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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bretspielen bis breume (Bd. 2, Sp. 378 bis 379)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bretspielen, alea ludere, im bret spielen: wann wir im saus ligen, pretspilen, mit schimpflichen possen uns erlustigen. Frank trunkenh. Ga (H 1).
 
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bretstein, m. calculus. Maaler 76a. Dasyp. 308d.
 
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bretsteiger, m. somnambulus, schlafwandler, der nachts kühn auf die dachbreter oder balken steigt. Schmeller 1, 271 hat brettensteiger, von einem schwachen brette, ahd. pretto trabs, vgl. DWB zu balken steigen 1, 1089.
 
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bretstel, f. spira, was bretschel, bretzel, feines backwerk:

da ist kein mangel weder not,
so esz der münch kein rückenbrot,
der roraf hat im die bretstel geben,
darvon mag er noch vil jar leben,
pfawen, wiltpret hat er gng.
so ist der münch sunst also klg,
das er zu finden weisz sein fg.
wan irs beim liecht recht wölt beschawen,
ich nem die bretstel und den pfawen
und liesz euch (die landsknechte) stürmen tag und nacht.
Murners luth. narre 3665. 3671;

oder wie jener, der die brettsteln verbarge. Garg. 54a; ein töringisch pflugrädlein fur ein prettstell (ansehen). 123a.
 
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bretstelnmann, m. bretzelmann: am Straszburger münster im bildwerk von 1489 unter der orgel war ein roraffe und, wie es scheint, daneben ein bretstellenmann angebracht. Stöbers Alsatia für 1852 s. 215. vgl. Murners stelle.
 
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brett, n.? secessus mentis a corpore, entzückung: ein feine geistliche parabel vom getreuen Eckart, welcher in seiner krankheit solte entzuckt, oder, wie mans nennet, in brethen gewesen sein. Ringwald tr. Eck. vorr. A 7a. es steht in Brethen, deutlicher dat. pl., und nicht etwa für inbretten zu nehmen. s. das folgende und in hünnebrüden gelegen. Riemers reime dich s. 52, verderbt für hinbretten, entzückungen.
 
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bretten, stringere, rapere, terrere, ein altes, seltnes verbum, ahd. prëttan prat giprottan (Graff 3, 287. 288), mhd. brëtten brat gebrotten (Ben. 1, 259b). ihm entspricht das altn. bregda brâ brugdinn, vertere, stringere, brugdinn ist strictus, mutatus. ahd. irprottan, raptus, in ekstase, entzückt; inbrodin lac. Lachm. nrhein. ged. s. 9. nhd. nur entbretten: fand man leut, die da entpretten waren, das ist entzuckt im geist. Agricola spr. no 381, was heute in hinbrüten verderbt wurde, vgl. deutsche myth. 1037 und die eben unter brett aus Riemer gezogne stelle. da dem altn. bregda ausdrücklich die bedeutung von nectere zusteht, so wird sich auch das schweiz. garn brätten, netze stricken, plagas texere. Maaler 75d hierher nehmen

[Bd. 2, Sp. 379]


lassen und das ags. max bredan, retia plectere, engl. braid = bregdan stehn. von brîten breit gebriten ist bretten brat gebrotten genau verschieden, wenn sich auch einzelne bedeutungen anrühren sollten.
 
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bretze, f. spira pistoria panis figuram brachiorum plicatorum habens, ahd. brezita, prezitella (Graff 3, 317); pretze, crustula, ranftlein oder plechlein. voc. 1482 z 7a;

aierpretze.
H. Sachs I, 543c;

die pretzen, semel, noch die flecken. I, 511d;

bretze.
Hohberg 1, 203a;

die Schwäblein, die so gar gern schwätzen,
fräszen ein rad für eine bretzen.
Weckherlin 528,

s. die unter bretstel aus Garg. 123a angeführte stelle und das folgende wort.
 
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bretzel, f. dasselbe, nach dem it. bracciatello, vgl.placenta cum brachiolo. Pertz 12, 314, 40;

butterkringel im dorfe genannt, von dem Thüringer bretzel.
Voss Luise 3, 729.


 
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breuhahn, m. eine art weiszbier, die doch viel wahrscheinlicher von brauen, breuen (und dem hahn des fasses) benannt ist, als nach einem angeblichen namen des brauers und erfinders, von welchem Dan. Eberh. Barings beschr. der Saala im amt Lauenstein. Lemgo 1744 s. 16 ff. handelt.

Leipzger breuhahn schmeckt mir nie,
und das rastrum ist noch schlimmer.
Weise überfl. ged. 2, 74;

ich geh gern alle zeit mit dir
zum frischen wein oder gutem bier,
es sei marzmumme oder breihanend.
ists doch itzund der fastelabend.
Dedekind miles 5, 4;

viele weisze bier und sonderlich der breihahn, die gose. Hohberg 3, 2, 56b.
 
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breume, f. was brame sp. 293: der herr bischof neben den andern fürsten und herren lege zu Leubis und wäre sindter nächten 5 uhren mit zwei breumen ubergeführet. Schweinichens Heinrich XI bei Stenzel scr. rer. sil. 4, 97.

 

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