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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brenz bis brestling (Bd. 2, Sp. 372 bis 373)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brenz, n. gebrenntes wasser, eau de vie: ihm sein brenz absof. der a. m. im Tockenb. 68. s. DWB branz.
 
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brenzelich, ustionem redolens: brenzelicher geschmack; es schmeckt, riecht brenzelich. bremzelich. Haupt 1, 11. vgl. brinzelich.
 
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brenzeln, ustionem redolere: lasz anfänglich wol zerknitschen, hernach destilliert per alembicum in der gestalt, dasz nichts brenzlet. Paracelsus 1, 1000c; gedistilliert lorbeeröl, so nicht brenzelt. Würtz 299; so wird der wein natürlich gut und bekompt ein brenzlenden lieblichen geschmack. Tabernaemont. 743; versehen mit wolmundetem, maulreiszendem, zapfreszem, lautschwatzendem, zungklapfigem, zungzwitzerigem, zungkützeligem, glasschwitzigem, rauschdanzendem, brenzlendem, grawgebartetem, röschem wein. Garg. 57b.
 
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brenzen, dasselbe, nur stärker: so würden die wasser stinken und brenzen von der verbrenten materi. Thurneisser von wassern s. 24; angelikblust in baumöl geröst also lang bis sie anfacht brenzen. influent. wirk. 24; so gibts dann kleiderbrenzen und orensensen. Garg. 50b.
 
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brenzisch, streng lutherisch, nach dem bekannten theologen Brentius, der sich zuweilen Encaustius nannte: widerräth dem grafen die heirat mit der witwe des prinzen Condé, weil er brenzisch, sie calvinisch sei. Rommel hess. gesch. 5, 606.
 
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brenzlich, s. brenzelich.
 
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bresche, f. moenia crebris tormentorum ictibus disjecta, franz. brèche, engl. breach, wodurch die sp. 342 aufgestellte deutung aus unserm breche bestätigt wird, nnl. bres, pl. bressen: bresche schieszen, es ist bresche geschossen, grosz genug um sturm zu laufen; der feind drang durch die bresche in die stadt; canonen so die allerstärkste bresche schieszen. Butschky Patm. 729. figürlich, eine bresche ins system.
 
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bresilien, morus tinctoria, brasilienholz und die daraus gezogne rothe farbe: so viel cinober oder bresilien. Luther 3, 356b; lefzen presilgenrot. Garg. 76b.
 
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brest, m. vitium, penuria, gen. brestes, mhd. brëst (Ben. 1, 256b):

und lobe in (den herbstmonat) für den werden meigen,
dann er lot uns keinen brest. nambuch s. 119;

gleich als ein vogel, der on brest (ohne fehl)
die veder breitet ubers nest.
Brant bei
Zarncke 149a;

so lasse im die herzader an dem ort, do der brest ist. Gersdorf 19; dieses wasser ist eine sonderliche herz- haupt- und hirnstärkung, benimmt alle breste und kälte derselben. Hohberg 3, 1, 551b. vgl. DWB berst 1, 1527 und brust 8.
 
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breste, m. dasselbe, gen. bresten, mhd. brëste (Ben. 1, 256b):

der bresten vil entdecken in aller geistlichkeit.
Uhland 912;

[Bd. 2, Sp. 373]



die hant ein kunst, die ist so gt,
das sie all presten heilen dt.
Brant 55, 12;

sie sollent keinen bresten oder mangel haben. Aimon B 1; pillulen, die wären für allen bresten gut. Frey garteng. cap. 23; disen bresten zu heilen brauch folgende mittel. Seuter 275; thet sich groszer kunst, wie er allerhand bresten heilen könte aus. Kirchhof wendunm. 117b; aus der physonomei all tugent und bresten abnemen. kluge, weise reden 68b; auch ist das nit ganz, das so vil nachteils, prestens und jamers in sich hat. Petr. 1b; es sei eine schlechte kunst bei ärzten, gott und der natur den bresten befehlen. Zinkgr. 2, 12, 8; sollt aber der gnädige got den lieben friden ertheilen, so möchte man den bresten erst recht sehen und empfinden. Romplers gebüsch vorr. 4; die gall wirt gelobt zu den bresten der ohren. Forer fischb. 168a; sein schmalz heilt die bresten des rachens. 59a. in der Schweiz ist bresten, brästen leibesgebrechen, seuche, viehseuche, pest. Stald. 1, 217. 218. s. DWB gebreste.
 
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brestling, m. fragaria vesca, erdbeere, bei Nemnich bresling, brösling, presling, vgl. franz. fraise:

nim bromber unde bresteling
das ist das allerbeste ding. von guter spise s. 19.

Schmid schw. wb. 91 hat bröstel weisze erdbeere, brästling, grosze, wolschmeckende erdbeere.

 

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