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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zibetkatze bis zicherei (Bd. 31, Sp. 876 bis 877)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -katze, f., asiatische, in Ostindien und auf den groszen Sundainseln heimische art der schleichkatzen, viverra zibetha, und afrikanische, viverra civetta, welche beide zibet liefern: ziberkatz zapetion sive zibethus Maaler (1561) 520d; il zibetto ein wilde katz, zibetkatz Hulsius (1618) 2, 170b; Decimator thes.; catus zibethicus ein zibethkatze nomencl. lat.-germ. (1634) 178; zibettenkatz Schönsleder (1647) N n 8c; stehet der annehmliche geruch dem frauenzimmer nicht an, warumb hat ihn gott den ... zibethkatzen eingepflantzet? Lohenstein Armin. 2, 88a; übertr.: ey so wascht euch, ihr zibethkatzen, ihr kittltauben, ihr gesichteraffen, ... es wird euch auch der beltzebub schon einmahl zwagen A. a s. Clara Judas

[Bd. 31, Sp. 877]


1, 694; Stieler 935; Kramer teutsch-it. 2, 1449b; Frisch 2, 473b; Adelung2 4, 1701; H. Fischer 6, 1174; J. G. Forster s. schr. 5, 349; Ritter erdkde 1, 254; Oken allg. naturgesch. 7, 1538; Brehm 1, 552 P.-L.; dim.: -kätzchen, n.: 1, 553; Ritter erdkde 19, 195; viverricula Brehm 1, 553 P.-L.
 
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-maus, f., gleich -ratte. —
 
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-ratte, f., bisamratte, ein zibethartiges thier, zur gattung ondatra gehörig: Krünitz 241, 210; fiber zibethicus Brehm 2, 527 P.-L.
 
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-schaum, m., zibet in frischem zustande, so wie er von der zibetkatze gewonnen wird: dieser zibehtschaum hat im anfange einen sehr schweeren und ekelhaftigen geruch Olfert Dapper Africa (1670) 21b; haush.-lex. (1728) 1070. —
 
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-thier, n., gleich -katze und auch zibethartiges thier: Kramer teutsch-it. 2, 1449b; Zincke öc. lex. (1744) 3346; Krünitz 241, 211; Oken allg. naturgesch. 7, 3, 1530; dim. -thierlein: gleichwie das bisem- oder z. ein sonder statt oder huszlin hat, darinnen sich der bisem samlet Gäbelkover artzneyb. 2, 417.
 
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zibisheichus rotwelsch, arschprügel, stockschläge: v. Train chochem. losch. 136b; mit dem stock schlagen: Ostwald rinnsteinspr. 170.
 
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zibolle, m., f., meist plur., kleine hagelkörner, graupeln, ein schweiz. wort, welches nichts anderes als das mhd. zibolle, m., zwiebel ist, aber, da seine im gegensatz zu der wortform im eigentlichen sinne (s. ziebel) unveränderte lautgestalt die begriffsverbindung mit schweiz. bolle, m., f., kugelicher gegenstand begünstigt, die alte bedeutung völlig aufgegeben hat; sprichwörtlich: d z-n bringen den winter und den sommer (1790) schweiz. id. 4, 1174; auch ziegenkot ebda.
 
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zibolle, f., zwiebel s. DWB ziebel. —
 
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zibollen, verb., leicht hageln, graupeln: schweiz. id. 4, 1174; Tobler appenz. 456b; dazu dim. ziböllelen, zibölderen ein wenig hageln ebda; Stalder 2, 470; schweiz. id. 4, 1204.
 
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ziborie, f., gefäsz zur aufbewahrung der hostie, mhd. zibôrje aus lat. ciborium speisegefäsz; mit baldachinartigem deckel; danach auch das baldachingeschmückte säulenhäuschen für heiligenbilder und der baldachin über altar oder brunnen u. ä. in Hamburg nach Richey id.2 351 ehedem kleine lustzimmer oben auf den häusern, theils mit, theils ohne altane gesetzt, woraus Richey 349 mit gutem recht das wort zibürken ein kleines gehäuse oder behältnis, eine enge kammer, zelle, klause u. a. ableitet; ebda wird auf sirbhrken heimlich gefängnis bei Leibnitz hingewiesen; sibörken: hier sitte ik vergnögt in minem lütjen s. klein. kammer brem. wb. 4, 781; auch in Holstein und bis nach Vorpommern als zibürken (Lübeck auch scha-) bekannt: Schütze 4, 382; Mensing 4, 481; Dähnert 561a. diese hanseatische sonderentwicklung auf protestantischem boden verdient hier wohl erwähnung; sonst lebt das fachwort ziborie in katholischen gegenden weiter.
 
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zicherei, f., rotwelsch, küche: v. Grolman spitzbubenspr. 76a; v. Train chochem. losch. 136b.

 

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