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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brinnerling bis britsch (Bd. 2, Sp. 392)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brinnerling, m. eine art äpfel. Hohberg 1, 396a.
 
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brinnet, ardens, flagrans, brennend:

stro wird bald brinnet bei dem fewr.
H. Sachs III. 2, 10c;

da behanget es also brinnet .... wann die feind sehen, das das fewr aus dem rohr fehret und also brinnet an inen behangt. Fronsp. kriegsb. 2, 191a.
 
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brinnig, dasselbe: brinniger, brunstiger oder zwingiger. voc. 1482 e 3b; er wiss auf sein brinnige seel von nichts. Ayrer proc. 2, 10.
 
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brinnlich, dasselbe: ihr naturen sind auch nicht fewrig noch brinnlich. Paracelsus 1, 832a.
 
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brinzelich, was brenzelich, bei Stieler 228 brinzelicht. in der Wetterau sagt man braun und brinzelich, was den ursprung von braun aus brinnen bestärkt.
 
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brisensame, m. hyoscyamus lesen die ausgaben des Simpl. von 1684 und 1713 für bilsensame, wie in den älteren drucken. Keller s. 134.
 
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britel, brittel, n. frenum, ahd. pritil (Graff 3, 299), wovon schon oben sp. 354 unter breidel gehandelt wurde: in zaumen und priteln solt du ir antlitze betwingen, die sich zu dir niht næhent. brevier aus dem 14 jh. Gieszener hs. 878 bl. 110a; was die zugehör mit den brittlen belangt. Seuter 332. mhd.

diu britel sint alt,
man sol daʒ geriem verkêren. Ls. 2, 450.


 
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briteln, britteln, von dem sp. 355 aufgestellten brîden abstammend, in mehrfachem sinn,
1) frenare: nim die mirren der puoʒ, damit du die üppigen geile dines lebens prittelst und zämest. Keller gesta Rom. s. 44; Henn Girhart hat in der ruge (rüge) widder Molnhenn gesprochen, er wulle ime vor sin augen dreden und wolle en brideln, der ampt(man) konde en nit gebrideln. Büdinger buszregister von 1475—82;

und also prittlen, zemen, machen
die ee an schuoler und an phaffen. ring 22c, 18,

wenn diese stelle nicht anders und zemen für ze samen zu deuten ist.
2) asseribus firmare: britle den (gebrochnen) fuesz mit schindlen wol. Seuter 332.
3) plicare in rugas, fälteln: gebrittelt fürtuch der frauen; der schneider hat meiner meuder, unserer Ann und unserm Ursele so schöne gebrittelte röck machen können. Simpl. 1, 139. figürlich, ein anklag zsamen britteln und anrichten, contexere crimen; es ist fein brittlet, composito factum est. Maaler 78d.
 
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britelrecht, n. sonst zaumgeld, halftergeld, das dem marställer, wenn ein pferd verkauft wird, zufällt:

gebtʒ nu dar, eʒ ist ein wicht (untauglich),
eʒ hât heimlîchs brestes pflicht,
da wirt ein britelreht von. Ls. 2, 450;

sô hât aber dâ gewin
der marstaller sîn britelrecht. 2, 451.


 
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britle, britlein, n. was bretlein (sp. 377), brittle. Ben. 1, 259a. Maaler 78d, ein werkzeug der weber: brittli, ein instrument ungefähr wie ein sistrum gestaltet, hat löcher auf beiden seiten, durch welche die faden gezogen sind. dieses befindet sich in der rechten des zettlers. Göthe 23, 58.
 
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britsch, apage, fort, weg, scheint imperativ von britschen. wahrscheinlich schon im verstärkten mhd. ausdruck enthalten:

tprütsch! under dandern, die sich hânt an werdekeit verschamt. MSH. 2, 232.

man hört auch heidibritsch! Schm. 2, 152. Castelli 94, gleichsam fort über die heide! doch vgl. heideguguk! mein geld ist britsch, ist fort, verloren. denn gleichwie mich zuvor die sorg gefrettet, das meinige zu vermehren, also schmerzte michs jetzt um so

[Bd. 2, Sp. 393]


viel desto mehr, weil es pritsch, und keine hofnung da war solches wider zu bekommen. Simpl. 1, 354. vgl. DWB bratsch.

 

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