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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
breipfännchen bis breisrieme (Bd. 2, Sp. 355 bis 356)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) breipfännchen, n. bin mit meinem ältesten in die stadt gegangen, um weisz brot zu holen, und zucker, und ein irden breipfännchen. Göthe 16, 19.
 
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breipfanne, f. pultarius. Maaler 77c.
 
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breis, n. compages, nodus, altn. bris callus, compages mit kurzem vocal, kommt in dreifacher bedeutung vor,
1) breis am ermel, fimbriae manicae superae. voc. inc. teut. ante lat.
2) breis, later. das. d 2b; imbrex qui tegularum juncturis superimponitur. Henisch 495.
3) am pferdehuf heiszt der streif zwischen fleisch und horn 'breis und saum'. Schmid schw. wb. 95; das treibe mit dem trenken so lang, bisz du meinst, es (das pferd) nit mehr bedürftig, und sihe dasz du ihm ein dörre oben am breis umbher machest, damit ihm das leben nicht oben herausz brech und im huf inwendig weich bleib. Seuter 128.
 
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breischüssel, f. schüssel zum brei.
 
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breisen, nodis, funiculis stringere, cingere, schnüren, heften, mhd. brîsen breis gebrisen (Ben. 1, 255. 256); unsere ahd. quellen bieten das wort nicht dar, es ist aber in allen deutschen sprachen vorauszusetzen, da ein berühmter weiblicher schmuck, der Freyja halsband brîsînga men heiszt, womit brosinga mene im Beovulf 2399 zusammentreffen musz. vielleicht wäre auch altn. besser brisînga men zu schreiben und ags. brosinga aus brusinga hervorgegangen, was auf briusan braus brusun, statt breisan brais brisun, nach bekanntem wechsel

[Bd. 2, Sp. 356]


beider ablautsreihen führen würde. brisîng und brosing angesetzt, erwüchse der passende sinn monile nexuum, connodationum, das künstlich verschlungne halsband.
Fast alle mhd. und nhd. stellen verwenden brîsen, breisen vom schnüren des gewandes und der schuhe:

ir maget, brîset iuwer hemde wîʒ
mit sîden wol zen lanken.
Neidh. 15, 3;

an irn füeʒen kleine
truoc si zwei schüelîn reine
gebrisen an ir beinlîn wol. fragm. 27a;

er tregt ein seidin hemmat an,
darein so preist er sich.
Uhland 58;

die doch in narrenkapp sich brisen.
Brant 40, 4;

wie man sich mutz, schmier (? schnüer), nestel, bris. 89, 7;

ein junger gesell was gebrisen und zerzert und hett sich auszgestrichen, als steif er immer kund. Keisersb. gunkel; wann er ein seidin wammes antreit uf der gassen und steif ingebrisen ist und ingenistelt, das geb im mer freud dan das mesgewand. post. 202b; was wir mit den kolbenden preiten schhen, preiten pareten, geprisnen hembdern thond, das haben die alten mit den spitzigen geschnebelten schhen, kappen und weiten hembdern gemeint. Frank guldin arch 101a; und so sie trucken werdent, so schnür oder breis die tüechlin subtiligklichen zsamen. Braunschweig 14;

in einem watsack, der was fein
verschlossen und gebrisen z. Mörin 18;

teglich sie sich ziert, preist und butzt,
vor dem spiegel streicht, zaft und mutzt.
H. Sachs I, 521;

fieng demnach an zu lachen, den barchat zu reiszen, seinen latz zu entbreisen. Garg. 148b; einbreisen und schnüren. Witzenb. 76; ihre zuckerballen hatte sie hinlässig eingepriesen und dahero belustigte mich deren auf- und niedersteigen, wann sie athmete. Simpl. 2, 408. 409. später verschwindet dies wort im schriftgebrauch und steht schon bei Stieler und Steinbach nicht mehr; vielleicht wegen seiner vermischung mit preisen laudare, welches, auch oft mit b geschrieben, sich sogar die starke flexion pries priesen gepriesen aneignete.
In der Schweizersprache dauert aber das alte brisen schnüren lebendig fort. Stald. 1, 227. Tobler 78a; ebenso in Schwaben (Schmid 95) und Baiern (Schm. 1, 345, der es mit unrecht unter P stellt). engbrisen angustus. Henisch 893, 23.
Frank gebrauchte breisen auch von einem das land einfassenden, gleichsam einschnürenden bach: welcher alle garten wässert und die ganz ebne zwischen der statt Tripoli und dem berg Libano, und breiset das ganz land, und seind seine wasser kül und süsz. weltb. 166a.
Nicht das lat. premere pressus, franz. presser darf man zu unserm breisen halten, sondern das mlat. frisare, fimbriis ornare (Ducange 3, 415), prov. freisar, frezar (Rayn. 2, 400), franz. fraiser, it. fregiare, Diez wb. 155. vgl. anbreisen, aufbreisen, ausbreisen, einbreisen, deren einige schon zur erläuterung beigebracht wurden.
 
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breisen, adv. anguste, stricte, bei Maaler 78d, müste sich als dat. pl. von breis nehmen lassen.
 
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breislein, n. schweiz. brisli, bändchen, das vorn am ermel eingeknöpft wird, auch am hemd um den hals geht. Stald. 1, 227. Tobl. 78a.
 
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breisloch, n., foramen funiculi fibulatorii, das loch zum einbreisen: also nimm driecket stücklin leinin tuchs mit breislöchern nach der lenge der wunden. Braunschweig 15.
 
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breisnestel, f. lorum, quo quid astringitur, schnürband oder rieme.
 
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breisnestelmieder, n. schnürbrust, schnürleibchen.
 
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breisrieme, m. strophium, brustbendel. Dasyp. 234b. 308c;

maultrummen, pfeifen, fingerring,
preisriemen und dergleichen ding.
Mangolds markschif bei Weller s. 67.

 

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