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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zeuslein bis zibebenhengst (Bd. 31, Sp. 874 bis 876)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zeuslein, n., zeisig, s. sp. 521.
 
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zeute, f., ausgusz, schnauze einer kanne oder brunnenröhre, schnabel an tonlämpchen aller art, aus dem der docht hervorsieht: das ebreische wort zantroth heiszen sie nasen oder z-n, da durch etwas fleuszt Luther 23, 566 W.; die z-n oder schnauszen an den lampen randglosse zu 4. Mos. 8, 2 bei Bindseil 7, 488; von Schrader franz. wb. 2, 1677 übernommen; Götze gloss.2 236a; regenspeier am kirchdach: das (blei des kirchturms) schmelzte (vom feuer) allerdings ab und flosz zu den z-n herauszer an den umgang und hieng an z-n und canalen wie eiszapfen Frankenbergische chron. 64 bei Frisch 2, 473b. ein heute nur im Rheinland, in Hessen und an der Tauber nachgewiesenes wort: rhein. zūt, f., Frings Germ. rom. 130; zaut, f., um Gieszen und in Starkenburg Schmeller-Fr. 2, 1166 und Crecelius 2, 936; dsaudə, f., Heilig Taubergrund 40; zäut, zūt, zutt, f., Crecelius; zeite, f., Vilmar 466; Hofmann niederhess. 268b. dazu zeitengeschwätz, n., plauderei der wasserholerinnen am stadtbrunnen, -wasser, n., Vilmar 467. hierher zceuterliedleyn Luther 29, 44 W.? ein nd. restwort auf md. boden, dessen ursprünglicher lautstand tûte, tte nur im anlaut der nachträglichen analogischen consonantenverschiebung verfiel; vgl. 1zeer, m. (sp. 440); gleich nld. tuit, skand. tût; ablautform des th. 16, 131 besprochenen 2zotte.
 
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zi 1) lockruf für katzen: Tobler appenz. 456b und Stalder 2, 470 mit weiterbildungen in der kindersprache; Crecelius 2, 933; zss.: zibuseli, n., kätzchen: schweiz. id. 4, 1742. 2) zi läszt man eine kinderschar bei hochzeiten, kirchweih oder zur fastnacht rufen; wer zuerst zi schreit, erhält einen apfel oder gebäck: Buck bei H. Fischer 6, 1173.
 
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zibarte, f., s. ziper, f.
 
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zibärtlein, zibertlein, n., prunus insititia s. DWB ziper.
 
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zibbe, f., hündin, häufiger weibliches jungthier oder weibchen kleinerer haus- und feldthiere; vorwiegend ostmd., dem nd. teve, tiffe, f., hündin, übertr. geile, liederliche weibsperson entsprechende wortform, die z. th. schon in mnd. zeit, eine besondere schätzung südlicher zuchtmethoden verratend, in die nd. nachbarbezirke eingedrungen ist und neuerdings bis in Holstein hinein boden gewonnen, jedoch das westliche Niederdeutschland und den ripuarischen bereich unberührt gelassen hat; mit ihrer neuen bedeutung hat sie sich neben das heimische nd. wort gestellt; hier scheint die durch das schwinden des alten wortes au mutterschaf entstandene lücke die aufnahme begünstigt zu haben. die wbb. lassen folgende bedeutungsentfaltung erkennen: 1) hündin: ziwwe Vilmar 471; zübb Dellit ma. v. Kleinschmalkalden 239; zebb Hertel Salzung. wb. 52; sibbken, siwweken kleiner hund, besonders stubenhund (Lippe) Frommann d. maa. 6, 483; sipp, sipphund, sipphundeken brem. wb. 4, 793; 780; s. th. 10, 1, 708; z. hündin, auch weibliches kaninchen Bruns volksw. d. prov. Sachsen ostteil 77a; 2) erwachsenes mutterthier, a) schafmutter: in der mark und Posen Campe 5, 857b; Neumark zs. f. d. maa. 1910, 14; (-pp-) Weinhold schles. 2, 109b; Frischbier 2, 492a; Fallersleben Frommann d. maa. 5, 302; b) ziege: Brendicke Berl. wortsch. 195b; ziff Mensing 5, 759; c) zusammenfassend: von hunden, schafen, rehen, kaninchen Berlin; von schaf und ziege Barnim (Brandenburg); von ziege, kaninchen, hase (Harz) Hertel Thür. 264; von schaf, ziege, kaninchen, hase u. a. Liesenberg 223; sibb, siff Mensing 4, 497; zipp 5, 760; zîweke, f., weibchen mancher thiere, bes. des hasen Schambach 309a; weibliches kaninchen Block id. v. Eilsdorf 102b; Danneil 252a; Hofmann niederhess. 270a; 3) weibliches lamm: sibbe, sibchen Schottel haubtspr. 1415, a) vom schaf, ehe es zum ersten mal lämmer geworfen hat: (mark) Frisch 2, 473b; Hübner zeitgslex.31 4, 1016a; Schrader franz. wb. 2, 1677; ziwwen (Nordhausen), ziwwe (Harz) Hertel Thür. 264; zibben, f., Kleemann nordthür. id. 25c; sibblamm weibliches schaflamm (ostholst.)

[Bd. 31, Sp. 875]


nd. korrbl. 14, 54; b) von der ziege: Jecht Mansfeld. ma. 128a. nun lehrt der vergleich mit 1zicke, dasz ältere sprachverhältnisse heute an die ränder des geltungsgebietes gedrängt auftreten und dasz der kindersprache ein wesentlicher antheil an der bedeutungsgestaltung zufällt; beide umstände lassen, auf z. bezogen, es geraten erscheinen, in lamm, jungthier die ausgangsbedeutung zu sehen: die kinder haben ihre übrigen spielgefährten, das sind lämmer, wie die hündin benannt. liter. beleg für Ostpreuszen:

holt für den sonnengott einen weiszen bock, eine schwarze
zibbe (mutterschaf) herbei für die erde
W. Jordan Ilias (3, 104) 56.

dem wgerm. auszer dem obd., das abweichende wortstämme aufweist, eigenes wort: mnd., mnld. teve, nld. teef, ags. tife, ne. dial. tib hure, tibcat weibliche katze; aus dem mnd. ins dän. als tæve und schwed. in der form täva. so stimmen alle unverschobenen formen in der engen bedeutung hündin, die als die älteste anzusehen ist, überein. das ostmd. musz danach den übergang zu der neuen bedeutung vollzogen haben. doch wohl von z. stammt das ital., schon bei Dante inferno 32, 15 begegnende zeba ziege.dazu die zss. zibbenlamm, n., weibliches schaflamm: (mark) Campe 5, 857b; alles andere an mir ist wandelbar, wie zibbenlämmer erst zeitschafe, dann vollzähnig werden A. v. Arnim s. w. 6, 299; sonst wird das junge schaaf bis zur ersten einwinterung lamm genannt, ... das verschnittene hammel- oder schöpslamm, das weibliche mutter-, zibben-, zickeln-, kilberlamm Thaer grundz. d. rat. landwirtsch. 5, 406; weibliches ziegenlamm: Krünitz 241, 221; sipplamm, n., Mensing 4, 497; zifflamm, n., weibliches schaf- oder ziegenlamm Mecklenburg.
 
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zibber, m., gemeindeöffentlichkeit: Bischoff wb. d. geheimspr. 92; v. Grolman wb. d. spitzbubenspr. 76a; aus rabbin.-hebr. zibbûr.
 
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zibebe, f., getrocknete grosze weinbeere, grosze kochrosine; eine über ganz Süddeutschland auszer dem Elsasz verbreitete bezeichnung, die jetzt, namentlich an verkehrsmittelpuncten, dem norddeutschen namen rosine zu weichen beginnt; vgl. Kretschmer wortgeogr. 396; zs. f. d. maa. 1911, 76; zuerst von Pinicianus (1516) A 8d gebucht: ziziphus, quae a nostris zibebos dicitur, cuius fructus zizipha, z-n; sodann von Balthasar Trochus (1517) bei Diefenbach gl. 9c; 635c; und für 1521 wieder von Pinicianus ebda 635c; sodann: die groszen weinbeer, bei uns z-n genannt S. Franck weltb. (1534) 141b. dasz der name auch in nördlicheren gebieten bekannt war, beweist neben der erwähnung bei dem Askanier Trochus sein vorkommen in einer hofordnung des markgrafen Johann von Küstrin (1561) bei Kern hofordn. 2, 51 (neben kleine und grosze rosinen) und bei Rollenhagen:

rosinlein, zucker, mandelkern,
zybeben, hergebracht von fern froschmeuseler (1595) G 4a;

im übrigen decken die liter. u. dial.-belege das verbreitungsgebiet der gegenwart: n. schausp. 4, 2, 39; Popowitsch versuch 472;

kommt mit in das schlaraffenland,
da sind die felsen von dragant,
die wlder voll zibeben
Blumauer ged. 211;

ziweben Hügel Wien. dial. 195b; Nicolai österr. id. 144; Stelzhamer ausgew. dicht. 1, 114 Ros.; Rosegger II 3, 244; — fleisch mit z-n und mandlen Guarinonius greuel (1610) 539; grosze ausgekrnte z-n Hohberg georg. cur. 3, 1, 201a; Frisch 2, 473a; Klein prov.-wb. 2, 245; Schmeller-Fr. 2, 1075;

ziwêben, mandel, feign tean s in die zelten drein volksschausp. in Bayern u. Österr. 301 Hartmann; —

weinbeerlein ... das erste geschlecht, welches das edelste ist, nennen wir z-n, Damascener trauben, damascenische rosein und z-n Wirsung artzneyb. reg.; (1530) H. Fischer 6, 1173, wo weitere zeugnisse; allg. d. bibl. 60, 140; Kuen oberschwäb. wb. 56; Chph. v. Schmid ges. schr. 2, 147; — Hier. Bock kreuterb. 831; Gäbelkover artzneyb. 1, 63. wbb.: Stieler 1623; Kramer teutsch-it. 2, 1449a; Marperger kaufm.-mag. 1415; Steinbach 2,

[Bd. 31, Sp. 876]


1090; allg. haush.-lex. 3, 793; Noel Chomel 8, 427; Adelung2 4, 1701; Campe 5, 857b. die z-n kamen nach dem allg. haush.-lex., in halbrunden schachteln verpackt, aus Damascus und jetzt meist aus der Türkei. der name leitet sich aus sizil. zibibbo her, das auf arab. zibība rosine zurückgeht.
 
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zibebenbrot, n.: Steub drei sommer in Tirol 1, 250. —
 
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-davidlein, n., weichlicher, unmännlicher bursche: H. Fischer 6, 1173. —
 
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-hengst, m., schelte für colonialwarenhändler (österr.): Schirmer kaufmannsspr. 214; auch -knabe, m., ebda.

 

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