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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zicke bis zickelhaar (Bd. 31, Sp. 880 bis 884)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zicke, f. , ziege;
1) ein md., besonders ostmd. wort, die erwachsene weibliche ziege bezeichnend in Ost- und Westpreuszen, Brandenburg, dem osterländischen und obersächsischen, im nördlichen Thüringen mitsamt den angrenzenden nd. strichen, in der Wetterau, in theilen von Oberhessen, in Lothringen und einem schmalen streifen des Unterelsasz: Frischbier 2, 492b; (Brandenburg) zs. f. d. maa. 1910, 33; Brendicke 195b; richt. Berl.8 195a; Müller-Fr. 2, 702a; Jecht Mansfeld. ma. 127b; Block id. v. Eilsdorf 102b; (Fallersleben) Frommann d. maa. 5, 302; Liesenberg 223; z-n (Nordhausen) Hertel Thür. 264; z-n, f., Kleemann nordthür. id. 25c; M. Schulze id. d. nordthür. ma. 47a; z-n, f., Hentrich wb. d. Eichsfeldes 73; osterländ. z.; zick (Wetterau) Crecelius 2, 933; z. neben dem dim. zickel, lothr. auch zickelchen: Follmann 557a; Martin-L. 2, 900a; wie denn überhaupt das heutige verbreitungsgebiet von zickel (s. d.) als alter z.-bereich angesprochen werden kann, wodurch neben dem rheinfränk. und z. th. dem ostfränk. bezirk namentlich der mittelfränk. theil des Rheinlandes hinzugewonnen wird. das siebenbürg. als moselfränk. ma., welches in flurbezeichnungen nach M. Orend vierteljahrsschr. f. siebenb. landeskde 54, 275 z-n und zickel aufbehalten hat, vermittelt so das ins östliche nld. eingedrungene sik: limburg. Schuermans 610b, holl., fries. Halbertsma 436. das weitere nd. gebiet hat z. zumeist in der bedeutung junge ziege, ziegenlamm aufgenommen, wodurch sich dies wort von zege (lautlich

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tsʒ[ə], sʒ[ə] westfäl. siəʒə) scheidet (s. ziege), vgl.: zick kleine ziege (Meckl.-Vorpomm.) Mi 110a; (götting.) z., zick, f., weibliche ziege, namentlich das weibliche ziegenlamm Schambach 308b; anscheinend gilt zäg und zick für das erwachsene thier in der Altmark: Danneil 251b; in Vorpommern-Rügen ebenso: Dähnert 561a; daher auch dort zickenbuck ziegenbock 561b; Hinterpommern bevorzugt zäg; neben zäge ist auch wohl z. im oldenb. bekannt: Frommann d. maa. 3, 498. die gleiche bedeutung läszt sich in md. randbezirken nachweisen: (Nassau) zick, zickel (rhein.) Kehrein 453; (Rhön) zekke junge geisz, zicklein Schmeller-Fr. 2, 1094; Vilmar 469 (neben zickel); z. in einem kinderreim des Ederthales bei Bauer-C. 283a; z., f., (als nhd. empfunden, dagegen der ma. gehört an) zickele, n., Lenz Handschuhsheim. dial. 79b; aus älterer sprache: von den jungen z-n, die man zeicht (württ. Franken) H. Fischer 6, 1174; und die nordthür. nebenbedeutung weibliches kaninchen (z-n, f., Hertel Thür. 264; Kleemann nordthür. id. 25c) begreift sich aus derselben vorbedeutung. die älteren zeugnisse führen auf die form z-n; so zwei glossen aus vocabularien des 15. jahrh. s aus einem nd. grenzbezirk: edus ziken, tzicken Diefenbach gl. 195b; ferner: he haelde de tzickene (hkene Lübeck. bib.) 1. Mos. 27, 14 Halberst. bib. (1522), woraus zugleich die bedeutung ziegenlamm folgt, die in v. 9 durch die neue diminutivform tzickeken (hkene Lübeck. bib., böcklein Luther) noch stärker betont wird. mit dem alten neutralen geschlecht lebt die form z-n noch im götting. und kurhess. bezirk: z-n weibliches ziegenlamm, junge geisz Schambach 308b; ebenso im oberhanauischen, dagegen im niederhess. kommt z-n, n., auch ungeschlechtig für bock und geisz vor: Pfister 344. damit ist die anknüpfung an die ahd. und frühmhd. belege, die ein neutrales dim. zickîn darbieten, gegeben, hier, soweit durchführbar, nach landschaften geordnet: wohl dem nördl. Elsasz zuzuweisen sind die glossen edi zikkin, zizzin, kizzi, zigelchin, kiczlein ahd. gloss. 3, 76, 31—33 und hedum cikkin 3, 501, 8 aus dem summarium Heinrici; nach Ostfranken gehören: ni gâbi mir zikîn, thaz ich mînên friuntun goumti (numquam dedisti mihi hedum, ut cum amicis meis epularer, Luk. 15, 29) Tatian 97, 7; der ostfränk. heimatsprache Williram s ist die form zikkin haedos, hinnuli der hss. B und F gegen kizzin, khizze der übrigen hss. 14, 3; 59, 2; 115, 2 S. zuzuweisen; dem niederalem.: unde die úbelen z der lirken hant alse cikin Lucidarius 68 H. am götting. zicken, n., noch bewahrt, ist in Nordthüringen an derselben form das neutrum dem natürlichen geschlecht gewichen, und nun war der weg zu der form mit der üblichen endung -e vorgezeichnet. war dieser endpunct erreicht, so hatte das wort einen haupttheil seines diminuierenden gehalts verloren, konnte sich nun in den neuen sinn mutterthier schicken und wurde ein ausdruck der erwachsenen sprachträger. anfänglich hatte kindermund den lautkörper, spielerisch den binnenconsonanten verstärkend, gestaltet und so ein kosewort zikkîn aus ziga gewonnen. danach wäre für beide wörter ursprünglich dieselbe geographische verbreitung anzunehmen; heute ist ziege nahezu ganz aus dem westmd. bereich, den z. und sein diminutiv zickel behaupten, durch geisz verdrängt; s. die geisz/ziege-grenze unt. ziege. dem ahd. zickîn entspricht ags. ticcen; schon vor der lautverschiebung ins ital. als ticchio grille, laune, einfall, caprice entlehnt; über die weitere verwandtschaft s. unt. ziege.
durchaus auf die ma. und niedere verkehrssprache beschränkt, hat z. keinen zutritt zur literatur gefunden. buchungen: zick, geise Harsdörfer poet. tricht. 2, 182; zick, zicklein Kramer teutsch-it. 2, 1449a; die ziege oder z. a goat, a she-goat Ludwig teutsch-engl. 2586; Dentzler 363a; zick (pro ziege) capra Steinbach 2, 1090; z. capra Frisch 2, 473c; z. ziege Heynatz 2, 667; z. junge ziege Voigtel 3, 695b; Adelung2 4, 1701; ziege, bes. junge ziege Campe 5, 858a; junge ziege Weigand 2, 1139; weibliche ziege Heyne 3, 1437; junge ziege, auch junges reh H. Paul wb.3 669b. auf den niederen stand der ziegenhalter (landarbeiter u. ä.) deutet die meckl. ra.: he het nich zick edder buck (ist arm) Mantzel Bützowsche ruhestund.

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2, 69; auf die magerkeit des erwachsenen mutterthiers spielt der übertragene gebrauch an: z. schmächtiges mädchen Block 102b; vgl. DWB mager wie ne z. Brendicke 195b; olle z. dürres weib, auch mageres pferd richt. Berl.8 195a; se ös verdreegt (vertrocknet) wie e zigg Frischbier sprw. 273; schimpfwort für ein mädchen, bes. ein rothaariges: Martin-L. 2, 900a; unangenehme frau: Albrecht Leipz. 240b; scheltwort für weinende kinder Müller-Fr. 2, 702a. eine diminutivform auf -chen ist nicht üblich geworden, belege dafür: tzickeken 1. Mos. 27, 9 Halberst. bib. (1522); zickchen S. Geszner 2, 39; gebräuchliche dim.-formen sind zickel, zicklein, zickelchen (s. d.)
2) sonderbedeutungen:
a) z. spöttische benennung der perücke durch den pöbel, vornehmlich wenn sie schlecht aufgekraust ist, weil man ziegenhaar dazu verwendete und weil ein solch unordentlich gehaltener kopfschmuck den herabhängenden haaren der ziege nicht unähnlich ist: Hennig preusz. wb. 311; Frischbier 2, 492b;
b) eine oberpfälz. forstordnung von 1565 verlangt: man soll in den monaten dezember ..., in zue- oder abnehmenden mond, die zapfen oder z-n von vorchenen paumen abplaten und einfangen Schwappach forst- u. jagdgesch. 1, 415; z. hier aus der gleichung ziege für kiefer, föhre (s. ziege II 2) übertragen auf den zapfen der kiefer;
c) gleich ziege II 1 a: Brehm 8, 286 P.-L.;
d) die zehn im kartenspiel: richt. Berl.8 195a; spielerwort: raus, mit dr z. uff a markt! Rother schles. sprw. 201a; G. Hauptmann Pippa 78; raus mit der z. uff n deichdamm! Müller-Fr. 2, 702a. — zss. mit 1zicke 1: zickenbart, m., spitzbart, kinnbart: (Brandenburg) Brendicke 195b; richt. Berl.8 195a; zs. f. d. maa. 1910, 34. —
 
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-bock, m., ziegenbock: ebda.
 
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-lamm, n., ziegenlamm: ebda; Block id. v. Eilsdorf 102b; (niederhess.) Vilmar 469.
 
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zicke, f. ,
1) spitze: die z-n und zacken der thürme (des doms) W. Alexis Isegrim 10; begreift den in dem schallwort zick liegenden begriff der spitze in sich, wie zacke in ähnlicher weise aus zack hergeleitet ist (s. sp. 11); so könnte zik spitze bei Fulda idiotikensamml. 601 als begründet gelten, wenn nicht der zusatz zikzak spitzen hin und her zum misztrauen riete; aus dem hannöverschen führt das brem. wb. 5, 67 tikke, f., zacke, spitze, zahn im rechen an, eine ableitung aus tick, wozu sich dieses gebilde wohl eignet, wie sich denn auch ticken und zicken in der bedeutung leicht berühren, treffen decken (s. ticken 2 th. 11, 1, 1, 480); z-n, plur., spielkügelchen der kinder Follmann 557a, auf das spielzeug von dem namen des spiels (zick, m., kugelspiel C. Schumann 75 unter 1zick, m., 1) übertragen.
2) dummer streich: enne z. baun einen (heimlichen) streich planen, ausführen, über den strang schlagen Müller-Fr. 2, 702a; mit jem.'n ecke,'n z. macha Rother schles. sprw. 201a; 431b; gewöhnlich im plur.: was geht denn das mich an ..., was du fer fahrten und z-n machst G. Hauptmann Rose Bernd 24; merkwürdige z-n macht er ja manchmal N. Bruck ich warte 210; ja, ja, .. solche z-n macht er schon immer Strobl Bismarck 2, 109; z-n machen dummheiten machen, unüberlegt handeln, eine sache aufhalten Bruns volksw. d. prov. Sachs. ostteil 77a; (Neumark) zs. f. d. maa. 1910, 33; ne z. machen einen bummel (fehler) machen richt. Berl.8 195a; häufig imperativisch verneint: mach doch keene z-n! ebda; Müller-Fr. 2, 702a; Ostwald rinnsteinspr. 170; verkürzt aus einen zickzackweg machen, entsprechend der wendung fahrten machen, da die herleitung aus 1zicke, f., wie sie ital. ticchio laune, grille nahelegen möchte, eine verbconstruction wie eine z. springen oder mir springt die z., die im ital. mi salta il ticchio vorliegt, verlangt.
 
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zickel, n., junge geisz, ziegenlamm; neue diminutivform des ahd. zickîn, die dessen schwindenden kosewert ersetzte: edus czickel (1349, wohl rheinfränk.) Diefenbach gl. 195b; edulus z. ebda; edus est capra iuvenis czickel hd.-böhm. wb. 104; zyckil Claus Cranc Jes. 11, 6 Zies.; tzickeln der Stuttgarter hs. gegen kitzlein der übrigen hss. bei Konrad v. Megenberg buch d. nat. 127; steht neben der häufigeren vollform zicklin, -ein für lat. hoedus in der

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ältesten bib.: nichten seúd das z. (von 1475 ab kytzlin) in der milch seiner mtter 2. Mos. 34, 26; ein z. (von 1475 ab kitzlen) von den geyszen richt. 13, 15; brenge mir czwei gute czickel 1. Mos. 27, 9 Wenzelbib.; 1 m. vor 16 zikkel Marienb. treszlerb. 39 Joachim; Hennenberger preusz. landtaf. 261; im letsten grad der fisch, das ist am z., da die sonn anhebt gegen mitternacht z steigen M. Hero schachtaf. d. gesuntheit (1533) K 6a; hammelfleisch und von den zigklen ist nicht zu vermeiden J. Willich wie man sich f. der pestilentz behüten sol (1549) A 5b; ward verkündet, das eyn zyge auff eyn mal sechs z-n geborn hett Carbach Livius 291a;

mitten in einem sommer heisz
da wolt ins grne grasz ein geisz
spatzieren gahn an jene heyd,
da sie mcht finden gute weyd.
sie sprach zum zickel: bleib im hausz
B. Waldis Esop 1, 54 Kurz;

man ... nehme ihnen, was sie haben, kuh und kalb, schaf und lamb, ziege und z. A. Mengering ungerechte quartiermeist. (1639) 88; Grimmelshausen 1, 34 Kell.; diese ziege, die mir ... zwey z. geworfen Lenz bei E. Schmidt Lenziana 997. früh ins nd. übernommen: hedus sickel (1421; 1479) Schiller-L. 4, 203b. von den wörterbuchschreibern kaum beachtet: Hübner zeitgslex.31 4, 1016b; Campe 5, 858a. die maa. gebrauchen das wort auszerhalb des zicke-gebietes im Unterelsasz, im nördlichen Schwaben und im westlichen theil des ostfränkischen, im Saarbrücker land, in der Pfalz und dem mittelfränkischen einschlieszlich des siebenbürgischen, im Erzgebirge, Nordböhmen und Schlesien, sowie in Preuszen; neben zicke als name der erwachsenen ziege wird es als benennung des lammes gebraucht im Unterelsasz, in Lothringen, Nassau und Oberhessen, in Preuszen: Ch. Schmidt Straszb. ma. 120a; Martin-L. 2, 900a; zickele, n., Meisinger Rappenauer ma. 212a; Lenz Handschuhsheim. dial. 79b; z., -che Autenrieth 156; Schön Saarbrück.2 234a; Christa Trier. ma. 225a; (Coblenz, Jülich, Berg) Klein 2, 246; Kehrein 453; Kramer Bistritz. dial. 34; R. Wenisch nordwestböhm. ma. 152a; Müller-Fr. 2, 702a; osterländ.; Rother schles. sprw. 125b; Fischer samländ. 99; Bock preusz. wb. 82; Hennig 311; in Jever z. ziegenlamm: Frommann d. maa. 3, 498. das südliche nachbarwort ist kitze, kitzlein: zīgl und kitzl R. Wenisch nordwestböhm. ma. 152a; th. 4, 1, 2, 2798; schwäb. kitzle reicht bis zu einer linie von Leonberg über Eszlingen nach Ellwangen (H. Fischer 4, 429), die, wenigstens im westen, seit dem 15. jahrh. wohl feststeht; vgl. unt. zicklein. übertr. als masc. für einen tropf, einen dummen kerl Martin-L. 2, 900a; armer teufel Ch. Schmidt Straszb. 120a; sprw.: das z. wird sich schlachten Wander 5, 571; dazu zickelig, adj., lustig wie ein z. Kehrein Nassau 453. —
 
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zicklein, n., mhd. zickelîn, die vorstufe des vorigen, das gängige literaturwort, das daher auf das ganze deutsche sprachgebiet übergreift; fränk. für kitzelîn des originals:

hie sint ouch rinder unde swîn
und manec feistez zickelîn Reinhart Fuchs 924;

hessisch: do si geopferten ein zickelîn Hermann v. Fritzlar in myst. 1, 138 Pf.; elsässisch: bringe mir ein fehe von den zickelîn historienbib. 1, 662 M.; Lexer 3, 1100; mittelfränkisch: lilie 30, 9 Wüst; die älteste (nordbairische) bib. hat bis 1475 zicklin, zicklein, zyckelein für späteres kitzlin, kitzlen, kitzleyn 1. Mos. 12, 5; 27, 9; 37, 1; 2. Mos. 12, 5; richt. 6, 19; 15, 1; Luk. 15, 29; zucklein sprüche 27, 27; die böhmische Wenzelbibel bietet 1. Mos. 27, 16 czicklein, der cod. teplens. Luk. 15, 29 ziclin; zu derselben stelle eine nd. übersetzung bei Schiller-L. 4, 203b czickelen; vgl. zickelin zu 1. Mos. 27, 9 Twinger v. Königshofen chron. 254 (Straszb.); tzickelin Sachsensp. landr. 3, 51, 1; 6 lemer und zicklin neben gaiszhasselbom (1481 Neuenbürg, schwäb.) G. Franz bauernkr. 2, 11; die zicklin oder kytzlin v. Eppendorf Plin. 8, 84; kitz, kitzlein oder ziegenbcklein und zickle hoedus Wirsung artzneyb. reg.; diese adler nahmen viel schafe und z. weg Valvasor herzogth. Crain 1, 444; Gaudy s. w. 6, 10;

[Bd. 31, Sp. 884]


Rosegger schr. 8, 98; G. Keller ges. w. 5, 72; 10, 230; Uhland ged. 1, 298; Scheffel ges. w. 1, 164; Jean Paul 45/47, 178 H.; kind.- u. hausmärch. 2, 295; Brentano ges. schr. 1, 500;

die lmmelein blkkern,
die ziggelein mkkern
A. Silesius seelenlust 167 ndr.;

G. Freytag ges. w. 3, 117; W. v. Polenz Grabenhäg. 1, 382; Rückert w. 6, 12; 8, 311; Coler hausb. 326;

lämmer und zicklein
drängeten sich in den ställen
J. H. Vosz Odyssee 158 B.;

O. Ludwig ges. schr. 2, 512; eine heerde wilder ziegen ... mit ihren z. Immermann 2, 67 B.; Chamisso w. 3, 214; geh du mit deiner heerde von widdern und mutterschafen nach osten, und ich will mit den böcklein und z. nach westen gehen Spielhagen 1, 181; Storm w. 6, 167; weibliches lamm des steinbocks: Brehm 3, 174 P.-L. wbb.: Kramer teutsch-it. 2, 1449c; Steinbach 2, 1090; allg. haush.-lex. 3, 793; Frisch 2, 473c; Adelung2 4, 1701; Schmeller-Fr. 2, 1083; sprw.: die zicklin heiszen alle ziegen, wie ihr mutter Petri 2, R 7b; ladet keine gäste auf das z., ehe die ziege geworfen hat v. Düringsfeld 1, 120b. aus der ma.: zickerl Rosegger schr. II 3, 311; plur. in der ma.: zicklach: H. Fischer 6, 1174. —
 
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zickelchen, n., die dritte gangbare verkleinerungsform, in Lothringen, der Pfalz u. a. md.-obd. mischgebieten heimisch: Follmann 557a; Autenrieth 156; zickligen Müller-Fr. 2, 702a; z. Schröer wb. d. ungr. bergland. 2, 216a; ostpreusz.: ein viertel vom kalb, schepsen, zickelgen Hennenberger preusz. landtaf. 481; ältere form des mfränk.: syckelken 1. Mos. 38, 17 Köln. bib.; tzickligyn richt. 6, 19; zickelgen Luk. 15, 29; wofür auch siebenb. zäckelchen (neben gîsken) Frommann d. maa. 5, 40 und M. Orend vierteljahrsschr. f. siebenb. landesk. 54, 278 spricht; im nd. gern gesehen: zickelken brem. wb. 5, 310; Dähnert 561b; erscheint auch in der schriftsprache: Rost gelernte lieb. A 6b; zicklichen v. Mandelslo morgenl. reisebeschr. 126 Ol.; Gottsched schaub. 5, 452; Herder 22, 337 S.; Tieck schr. 19, 205; Bettine d. buch geh. d. kön. 1, 263; die z. meckerten L. v. François Reckenb. 2, 63.
 
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zickel- ziegenlamm in zss.:
 
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-fell, n.: Campe 5, 858a; zu glacéhandschuhen verarbeitet wie die felle von schaflämmern: Lueger lex. d. techn. 6, 110; Karmarsch-H. techn. wb.3 5, 343. —
 
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-fleisch, n.: das z., so schmackhafter als der bcke Bastel v. d. Sohle Kichotte 34; Aler 2, 2246a; Steinbach 1, 455; Campe 5, 858a. —
 
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-haar, n., zu filzhüten verwendet: Karmarsch-H.3 4, 436. — zickeln-lamm, n., für weibliches schaflamm bildet Thaer rat. landw. 5, 406 (cit. unt. zibbenlamm). — ein adj. zickelin begegnet einmal: kelberin vleisch ... macht gut blut alzo daz lemmerin unde daz cickelinne Breslauer arzneib. 16. —

 

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