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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zichorienhans bis zichter (Bd. 31, Sp. 878 bis 879)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -hans, m., schimpfwort bei H. Fischer 6, 1174. —
 
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-kaffee, m., getränk aus zichorie oder mit zusatz zum kaffee: alle morgen beym cichoriencaffe J. T. Hermes Sophiens reise 5, 296; Bahrdt gesch. s. leb. 2, 247; den cichorienkaffee möge sie nicht erleiden Jer. Gotthelf ges. schr. 6, 189. —
 
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-päckchen, n., verpackung der verkaufsfertigen zichorie; auch -paket, n.: H. Seidel Leb. Hühnch. 5; dazu wird gewöhnlich ein blaues sogenanntes zichorien papier gebraucht: Lueger lex. d. techn. 6, 672. —
 
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-salat, m., s. zichorie; H. Fischer 6, 1174. —
 
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-syrup, m.: cicorisyrup mit rhabarbara ist gut wider die wrmer Hohberg georg. cur. 1, 319. —
 
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-wasser, n., abkochung (s. zichorie 1): desz aber solt du dich fleiszen, das (du) mit lszin ... und mit cicoreenwasser ... das blut reinigest Paracelsus chir. büch. (1618) 15b Hus.; (gegen die fallende sucht nimm) gepulverten pfauenmist ..., des morgens nchtern in cicoriwasser eingenommen Hohberg georg. cur. 1, 266. —
 
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-wurz, f.: H. Fischer 6, 1174; -wurzel, f., s. DWB zichorie: Bremser 227; Prechtl technol. enc. 22, 334. — eine scherzbildung zichorieren nach zichorie duften hat G. Keller geschaffen: während des vesperkaffees, der schon aus allen häusern duftete und zichorierte ges. w. 4, 20.
 
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zicht, f., beschuldigung, anklage, bezichtigung; verbalsubst. von zeihen (sp. 509); mhd. ziht, f.; in älterer sprache, doch in Oberösterreich nach Schmeller-Fr. 2, 1103 noch in jüngerer zeit am leben:

ös habts mein'n mann in falschen zichten
Lindemayr lied. u. komöd. 103;

H. Fischer 6, 1174 bietet nur alte belege. zeugnisse: (1437) cod. dipl. Lusat. super. 2, 672; sulche czicht sal ouch ober uns nimmer war gemacht werden (1453) ständetage Preusz. 3, 605; plur. -e 4, 247; (Köln) chron. d. st. 13, 475; ob ainer inzik wär oder in z. käm (niederbair.) weisth. 6, 128; ob ainer nit auf wolt thun (sein haus für die untersuchung), auf den solt die z. gehn (1782 tirol.) österr. weisth. 2, 211; 5, 787; plur. -en urk. z. gesch. Maximil. 363 Chmel;

herr der hofrichter, diese zicht,
so wider mich ist ietz fürbracht,
der hab ich mir warlich nie dacht Teuerdank 277;

sie hat gar hoch ir unschuld klagt,
wie sie sterb dieser zücht unschuldig
H. Sachs 8, 142; 9, 87 K.;

das einer von dem andern durch blosze z., nachrede oder schreiben begangner unthat in seinem handwerck geirret wird (1578) statut. d. st. Breszlau 50; hiebey seinn verpoten all lüge und rückling belaydigung des ngsten, als nachred, schendbrief, falsche z. Berthold v. Chiemsee 363 R.; Fischart offentl. ausschreib. F 6a;

auch einem weibsbild unrecht zicht kan schaden
Hohberg habsburg. Ottobert (1664) G 4a;

Frisch 2, 470a; Steinbach 2, 1090; Campe 5, 858a; von den mhd. zss. abe-, be- bî-, ge- in-, ver-, vürziht (mhd. wb. 3, 880a) gehen ins nhd. in- und verzicht über. s. DWB zieg, m. zss. mit z. als bestimmungswort: zichtsklage, f.: injurien- oder z. Noel Chomel 5, 814; Schrader franz. wb. 2, 1677;
 
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-sache, f.: Frisch 2, 470a.

[Bd. 31, Sp. 879]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zichten, verb., anklagen, beschuldigen, bezichtigen: humanum genus sol sich also z. propter Christum, ut et ipse nasceretur Luther 16, 1, 6 W.; Fulda idiotikens. 601. —
 
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zichter, m., ankläger, beschuldiger: haben min herren ... erkant, das die ... züchter mit irer strof stilston sollen Schmoller Straszburg. tucher- u. weberzunft 109; Besold thes. 2, 317a; Frisch 2, 470a; Schrader franz. wb. 2, 1677; dazu die zss. in- bei Schmeller-Fr. 2, 1103. — ein adj. zichtig quod arguit bietet Steinbach 2, 1090; daraus -keit, f.: ob ihr zwen mit einander in zichtigkeit wehren einander beschuldigen (1630 niederösterr.) österr. weisth. 7, 219. —

 

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