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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nonnenblast bis nonnengans (Bd. 13, Sp. 883 bis 884)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nonnenblast, m. flatus monachae (s. DWB blast th. 2, 71), dann wie nonnenfürzlein:

man mus die zän euch schaben,
euch nun mit nonnenplast erlaben.
Fischart flöhhatz 3660 K.


 
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nonnenblätzlein, n. was nonnenfürzlein. Zedler 24, 1246.
 
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nonnenbrot, n. ein in nonnenklöstern gebackenes zuckerbrot, dessen zubereitung und bestandtheile im frauenzimmerlex. 1338 beschrieben sind.
 
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nonnendrossel, f. turdus monacha Nemnich 3, 412.
 
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nonnenentchen, n. die kreuzente, mergellus albellus Brehm 4, 846.
 
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nonnenente, f. dasselbe. schweiz. idiot. 1, 355; die wittwen- oder nonnenente, dendrocygna viduata Brehm 4, 819.
 
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nonnenfist, m. flatus monachae (s. DWB nonnenblast, nonnenfurz):

hundert man an diser frist,
di wag ich als einen nunnenvist (als gar nichts),
ich trau seu all erslahen wol. Erlauer spiele 5, 188 Kummer.


 
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nonnenfleisch, n. das fleisch der nonne, das sinnlichen begierden widersteht (s. fleisch 5):

mter min, ich hab ghein nunnenfleisch! (sagt die heiratslustige
tochter).
N. Manuel Barbali 78;

denn nonnenfleisch das wächst nicht bald,
heirathe nur bei junger gestalt.
Hoffmann gesellschaftsl. 232;

o Agrippina, ich weisz, dasz dir das nunnenfleisch nicht gewachsen sei, derhalben ... begehrestu in ein kloster? die schausp. der engl. komöd. 115 Tittm.; es ist ihr kein nonnenfleisch gewachsen, non recusabit viri consuetudinem Stieler 503; dasz gutte mensch (so mit aller gewalt ein none werden will) betrigt sich selber, sie hatt garr kein nonnenfleisch. Elis. Charl. (1874) 221. s. auch th. 3, 1755.
 
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nonnenflor, m. nonnenschleier, bildlich: über die ... jungfrau liesz seitdem das schicksal viel schwärzere nonnenflöre niederfallen. J. Paul biogr. belust. 1, 140.
 
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nonnenfurz, m.
1) flatus monachae, s. DWB nonnenarsch. deminutiv nonnenfürzlein. s. jungfraufürzlein.
2) besonders das deminutiv nonnenfürzlein, nonnenfürzchen (franz. pet de nonne) bezeichnet ein in nonnenklöstern übliches pfeffernuszartiges gebäck (vergl. DWB nonnenblast, nonnenscheisz; ganz verkehrt ist die ableitung von dem im Heinrici summarium vorkommenden fuorsal, alimentum, s. Rochholz in der Leipz. illustr. zeit. 1863 nr. 1068; Höfer 2, 295 führt es auf franz. la farce zurück, worauf auch Schm.2 1, 762 verweist. vergl. auch Andresen volksetym.3 180): nunnenförzlein Zeibig urkundenbuch des stiftes Klosterneuburg, einl. xliv anm. 8 (14. jahrh.);

es sind nunnenfürzel;
nempt das erste in den mund,
so wert ir frisch alz ein fauler hunt. Erlauer spiele 3, 670 Kummer;

do man den teig mit riert
und nunnenfürtzlin drausz formiert.
F. Platter 348 B.;

nunnenfürtzle, ein gattung kchlinen. Maaler 309a (vergl. nonnenkräpflein); pfannenkuchen, nonnenfürtzlein. Fischart Garg. 56b; nonnenfürzchen, globuli dulciarii piperati Stieler 385; nonnenfürtzlein, eine art gebackens. Ludwig 1334; ich weisz schon, wo ich kümmel-kuchen .. und nonnenfürtzgen kriegen kan. Chr. Weise freim. redner 751; wenn ihr euch auch nur mit dreiszig oder vierzig katzendrecken ('rosinen

[Bd. 13, Sp. 884]


und mandeln an einen faden gereiht, in schmalz gebacken, gezuckert und süsz übergossen') und nonnenfürzchen zeigen wolltet. J. Paul komet 2, 89 u. anm.über das mundartliche vorkommen des wortes s. Schm.2 1, 762. 1750. Stalder 2, 216. Tobler 337a (nonnafurz). Frommann 4, 474 (elsäsz. nunnefirzle, von leichtem butterteige mit rosenwasser). Spiesz 174. Weinhold schles. wb. 65a (nonnenfärzel). Höfer 2, 297 (nonnenpfärzel); köln. nunnefützche. Hönig 119; nd. nunnenfurte brem. wb. 3, 252, nunnenfürtken Dähnert 332b, mnd. nunnekenfurt Schiller-Lübben 3, 208b.
3) nassauisch, plur. nonnenfarzen, nonnenfärzen (s. DWB farz th. 3, 1334), wie nonnenfürzlein, sodann auch die wilden stachelbeeren. Kehrein 1, 295, schwäbisch nonnenfürzl, stachelbeere Pritzel-Jessen 334b.
 
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nonnengans, f. die ringelgans (anas bernicla) und die weiszwangige gans (anas leucopsis). Nemnich 3, 412. encyclop. der naturgesch. 3, 130b.

 

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