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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bravierisch bis brechbecher (Bd. 2, Sp. 341)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bravierisch, insolens. Stieler 219.
 
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bravkerl, m. homo frugi: bis dasz ich ein bravkerl geworden wäre. Schelmufsky 1, 14; brafkerl. Sophiens reise 1, 661.
 
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bravo, euge! interj.

wenn ein gott sich erst sechs tage plagt
und selbst am ende bravo sagt.
Göthe 12, 124;

klatschen in die hände und rufen bravo, bravo! 14, 93.
 
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brech, n. fragor, stridor: brächen, ein bräch füren, frendere. Maaler 75c, wie auch bei Dasyp. 80a frendeo verdeutscht wird: ich brich. ahd. kiprëh fragor (oben sp. 283). brech füren ist also was bracht füren (sp. 284), lärm verführen, machen, wie auch die knirschenden zähne rauschen. so wird das folgende 'brech der welt' meinen was bracht, pracht, hoffart der welt (sp. 284. 285): ursach, dann die gmein ist alweg unrein gewesen, widerumb das evangelium, das gt, die warheit nie das prech der welt gehabt (wie bracht haben sp. 284), ja alweg als ein auswurf verspucht worden ist. Frank chron. 97b.
 
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brech, m. und n. labes, infirmitas, vitium:

wer sich do recht z baden fleisz,
so ledigen sie (die bäder) dem menschen ab
was preches er inwendig hab. fastn. sp. 1258;

etlich peiniget der unersätlich präch der geitigkeit. Frank chron. 102b; man flucht auch bei dem brech, dasz dich das brech erstosz! was brech sei, kan ich anders nicht wissen als von brechen, paralysis, gichtbrüchig. Albrechts fluchabc s. 63. vgl. gebrech und breche m.
 
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brechahne, f. cortex decussus ex lino, ahne (1, 194), die aus der breche oder beim brechen des flachses abfällt. Stieler 27 hat den pl. des diminutivs: anichen, brechanichen.
 
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brecharznei, f. medicamentum vomitorium.
 
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brechbank, f. tabula in qua pistores massam pilo frangunt et denuo pinsunt. Frisch 1, 131c, zumal beim bretzelbacken, wo der teig zweimal gekneten wird.
 
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brechbar, frangibilis: nur die drei grundvocale A I U sind brechbar, die gebrochnen E und O keiner neuen brechung fähig.
 
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brechbarkeit, f. sie war es welche diese úrtheile aus dem licht entwickelte, denen man zu diesem behuf eine verschiedene brechbarkeit zuschrieb. nun war aber bei gleicher brechung diese brechbarkeit sehr verschieden. Göthe 54, 204; indem die brechbarkeit aus der brechung entspringt, so musz sie ja mit ihr gleichen schritt halten. 59, 219.
 
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brechbecher, m. scyphus vomitorius, ein becher von spieszglas, in welchem man wein eine nacht über stehn liesz, der dann zum brechmittel diente: der mann hält sich in steinbrüchen auf und säuft seine bittern extracte aus einem brechbecher fort. J. P. Hesp. 4, 152.

 

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