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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zibber bis zibeth- (Bd. 31, Sp. 875 bis 876)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zibber, m., gemeindeöffentlichkeit: Bischoff wb. d. geheimspr. 92; v. Grolman wb. d. spitzbubenspr. 76a; aus rabbin.-hebr. zibbûr.
 
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zibebe, f., getrocknete grosze weinbeere, grosze kochrosine; eine über ganz Süddeutschland auszer dem Elsasz verbreitete bezeichnung, die jetzt, namentlich an verkehrsmittelpuncten, dem norddeutschen namen rosine zu weichen beginnt; vgl. Kretschmer wortgeogr. 396; zs. f. d. maa. 1911, 76; zuerst von Pinicianus (1516) A 8d gebucht: ziziphus, quae a nostris zibebos dicitur, cuius fructus zizipha, z-n; sodann von Balthasar Trochus (1517) bei Diefenbach gl. 9c; 635c; und für 1521 wieder von Pinicianus ebda 635c; sodann: die groszen weinbeer, bei uns z-n genannt S. Franck weltb. (1534) 141b. dasz der name auch in nördlicheren gebieten bekannt war, beweist neben der erwähnung bei dem Askanier Trochus sein vorkommen in einer hofordnung des markgrafen Johann von Küstrin (1561) bei Kern hofordn. 2, 51 (neben kleine und grosze rosinen) und bei Rollenhagen:

rosinlein, zucker, mandelkern,
zybeben, hergebracht von fern froschmeuseler (1595) G 4a;

im übrigen decken die liter. u. dial.-belege das verbreitungsgebiet der gegenwart: n. schausp. 4, 2, 39; Popowitsch versuch 472;

kommt mit in das schlaraffenland,
da sind die felsen von dragant,
die wlder voll zibeben
Blumauer ged. 211;

ziweben Hügel Wien. dial. 195b; Nicolai österr. id. 144; Stelzhamer ausgew. dicht. 1, 114 Ros.; Rosegger II 3, 244; — fleisch mit z-n und mandlen Guarinonius greuel (1610) 539; grosze ausgekrnte z-n Hohberg georg. cur. 3, 1, 201a; Frisch 2, 473a; Klein prov.-wb. 2, 245; Schmeller-Fr. 2, 1075;

ziwêben, mandel, feign tean s in die zelten drein volksschausp. in Bayern u. Österr. 301 Hartmann; —

weinbeerlein ... das erste geschlecht, welches das edelste ist, nennen wir z-n, Damascener trauben, damascenische rosein und z-n Wirsung artzneyb. reg.; (1530) H. Fischer 6, 1173, wo weitere zeugnisse; allg. d. bibl. 60, 140; Kuen oberschwäb. wb. 56; Chph. v. Schmid ges. schr. 2, 147; — Hier. Bock kreuterb. 831; Gäbelkover artzneyb. 1, 63. wbb.: Stieler 1623; Kramer teutsch-it. 2, 1449a; Marperger kaufm.-mag. 1415; Steinbach 2,

[Bd. 31, Sp. 876]


1090; allg. haush.-lex. 3, 793; Noel Chomel 8, 427; Adelung2 4, 1701; Campe 5, 857b. die z-n kamen nach dem allg. haush.-lex., in halbrunden schachteln verpackt, aus Damascus und jetzt meist aus der Türkei. der name leitet sich aus sizil. zibibbo her, das auf arab. zibība rosine zurückgeht.
 
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zibebenbrot, n.: Steub drei sommer in Tirol 1, 250. —
 
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-davidlein, n., weichlicher, unmännlicher bursche: H. Fischer 6, 1173. —
 
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-hengst, m., schelte für colonialwarenhändler (österr.): Schirmer kaufmannsspr. 214; auch -knabe, m., ebda.
 
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-jüngling, m.: Nestroy ges. w. 5, 178.
 
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zibel, f., zwiebel s. DWB ziebel, f.
 
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zibel, n., hühnchen s. unter DWB ziebelein.
 
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zibet, früher zibeth, m., fettige, moschusähnliche drüsenabsonderung der zibetkatze, früher in apotheken geführt, nach dem bekanntwerden des echten moschus als riechstoff zurückgedrängt; bei der gewinnung ein weiszer schaum, daher der name: arab. zabād schaum zu mlat. zibethum zibetkatze, von da aus dem ital. zibetto, m., zibet(katze) seit dem 16. jahrh. in Deutschland. belege: z., ein wolriechende feistin, mehret mannheit Wirsung artzneyb. reg.; mosch und zibeth ... ist eine ... wrtze der geilheit Lohenstein Armin. 1, 107a; fr die beermutter ... nim z. einer linsen grosz, lasz sie das ... gantz wol in den nabel reiben Gäbelkover artzneyb. 2, 19; (die) an der mutterkranckheit liegenden weiber, welche der annehmliche zibeth tdtete Lohenstein Armin. 2, 267a; z. wird das beste aus den insulis Philippinis, das gemeine aber aus Indien zu uns gebracht A. a s. Clara etwas f. alle 2, 100; zu dieser angabe vgl. unter -katze; meist als riechstoff und zwar im verein mit anderen mitteln aus dem Orient erwähnt: also auch der branntwein sein kraft verleuret, deszgleichen der bisem, amber, z. Paracelsus op. (1616) 1, 883a Hus.; sich und ihre kleidung mit bisem, z. und dergleichen anschmieren und den luft zu verflschen Guarinonius greuel 376; Grimmelshausen 4, 554 Kell.; das geschmnck ... als z., bisam, balsam Moscherosch gesichte (1650) 1, 98;

sein haupt auch raucht und windet
nach zimmet und zibeth
Spee trutznachtigall (1649) 50;

mein gott! von welchem sszen duft
aus ambra, jelsomin, mosch, balsam, und zibeth
sind hier die lfte voll!
Brockes ird. vergnüg. 4, 181;

Chr. Weise grün. jug. 21; 102 ndr.; v. Fleming soldat 339b; Karmarsch-H. techn. wb.3 6, 564; Muspratt chemie 6, 2086 St.-K.; übertr.: honigssze nectarworte und mit zibeth und jesmin durch bisamete redensarten Gottsched crit. hist. 1, 518; sachliche angaben: allg. haush.-lex. 3, 793; Blancard arzneiw. wb. 3, 393a; Krünitz 241, 209; Brehm tierleb. 1, 550 P.-L.; wbb.: Hulsius (1618) 2, 256b; Corvinus 1024; Kramer teutsch-it. 2, 1449b; Frisch 2, 473b; Adelung2 4, 1701; H. Fischer 6, 1173; Unger-Kh. 649b. —
 
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zibete, f., gleich zibetkatze, latinisiert zibetha: papagey, pellicanen, mrkatzen, z-n, bisamthier Fischart Garg. 430 ndr.; Brehm 1, 552 P.-L.
 
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zibeth- wird in zss. auch zur benennung anderer thiergattungen, welche einen ähnlichen stoff ausscheiden, verwendet:

 

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