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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
knüll bis knupen (Bd. 11, Sp. 1516 bis 1517)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) knüll, adj. stark betrunken, in den wbb. bis in neuere zeit, auch in Lichtenbergs katalog fehlend, doch jetzt ziemlich allgemein in gebrauch; nd. he is knüll Danneil 111a, Schambach 107b, Frommann 5, 68, md. gewöhnlich knill, s. z. b. Kehrein 235. Vollmanns burschicoses wb. (Schaffh. 1846) gibt es als studentisch (Kindleben Halle 1781 noch nicht), dazu knüllität besoffenheit, knüllhans saufbold, knüllen zechen. der ursprung ist vielleicht bei 'knollicht (knöllicht) trinken' unter knollicht 3 zu suchen.
 
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knulle, m. f., s. DWB knolle.
 
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knulle, f.? knullen, cornus mascula, corneliuskirsche. Nemnich wb. 312: mispeln, knullen, datteln. Brockes 9, 153. nach knolle 8?
 
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knülle, m. ein unkraut im getraide, mhd. wb. 1, 854b (s. oben 2, 559 unten): zizania, knülle, lülleche (lolch). Mones anz. 8, 398, 13. jh.; zizania, knille, knul in einem mittelrhein. voc. des 15. jh. Dief. 635c. zu knolle?
 
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knülle, f. falte die nicht sein sollte, knitter. Campe als landsch., z. b. sächs. knüllen (knillen) im kleide; nd. märkisch knull, knüll Danneil 111a. s. DWB knüllen 2.
 
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knüllen, knullen,
1) schlagen, puffen, schmeiszen u. ä.
a) mit fäusten schlagen, depalmare Denzler 2, 173b, dülpen, schlahen Maaler 246d, schon mhd. knüllen, zeknüllen z. b. von den schlägen die eine böse frau erhält wb. 1, 854b, Scherz 806:

thet sie mit feusten knüllen.
H. Sachs 5, 390d;

so du nit schweigst, werd ich dich knüln. 2, 2, 28d;

ein bengel erwüschet und sie (die frau) tapfer knüllt. wegkürzer 30b; er knüllt in gt ding (gehörig) umb die oren. Fris. 481a; wann dein mann dich mit fäusten wacker knüllet. Albertinus, Gusman 612. auch bei Stieler 996, Frisch 1, 530a, abknüllen durchprügeln ebenda und Kirsch 2, 8a; noch schweiz. Stalder 2, 117 (bes. mit der faust, auch erknüllen), bregenzerw. (knüll m. puff), im ungr. berglande (auch knöllen, knöll m.) Schröer 71b, schlesisch, auch nd. in der Altmark Danneil 111a. auch knullen, schwäb. (und nullen) Schmid 410: ich wil dich .. schlagen, knullen, schmieren, dreschen. Thurneisser alch. 2, 29.

[Bd. 11, Sp. 1517]



b) dasselbe bildlich ist wol knillen ärgern Bernd Posen 133, sich knillen Campe, schlesisch knüllen:

um eines netten löwen willen,
den neid und niedre scheelsucht knüllen,
darf doch ein kennerhals wol brüllen?
Holtei vierzig jahre 3, 203.

s. ebenso knöcheln 2, peinigen, eig. knuffen.
c) hierher läszt sich auch knüllen stoszen ziehen:

ich wil si all in die hell knüllen (: füllen). teufels netz 12239;

doch kann das auch vermischung mit knellen sein, s. d. 2, d in der bed. werfen dasz es kracht, schmeiszen. denn diese vermischung zwischen knüllen und knellen (knillen) liegt schon früh vor, s. sp. 1411, hier noch ein beispiel: den bauch fullen, dasz einer ein laus drauf mocht knullen (der umlaut ist nur nicht ausgedrückt, wie oft). bruder Henr. Kettenbach sermon vom fasten und feiren, o. o. 1522, A ijb.
2) knittern, in falten drücken, corrugare Stieler, Adelung, refl. der mantel knüllet sich, ein kleid knüllt sich das.; mein halstuch ist ganz geknüllet. Ludwig teutsch-engl. wb.; knüllte das gesangbuch gewaltsam zusammen. J. Paul uns. loge 2, 148; der spieszbürgerliche marktflecken erschien im abstich mit freieren menschen so zusammen geknüllt u. s. w. Siebenkäs 4, 40. nd. knullen brem. wb. 2, 831, knullen, knüllen Danneil 111a, hannöv. knülgen. die worte knüllen im reden:

de ander sine wort her mummelt un knüllet,
als hedde he dat muel mit heten brie gefüllet.
Lauremberg 77.

häufiger zerknüllen, verknüllen, zusammenknüllen.
3) obscön, ein mägdlein knüllen, stuprare. Stieler 996; einander knüllen, wie die hunde. Schmotther 2, 388, der auch knollen gibt; vgl. so knallen, knuzen. nd. knullen von derb liebkosendem drücken, knutschen (br. wb.), daher wol die obscöne bedeutung, eig. beschönigend.
4) knüllen, in grumos conterere, friare, geknüllet in globulos compactus. Stieler, in knollen zerreiben, z. b. eine masse salz knüllen Adelung als oberd.
5) dunkel holz knüllen im walde. eine waldordnung betr. die marggrev. unterthanen, so waldgerechtigkeit in den Nürmberger welden haben (1535) E verbietet 'nit pecken, saften, schelen oder knüllen': wer im wald peckt, saft, schelet oder knült, der ist verfallen zehen pfund newer heller; dann 'gepeckt, gesaft, geschelt oder geknült holz nicht zu hawen': wer im wald gepeckt, gesaft, geschelt oder geknült holz abhawet, der soll u. s. w. das pecken und der zweck des ganzen erklärt sich ziemlich unter bicken (vgl. DWB becken) aus Keisersb., knüllen musz etwas ähnliches sein, ob knicken (knellen)?
6) das 4. knüllen kommt deutlich von knolle, wie es auch knollen heiszt; auch das 1. liesze diesen ursprung zu, da die fäuste dabei die hauptsache sind, von knolle (3) knöchel, das freilich älter belegt werden müszte, vgl. DWB knöchen, DWB knuffen. aber es könnte auch unmittelbar von dem starken knëllen entsprungen gedacht werden, mit dem vocal des praet. plur. und der bedeutung knallen machen (vgl. DWB knellen 2, c). das 2., das nur md. und nd. scheint, ist vom 1. doch nicht zu trennen, denn beide bed. puffen und zerknütschen finden sich ebenso in knüffeln beisammen, die beiden bed. schallen und zerknütschen aber in knittern.
 
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knüllicht, corrugatus. Stieler 997. s. DWB knüllen 2.
 
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knüllung, f. corrugatio, plica: wenn ein zeug zerknüllt ist, müssen die knüllungen mit dem biegeleisen wieder ausgemacht werden. Stieler 996.
 
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knummel, s. DWB knäuel 1, f.
 
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knupe, s. DWB knaupe.
 
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knupen, m. eine anzahl fäden, wonach man im seidenhandel rechnet, ein knupen kettenseide z. b. hält acht strähn. Krünitz, Campe. ist es nd.? vgl. DWB knaupe 6.

 

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