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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bremsen bis bremstall (Bd. 2, Sp. 364)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bremsen ,
1) intransitiv, was ahd. prëman, fremere, rugire: auf das die gottlosen mit den zenen kirren und bremsen. Luther 4, 357a, wobei die verwandtschaft zwischen frendere und fremere einschlägt, vgl. DWB brunft. die stelle aus ps. 42, 2 wie der hirsch schreiet nach frischem wasser, umschreibt Melissus S 3a:

wies gehirse bremst und rechzet
girig frischer wasserflusz.

man musz auch von fliegen und hornissen gesagt haben, dasz sie bremsen oder bremen, wie es heiszt sumsen oder summen.
2) Stalder 1, 223 hat ein weiter geleitetes bremschlen, bremstlen, ungeduldig auf etwas warten.
3) transitiv, den maulkorb ansetzen, die bremse anlegen, bändigen, hemmen: so salstu sei also prensen mit dem perdemulerholte. cautel des Ssp. bei Bruns s. 150.
4) ein rad, ein triebwerk hemmen, einhalten: das rad wird gebremst. so beim dampfwagen, bremsen.
5) in sich bremsen, stopfen, drücken = essen.
6) sich bremsen, sich enthalten, cohiberi: ewer herz ist wie gemadtet und müsig blei, es nimmet kein silber mehr an sich, es premset sich nit drumb, wenn ich schon strafe und locke. Mathesius 159a.
7) hier mag es schon angeführt werden, dasz erbremsen irritare, erbremst iratus ausdrückt: der satan ist gar erbittert, erbremst und erzürnet. Luthers tischr. 250a; s. Paulus so erbrembst und zornig ist. das leitet sich unmittelbar ab von bremen mugire, ohne einmischung der bremse (obschon der teufel einer fliege verglichen wird) und bedeutet fremebundus. vgl. Henisch 488, 65.
 
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bremser, m., der das rad hemmt.
 
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bremsgestochen, oestro punctus:

ei, welch ein bremsgestochner, jäher thor.
(why, what a waspstung and impatient fool.)
Schlegel in Heinr. IV th. 1. act 1 sc. 3.


 
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bremsig, oestro furens: das vieh ist bremsig, lauft wild mit aufgehobnem schwanz umher. Stald. 2, 501.
 
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bremskrümmling, m. bergmännisch, ein kleines rad an des kehrrads welle beim wassergöpel.
 
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bremsscheibe, f. dasselbe, vgl. DWB bremscheibe.
 
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bremsseule, f. pfoste, worauf die bremsbäume, in der schere und auf dem nagel beweglich, liegen.
 
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bremsschuh, m. ein stück holz am bremswerke, um das rad zu bremsen oder anzuhalten.
 
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bremsschwengel, m. dasselbe.
 
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bremsstube, f. hütte über dem bremswerk, zum schutz gegen unwetter.
 
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bremstall, n. gehölz dem vieh zum schutz gegen bremsen. Schm. 1, 258. s. DWB bremgarte.

 

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