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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bremenhecke bis bremse (Bd. 2, Sp. 363)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bremenhecke, f. sepes spinea, dornhecke: die Griechen nennen fast alle stechende stauden batos, die Latiner rubos, wir Teutsche gemeinlich bremenhecken, weil sie wie die bremen stechen. Spangenberg lustg. 710, vgl. oben sp. 293.
 
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bremenschlacht, f. caedes tabanorum: als nun vorgemelt bremenschlacht Gargantua sah, hett er seine herzliche freud darob. Garg. 147b.
 
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bremgarte, m. ortsname, vgl. ags. ceafortûn, mythol. 1222.
 
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bremmer, m. bergmännisch, ein schacht, der nicht senkrecht niedergeht, sondern absätze hat. bei Hertwig s. 91b: der ort, wo ein schacht gesprenget oder getheilet ist, dasz er nicht in einem seil niedergehet.
 
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bremmern, in schächten, die noch nicht teufe zu einem zweimännigen schacht haben, das erz herauf winden. s. DWB bremse 3.
 
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bremmerschacht, m. was bremmer.
 
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brems, n. epistomis, fiscella, maulkorb, knebel, den man den pferden anlegt, ein ros klagt:

das prembs mein maul mir zwicket vorn.
H. Sachs I, 501a;

Alberus hat: postomis vel pastomis (entstellt aus epistomis), ein gebisz oder bremes, ein eisern oder hölzern instrument, das man dem pferd an die nasen legt. in der cautel des Ssp. (bei Bruns s. 149) heiszt es: nu wil ik Orienus di leren, wo (wie) du dei valschen lude in dedingen salst bedwingen, als man ein pert mit eime premmisse of mulholt dwinget. es wird aber auch, und richtiger, weiblich gebraucht, s. DWB bremse, wo eine erklärung folgen soll.
 
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bremsbaum, m. ein balke unter und über dem bremsrad.
 
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bremschacht, m. was bremmer.
 
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bremscheibe, f.: die roszkunst mit der premscheibe. Mathesius 145b; auch Fischart Garg. 187 nennt unter lauter bergmännischem gerät den hölzen Heine, den Heinzen, die roszkunst mit der bremscheib. s. bremsscheibe.
 
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bremse, f. in verschiedner bedeutung,
1) tabanus, oestrus, fortbildung von breme, schon ahd. bei Graff 3, 304 primissa ascila, l. primisa asilus, bei Henisch 488 bremse, brumse. eine grosze, pferde und rinder plagende stechfliege: jage die bremsen fort! puer abige muscas; sie beiszt bis aufs blut und kehrt verscheucht immer zur selben stelle wieder. genug ich kam herauf (aufs pferd) und sasz fest wie eine bremse. Soph. reise 5, 411. vgl. brumse.
2) epistomis, maulkorb, was brems; es ist eine passende figur der vorigen bedeutung, ohne dasz man nöthig hat an premere, pressen, drücken, zwängen zu denken; der maulkorb setzt sich gleich der stechfliege, auf das thier, und verursacht ihm empfindlichen schmerz. die schmiede legen die bremse an, wenn sie das störrige pferd beschlagen wollen: stehet der gaul nit gern, so leg ihm ein prembsen an. Seuter 175;

du klafst ze vil, ich leg dir schier ein bremsen an. Mörin 2b.


3) dieser begrif von klemme, knebel, schraube wurde aber noch bei andern angelegenheiten angewandt, so bedienten sich auch die gemsenjäger und räuber der bremsen:

habt ir auch bei euch alles das,
darmit man fecht solch gemsenböck,
als strick, bremsen und daumenstöck?
H. Sachs V, 339c.


4) die hauptanwendung war beim mülwerk und bergwerk zur hemmung des getriebes. in der müle wird durch die bremse die wirkung des hauptrades gehemmt. im bergbau ist bremse die kurbe oder der handgrif, um das kleine rad (das bremsrad) aufzuhalten. auch ein langes, in die erde befestigtes holz, um das sich seiler winden, wenn holz in den schacht hinabgelassen werden soll, heiszt bremse (oder bei Hertwig 91 brems). heutzutage ist die benennung auf den eisenbahnen wieder gangbar

[Bd. 2, Sp. 364]


geworden. angenommen, dasz schon das einfache breme im sinne solcher hemmenden werkzeuge gebraucht wurde (wofür bremscheibe spricht, und im vocab. 1482 z 6b prem scabra, d. i. scalpra, oder schabeisen, zumal aber Maalers wirkliche angabe von brem, pastomis); so erklären sich auch die ausdrücke bremmer und bremmen als gleichbedeutig.

 

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