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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bremader bis bremmern (Bd. 2, Sp. 362 bis 363)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bremader, f. saphena vena, die rosen- oder frauenader, ein zweig der schenkelader. bei Stieler 8 brämader.
 
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brembusch, m. rubus: von brombeerhecken und brembüschen. Garg. 147b.
 
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breme, f. dasselbe und was sp. 293 brame, das wort läuft durch alle vocale: breitet sich uber die erden her, wie hoppenbremen (hopfenranken), wirt voll der wurzeln. H. Staden v 3; das pulver von unzeitigen bremen oder brombeeren. Uffenbach 2, 169; rauch von brumen oder hundsbrämen (rosis caninis). Garg. 147b. vgl. ags. bremel.
 
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breme, m. oestrus, tabanus, asilus, ahd. prëmo (Graff 3, 303), mhd. brëme, brëm (Ben. 1, 238a); bei Maaler 77b die brem, bei Henisch 488 die bremme; mit umstellung des R daher entsprungen scheint das finnische parma. offenbar ist die wurzel prëman, brëmen = fremere, βρέμειν, sonitum edere, weil das insect heftig brummt oder summt, wie es mhd. mit einem ähnlichen ausdruck heiszt:

der hornûʒ der sol dieʒen. Iw. 209,

und hornûʒ crabro, ags. hyrnet, engl. hornet wol cornicen, das hornende, posaunende thierchen ist. das einfache breme galt noch im 15. 16 jh. preme tabanus. vocab. 1482 z 7a; asilus, ein rosmuck oder bräm. Dasyp. 14b; ein brem. 159d. 238d; breme. Serranus 67a; brem. Maaler 77b; premen und mucken. Seuter 205; von hurnussen und bremen. Pinter 421; die mücken oder fliegen, bremen. Uffenbach 101; es ist ein gemein sprichwort, der do nit in dem heuwmonet gablet, so die mücken und bremen zablen, der msz in dem winter umbloufen und tragen ein seil, und frogen het ieman heuw feil? Keisersberg bilg. 147c, welchen spruch auch Henisch 488, 66 mit abweichungen anführt;

die stechen herter wann die premen.
H. Sachs I, 527a;

hart stachen die bremen und mucken. I, 537d;

schrecklich von den bremen, hurnausz, wefzen geplagt werden. Fischart groszm. 132; derselbige wald war voll von brämen und kuhfliegen, also das er für die arme thier, esel und pferd, die da durchzogen, ein rechte rauberei und mörderei war. Garg. 147a, dieser wald mahnt an Parz. 2, 22

sîn triwe hât sô kurzen zagel,
daʒ si den dritten biʒ niht galt,
fuor si mit bremen in den walt;

wurden abermal viel legionen tobbrämen (tobender, wütiger bremen) vertrieben. Garg. 147b. die blinde brem, tabanus pluvialis, anlaufen wie ein blinde brem, keck, blindlings. Schm. 1, 258. heute sagen wir nicht mehr breme, sondern bremse. Bei Maaler 77b aber auch schon die bremen, pastomis, ein kluppen, die man den pfärden an die nas oder an das maul legt.

[Bd. 2, Sp. 363]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) breme, f. fimbria, was sp. 293 bräme: an die seume oder preme der kleider. Melanchth. kurz. biogr. der christl. leer. 1524 fol. 6; si trgen auch breit saum, umbleg oder prem um ir kleider. Frank chron. 484a;

ihr rock hätt falten uberal
der brem wol hundert an der zal.
Spreng Il. 33b,

bei Voss 2, 448 hundert zierliche quäst, aus lauterem golde geflochten. im original ἑκατὸν θύσανοι.
 
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bremen, fimbriis ornare, praetexere, heute brämen, verbrämen:

nach der mode speise nemen,
nach der mode kleider bremen.
Logau 1, 10, 29;

die bauermägd ums lätzgen samtschnür brehmen. Wiedemann ost. 29; ich lasse andere schnüre auf meinen libereimantl brehmen. Weise markgr. von Ancre 50; brehmt die mauler ein, die oft zu weit aufgehen. mägdelob 71.
 
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bremenhecke, f. sepes spinea, dornhecke: die Griechen nennen fast alle stechende stauden batos, die Latiner rubos, wir Teutsche gemeinlich bremenhecken, weil sie wie die bremen stechen. Spangenberg lustg. 710, vgl. oben sp. 293.
 
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bremenschlacht, f. caedes tabanorum: als nun vorgemelt bremenschlacht Gargantua sah, hett er seine herzliche freud darob. Garg. 147b.
 
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bremgarte, m. ortsname, vgl. ags. ceafortûn, mythol. 1222.
 
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bremmer, m. bergmännisch, ein schacht, der nicht senkrecht niedergeht, sondern absätze hat. bei Hertwig s. 91b: der ort, wo ein schacht gesprenget oder getheilet ist, dasz er nicht in einem seil niedergehet.
 
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bremmern, in schächten, die noch nicht teufe zu einem zweimännigen schacht haben, das erz herauf winden. s. DWB bremse 3.

 

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