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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brenzen bis bresthaft (Bd. 2, Sp. 372 bis 373)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brenzen, dasselbe, nur stärker: so würden die wasser stinken und brenzen von der verbrenten materi. Thurneisser von wassern s. 24; angelikblust in baumöl geröst also lang bis sie anfacht brenzen. influent. wirk. 24; so gibts dann kleiderbrenzen und orensensen. Garg. 50b.
 
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brenzisch, streng lutherisch, nach dem bekannten theologen Brentius, der sich zuweilen Encaustius nannte: widerräth dem grafen die heirat mit der witwe des prinzen Condé, weil er brenzisch, sie calvinisch sei. Rommel hess. gesch. 5, 606.
 
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brenzlich, s. brenzelich.
 
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bresche, f. moenia crebris tormentorum ictibus disjecta, franz. brèche, engl. breach, wodurch die sp. 342 aufgestellte deutung aus unserm breche bestätigt wird, nnl. bres, pl. bressen: bresche schieszen, es ist bresche geschossen, grosz genug um sturm zu laufen; der feind drang durch die bresche in die stadt; canonen so die allerstärkste bresche schieszen. Butschky Patm. 729. figürlich, eine bresche ins system.
 
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bresilien, morus tinctoria, brasilienholz und die daraus gezogne rothe farbe: so viel cinober oder bresilien. Luther 3, 356b; lefzen presilgenrot. Garg. 76b.
 
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brest, m. vitium, penuria, gen. brestes, mhd. brëst (Ben. 1, 256b):

und lobe in (den herbstmonat) für den werden meigen,
dann er lot uns keinen brest. nambuch s. 119;

gleich als ein vogel, der on brest (ohne fehl)
die veder breitet ubers nest.
Brant bei
Zarncke 149a;

so lasse im die herzader an dem ort, do der brest ist. Gersdorf 19; dieses wasser ist eine sonderliche herz- haupt- und hirnstärkung, benimmt alle breste und kälte derselben. Hohberg 3, 1, 551b. vgl. DWB berst 1, 1527 und brust 8.
 
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breste, m. dasselbe, gen. bresten, mhd. brëste (Ben. 1, 256b):

der bresten vil entdecken in aller geistlichkeit.
Uhland 912;

[Bd. 2, Sp. 373]



die hant ein kunst, die ist so gt,
das sie all presten heilen dt.
Brant 55, 12;

sie sollent keinen bresten oder mangel haben. Aimon B 1; pillulen, die wären für allen bresten gut. Frey garteng. cap. 23; disen bresten zu heilen brauch folgende mittel. Seuter 275; thet sich groszer kunst, wie er allerhand bresten heilen könte aus. Kirchhof wendunm. 117b; aus der physonomei all tugent und bresten abnemen. kluge, weise reden 68b; auch ist das nit ganz, das so vil nachteils, prestens und jamers in sich hat. Petr. 1b; es sei eine schlechte kunst bei ärzten, gott und der natur den bresten befehlen. Zinkgr. 2, 12, 8; sollt aber der gnädige got den lieben friden ertheilen, so möchte man den bresten erst recht sehen und empfinden. Romplers gebüsch vorr. 4; die gall wirt gelobt zu den bresten der ohren. Forer fischb. 168a; sein schmalz heilt die bresten des rachens. 59a. in der Schweiz ist bresten, brästen leibesgebrechen, seuche, viehseuche, pest. Stald. 1, 217. 218. s. DWB gebreste.
 
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brestling, m. fragaria vesca, erdbeere, bei Nemnich bresling, brösling, presling, vgl. franz. fraise:

nim bromber unde bresteling
das ist das allerbeste ding. von guter spise s. 19.

Schmid schw. wb. 91 hat bröstel weisze erdbeere, brästling, grosze, wolschmeckende erdbeere.
 
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bresten , deficere, deesse, mangeln, gebrechen, praet. brast, part. praet. gebrosten.
1) für die ursprüngliche bedeutung frangi, findi, wird es nhd. umgestellt in bersten (1, 1527), doch liest man: denselbigen hat nu beinahe 20 jar das herz im leibe bresten wollen. A. Corvinus A 2b. mhd. z. b.

so was eʒ (das pferd) gebrosten (gebrochen)
nider hinden ûf diu lit. krone 19862.


2) wie brechen übergeht in gebrechen deficere, mangeln, fehlen, ist auch bresten in diesem sinn üblich geblieben, nicht in bersten verwandelt:

bis das ir des atens geprast. ring 35b, 10;

von allen farben dar uf gelegt
schwarz allein dar uf brast. Amor c. 3;

der mag wol reden, was im gebrüst,
und was im in seinem herzen gelüst. Ambr. lb. s. 37;

mir brist allein dein lieb und gunst. s. 121;

solt billichen dir nit bresten die stolz und sichere beschirmung. Cyrill. 33; dem kein reichthum gebrast. alte weisen 103a; was brist dir mehr? Bocc. 2, 70b; hette ihme athumbs gebrosten. Frey garteng. cap. 59; dann wenn ir etwas brast oder anlag, so klagt si solchs dem pfarrher. cap. 112; weil wir ab Salomone unbillich klagten, und nit wisten, was uns vor wolsein bräste. Frank chron. 240a; es ist gut rathen wem nichts brist. weise, kluge reden 100a; alsdann so werden ir von gott so hochbegabt, dasz euch gegen den kranken gar nichts bresten wird. Paracelsus 1, 1056b; sie fragen ward, was ihr doch breste? wegkürzer 23;

mir stimm und zung erstarren,
mir bresten red und wort.
Spee 72 (66);

nie wirds dem an ruh gebresten
wer nur fried im herzen hält. 105 (96).

Stieler 236 stellt bresten noch auf, Adelung und Campe nicht mehr, gebrechen, mangeln, fehlen sind an seine stelle getreten. in der Schweiz dauert es fort. Stald. 1, 217.
 
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brestenhalb, adv. in ermangelung, in abgang: und aller schad beschach mir brestenhalb der dreier gebrüder. Aimon a, weil ich der dr. br. mangelte; mit Loders ufgetrucket ingesigel brestenhalp des minen. Oberlin 185. eine hübsche wortfügung, wo der gen. von bresten abhängt.
 
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bresthaft, vitiosus, infirmus, mangelhaft, gebrechlich: nachdem volgte alsbald der tod Neronis und in im des bresthaften geschlechts ein undergang. Steinhöwel Esop 113b; darnach behe den bresthaften schenkel wol darmit. Seuter 333; unehliche, presthafte, galeenwürdige. Garg. 273; wan du selbst bresthaft dich auch siehst vor andern allen. Philand. 1, 18b; verpflegung der bresthaften soldaten. Spee trutzn. x 3a; arme, bresthafte, lahme leute. Hohberg 2, 437b; s. Anthoni feuer ist auch denen schafen gar übel zu heilen, man kann nichts anders vornehmen, als dasz man mit geiszmilch das presthafte glied bähe. Hohberg 3, 2, 258b; leibwache von armen ausgemergelten und bresthaften handwerkern. Wieland 20, 118.

 

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