d. bibl. anh. zu 53/86, 2064; Muspratt chem. 4, 593; Mothes baulex. 4, 508; Rosegger II 4, 139. —
 
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-platte, f., ziegelstein zum pflastern: Mothes baulex. 4, 508; der kleine ... hof ... war ... mit quadratischen z-n gepflastert Sven Hedin Bagdad 161; als wandbekleidung: (der thurm) war ... mit backsteinen oder z-n bekleidet Ritter erdk. 9, 492; sie (die mauern) sind ... aus ... granitsteinen ..., die mit z-n abwechseln, mosaikartig aufgeführt fürst Pückler Semilasso 2, 299; dachziegel: seine giebelwände mit ... z-n ... decken Krünitz 18, 401; Steub wander. im bayr. geb. 148. —

 

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