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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bretschneider bis bretze (Bd. 2, Sp. 378 bis 379)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bretschneider, m. sector tabularum.
 
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bretsdick, dick wie ein bret. figürlich: könte ich denn nicht bretsdicke auf Polambulsen schmälen? causenmacher 82.
 
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bretspiel, n.
1) lusus aleae: er vertreibt seine zeit mit bretspiel.
2) alveus lusorius: das man ein bretspiel verbrennet. Luther 3, 406; besonders so sie sich ob dem bretspil und diebischen steinen krümmen, neigen und bucken, gleich gar also ob den rauberischen hölzlin, daher es auch rauberholz oder rauberspil heiszt. Petr. 24a; da bracht man alsbald ein haufen welscher wolgepepter, wolgeferbter karten und die schanzen von bretspil. Garg. 163b; er geht ab, bringt ein bretspil. Ayrer 309a.
3) elevatior pars pedis, tarsus, was bret 12: machte ihme alle nestel ringst umb das schwäbisch bretspiel an seinen beinscheiden auf, damit (er) an anderer arbeit nicht verhindert were. Spangenb. lustg. 406.
4) fritillaria meleagris, kibitzblume.
 
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bretspielen, alea ludere, im bret spielen: wann wir im saus ligen, pretspilen, mit schimpflichen possen uns erlustigen. Frank trunkenh. Ga (H 1).
 
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bretstein, m. calculus. Maaler 76a. Dasyp. 308d.
 
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bretsteiger, m. somnambulus, schlafwandler, der nachts kühn auf die dachbreter oder balken steigt. Schmeller 1, 271 hat brettensteiger, von einem schwachen brette, ahd. pretto trabs, vgl. DWB zu balken steigen 1, 1089.
 
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bretstel, f. spira, was bretschel, bretzel, feines backwerk:

da ist kein mangel weder not,
so esz der münch kein rückenbrot,
der roraf hat im die bretstel geben,
darvon mag er noch vil jar leben,
pfawen, wiltpret hat er gng.
so ist der münch sunst also klg,
das er zu finden weisz sein fg.
wan irs beim liecht recht wölt beschawen,
ich nem die bretstel und den pfawen
und liesz euch (die landsknechte) stürmen tag und nacht.
Murners luth. narre 3665. 3671;

oder wie jener, der die brettsteln verbarge. Garg. 54a; ein töringisch pflugrädlein fur ein prettstell (ansehen). 123a.
 
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bretstelnmann, m. bretzelmann: am Straszburger münster im bildwerk von 1489 unter der orgel war ein roraffe und, wie es scheint, daneben ein bretstellenmann angebracht. Stöbers Alsatia für 1852 s. 215. vgl. Murners stelle.
 
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brett, n.? secessus mentis a corpore, entzückung: ein feine geistliche parabel vom getreuen Eckart, welcher in seiner krankheit solte entzuckt, oder, wie mans nennet, in brethen gewesen sein. Ringwald tr. Eck. vorr. A 7a. es steht in Brethen, deutlicher dat. pl., und nicht etwa für inbretten zu nehmen. s. das folgende und in hünnebrüden gelegen. Riemers reime dich s. 52, verderbt für hinbretten, entzückungen.
 
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bretten, stringere, rapere, terrere, ein altes, seltnes verbum, ahd. prëttan prat giprottan (Graff 3, 287. 288), mhd. brëtten brat gebrotten (Ben. 1, 259b). ihm entspricht das altn. bregda brâ brugdinn, vertere, stringere, brugdinn ist strictus, mutatus. ahd. irprottan, raptus, in ekstase, entzückt; inbrodin lac. Lachm. nrhein. ged. s. 9. nhd. nur entbretten: fand man leut, die da entpretten waren, das ist entzuckt im geist. Agricola spr. no 381, was heute in hinbrüten verderbt wurde, vgl. deutsche myth. 1037 und die eben unter brett aus Riemer gezogne stelle. da dem altn. bregda ausdrücklich die bedeutung von nectere zusteht, so wird sich auch das schweiz. garn brätten, netze stricken, plagas texere. Maaler 75d hierher nehmen

[Bd. 2, Sp. 379]


lassen und das ags. max bredan, retia plectere, engl. braid = bregdan stehn. von brîten breit gebriten ist bretten brat gebrotten genau verschieden, wenn sich auch einzelne bedeutungen anrühren sollten.
 
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bretze, f. spira pistoria panis figuram brachiorum plicatorum habens, ahd. brezita, prezitella (Graff 3, 317); pretze, crustula, ranftlein oder plechlein. voc. 1482 z 7a;

aierpretze.
H. Sachs I, 543c;

die pretzen, semel, noch die flecken. I, 511d;

bretze.
Hohberg 1, 203a;

die Schwäblein, die so gar gern schwätzen,
fräszen ein rad für eine bretzen.
Weckherlin 528,

s. die unter bretstel aus Garg. 123a angeführte stelle und das folgende wort.

 

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