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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zichter bis zick (Bd. 31, Sp. 879 bis 880)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zichter, m., ankläger, beschuldiger: haben min herren ... erkant, das die ... züchter mit irer strof stilston sollen Schmoller Straszburg. tucher- u. weberzunft 109; Besold thes. 2, 317a; Frisch 2, 470a; Schrader franz. wb. 2, 1677; dazu die zss. in- bei Schmeller-Fr. 2, 1103. — ein adj. zichtig quod arguit bietet Steinbach 2, 1090; daraus -keit, f.: ob ihr zwen mit einander in zichtigkeit wehren einander beschuldigen (1630 niederösterr.) österr. weisth. 7, 219. —
 
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zichtigen, verb., beschuldigen: Steinbach 2, 1090; der eitelkeit ... gezichtigt ... werden Scheffel ges. w. 3, 210. —
 
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zichtiger, m.: censor ein richter oder z. ... iudex de malis moribus, eos corrigens gemma gemm. (1508) e 1a.
 
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zick, schallwort, 1) lautmalender zusatz zu zack, welches eine ruckweise, gewaltsame bewegung ausdrückt, wozu z. die vorstellung der spitze und der in geknickter linie verlaufenden bewegung hinzubringt; von dem etymologisch gleichen tick (th. 11, 1, 1, 479) durch bedeutungsspaltung geschieden; als adv. gebraucht: s. beleg unter zack (sp. 10); es gieng so eng und gh und zick zack zwischen klippen durch U. Bräker s. schr. 1, 32; zik zak steigt die treppe ... in die höhe Rehfues briefe aus Ital. (1809) 2, 204; prädicativ: des ist halb z., halb zack halb hierher, halb dorthin, auseinanderstrebend H. Fischer 6, 1174; subst.: pfade von füchsen und rehen ... ziehen in z. und zack durch den winterlichen wald Rosegger schr. 10, 160; zicke zacke im abzählreim bei Martin-L. 2, 900a; gewöhnlich in zickzack (s. d.) zusammengezogen. 2 a) lockruf für die ziege: Crecelius 2, 933; Follmann 557a; auch für schafe: B. Martin Wald. 278a; durch zicke ziege angeregt; b) lautliche wiedergabe des rufes verschiedener vögel, s. 4zick, zicker und zickern.
 
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zick, m., dem nd. tick, m., tickender schlag, tippende berührung mit dem finger (th. 11, 1, 1, 479) entsprechende hd. lautform; grammatisch als substantivierung des schallwortes zick aufzufassen; 1) ein kinderspiel, wobei diese einander bis zu einer gewissen stelle nachlaufen und einem einen leichten schlag geben: (siebenbürg.) Schuller 72; meist in dim.-form: ziggis machen ein spiel, wobei eins der kinder die andern verfolgt, um einem einen leichten streich zu versetzen (s z. geben), worauf dieses das verfolgende wird (s het s z.) Hunziker 309; s ziggi Seiler Basl. ma. 325a; ziggi machen Stalder 2, 474; zicki, zickis machen Martin-L. 2, 900a; zeckel, zickel oder zickái ruf der kinder an der oberen Isar bei diesem spiel: Schmeller-Fr. 2, 1080; zicke ein kinderspiel, diffugium Aler 2, 2246a; wohl überall das unter zeck 2 a (sp. 436) angeführte abendspiel, wobei einer den letzten (schlag) erhält; vgl.: s nachtziggi gleich d nachtletzti Seiler Basl. ma. 325a; zick ist die vorwiegend obd. lautform des md. zeck, auch das Rheinland gebraucht zeck als frei-, puffzeck: Prause gruszformeln 251; dagegen als haschespiel (s. DWB zeck 2 b) beschreibt Stalder 2, 474 das eisenziggi; z., zicken, spann un dum kugelspiel, d. h. mit einem z. die kugel des mitspielers treffen, die entfernung der fehlwürfe wird mit spanne oder daumen gemessen: C. Schumann wortsch. v. Lübeck 75, wohl nichts als lautliche umsetzung des nd. tick und ticken (s. th. 11, 1, 1, 479 ff.); s. 2zicke, f., 2; mhd. minnezic neckerei, derbe liebkosung im liebesspiel, s. mhd. wb. 3, 873b; vgl. auch:

frolikeyd ist allir tzickir (plur.) eyn tzil
Eberhard v. Cersne minneregel 728.

2) übertr. schlag, streich im sinne eines leiblichen oder seelischen schadens oder gebrechens, wie die vulgären norddeutsch. ausdrücke klaps, knacks: es ist mir ein ziggi geworden ich befinde mich nicht ganz wohl, bin ein biszchen kränklich geworden Stalder 2, 474; bereits mhd.:

knt an ir lib mayligen zick
erlugen noch erspechen lieders. 1, 382 Laszberg;

hierher auch: er hed en z. vom alten er hat (besonders übele) eigenschaften vom vater Tobler appenz. 456b; sowie

[Bd. 31, Sp. 880]


die mhd. bedeutung arglistige, unredliche handlung im anschlusz an das verb. zicken auf etwas böses auf etwas böses ausgehn, s. DWB zicken 2 a:

ir tücke valscher zicke
hie mit er ze leste bevant lieders. 2, 613 Laszberg;

vgl. verzicken unredlich behandeln: Lexer 3, 318; Schmeller-Fr. 2, 1082. 3) beigeschmack von speisen und getränken: Stalder 2, 471; Tobler 456b; Hunziker 309; Vetsch Appenz. ma. 67; Berger st. Galler ma. 125; dim. zickli Tobler; vom wein, der einen stich hat, zu verderben anfängt, milchsäurestich: der wein sticht auf den z. (Franken) Popowitsch versuch 19; dafür anzick (th. 1, 526) in Sachsen nach Popowitsch 19 und in Bayern: Schmeller-Fr. 2, 1081; sonst wird das verb. zicken gebraucht, auch anzicken (th. 1, 526); Adelung2 4, 1701 und Campe 5, 858a führen ein sonst nicht bezeugtes österr.-bair. adj. zick ein wenig sauer an: der wein, das bier wird z., wofür Schmeller-Fr. 2, 1081 nur die zusammengesetzte form anzick (s. d. th. 1, 526) kennt.in zss.:
 
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-rede, f., zänkische rede: schweiz. id. 6, 541; s. zicken-. —
 
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-tag, m., zieltag, termin: (Treviso) ist österreichisch gewest, den Venedigern auf ein zickhtag verpfendt Herberstein 173; seczt ein man ein haws oder einen weingarten umb ein gut zu ainem phant ... auf einen zikchtag Wien. stadtrecht cgm. 1113 fol. 71 bei Schmeller-Fr. 2, 1082; zykchtag cgm. 778 fol. 152 ebda 1083; Unger-Kh. 649b; zu 1zick, m., streich, schlag, dem nhd. stichtag völlig gleichbedeutend, wohl der im kalender durch einen strich angemerkte tag; vgl. verzick, m., versäumnis des termins und dadurch entstandene gefahr gerichtlicher verurtheilung: Unger-Kh. 228b. —
 
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-zins, m.: das rörl, so ain wisen ist, dient jerlich auf sand Jorgentag zigckhzinsz 28 dl. (1543): ebda 650a; bedeutung?
 
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zick, n.?, unreines natronsalz, das sich am ufer des Neusiedler sees aus dem wasser ausscheidet; wird von den schafen gierig geleckt: Popowitsch versuch 637; Hübner zeitgslex.31 4, 1016b; Campe 5, 858a; natron ... in Hungarn z. Zappe min. lex. 2, 218; aus dem magyar. szék natron, altmagyar. scequ (1095), zeek (1249) seichte stelle, sumpfiger ort, natronsalz; s. DWB zickerde. —
 
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zick, m., birkentheer: (kreis Berent) Frischbier 2, 492b; aus poln. dziegieć.
 
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zick, f., singdrossel, turdus musicus: Mensing 5, 758; nach dem ruf des vogels, der sonst als zipp oder zitt gedeutet wird (s. zick 2 b); vgl. zicker, m.davon

 

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