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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brenntag bis brenzelich (Bd. 2, Sp. 371 bis 372)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brenntag, m. dies incendii: durch den letzten groszen brenntag sehen sich die leute um — ein christliches begräbnis und todtenkleid gebracht. J. P. herbstbl. 3, 213.
 
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brennung, f. ustio, voc. 1482 e 3a; auf dasz es gar keiner schneidung, brennung oder anderer schmerzlicher eröfnung bedörf. Paracelsus 2, 300a.
 
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brennweite, f. die ferne des brennpunctes vom mittelpunct des brennspiegels.
 
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brennwurz, f. clematis flammula, flammula Jovis. Hohberg 1, 534a. 536a. vgl. DWB brennkraut.
 
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brennwurzel, f. dasselbe.
 
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brennzeichen, n. für brenneisen: Ramus geht ein, tregt ein kohlfeuer in eim hafen, darinnen steckt ein brenzeichen. Ayrer 376b, darauf heiszt es 377a:

ich musz euch mit dem eisen brennen
in eur rechte hand dis zeichen.


 
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brennzeug, n. das zum brennen oder vereiten geistiger wasser nöthige gerät: die kreuter sollen auch alle grün zusammen gehackt sein und die andern beiden stücke gepülvert darunter gethan und in einem brennzeuge ein wasser daraus destilliert. Bartisch 111.
 
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brente, f. alveus, trulla, orca. Dasyp. 308d; brent, linter, alveus, trulla, corbis. Henisch 502b; trua, ein weit wassergeschirr, brent oder dunn (tonne). Serranus bb 4a; bränte, ein hölzernes gefäsz in mancherlei bedeutungen, namentlich für milch, weintrauben, gesalznes fleisch. Stalder 1, 216. Schm. 1, 263; brenta, bei hirten der niedrige milchkübel (vgl. Wolfs zeitschr. für myth. 2, 54) milchnapf, in der küche das gefäsz zum aufwaschen. Tobler 76a; romanisch brenta, milchkübel, mailändisch brenta weingefäsz; brenta vasis vinarii species, sporta

[Bd. 2, Sp. 372]


vino deferendo idonea. Ducange 1, 768b; seich (seihe) ihn in ein schönes schaf oder in ein brenten. Fronsp. 2, 211b; die milch wird in brenten aufgestellt; er äsze, wenn mans ihm gäbe, ohne umzusehn, zwo brenten voll.
Da brente immer für hölzerne gefäsze gilt, und gerade nicht für gebrannte, irdene, hat die ableitung von brennen, im sinne von pelvis figlina cocta bedenken. mhd. und ahd. begegnet das wort noch gar nicht. die bedeutung von sporta und corbis gestattete vielleicht, das roman. branca, branche heranzuziehen, welches ebenfalls in brante (oben sp. 304) übergieng; die hirten flochten wol so enge gefäsze, dasz sie auch wasser hielten.
Die frühste stelle, wo das wort begegnet findet sich in einem gedicht, wahrscheinlich von Rosenblut, fastn. sp. 1159;

nu wil ich euch melden die nachtraben,
die des nachts auf der gassen umb traben
und groszer ungefur vil darauf pflegen
........
und die vischer auf dem vischmarkt denten (foppen),
den selben verwechseln sie die prenten,
und welcher ein grosze vor im hat,
dem setzen sie ein kleine an die stat,
und machen zwischen in wirren und werren,
das sie des morgens gen einander nerren,
als recht die hunt, die do an einander peiszen.

nimb lach (lohe) ausz eines lederers bränten. Seuter 369; unter den spielen no 52 zählt Fischart auf 'in die brenten', was sich aus s. 51b erläutert: schosz zum ziel, plätelet, spielt ins zinn, wurf in die prenten, wurf bengelein nach dem kapaunen, fochtelt mit den bauren herumb, stach inen die kannen, häfen und krüg zum kopf. bei Henisch 502, 48 findet sich brent, fritillus, alveus lusorius, tabula lusoria, der trachter, dardurch man die würfel wirft, wenn man in die brenten spilt.
 
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brentgans, f. anas bernicla, it. branta, brenta, nnl. brentgans, engl. brentgoose. s. DWB baumgans.
 
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brenz, n. gebrenntes wasser, eau de vie: ihm sein brenz absof. der a. m. im Tockenb. 68. s. DWB branz.
 
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brenzelich, ustionem redolens: brenzelicher geschmack; es schmeckt, riecht brenzelich. bremzelich. Haupt 1, 11. vgl. brinzelich.

 

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