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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brautkind bis bräutlein (Bd. 2, Sp. 336 bis 337)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brautkind, n. filius, filia ante justas nuptias procreatus, procreata, jungfernkind.
 
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brautkleid, n. vestis nuptialis: ihre brautkleider legte sie von stundan ab. pol. stockf. 329;

da der himmel gütig lachet,
da die erd ihr brautkleid machet,
da sich feld und wiese malen.
Ramlers und
Lessings Logau s. 166,

der urtext hat 1, 7, 50 nichts davon; Albano, sagte sie, und ihr ganzes angesicht wurde eine erhabne thränenlose liebe und die sterne webten und stickten ihr brautkleid. J. P. Tit. 2, 244; wo an allen zweigen die alten brautkleider einer geschmückten vergangenheit hiengen. 3, 127.
 
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brautkranz, m. corona nuptialis.

nie wird der brautkranz deine locken zieren.
Schiller 452b.


 
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brautkuchen, m. placenta nuptialis: dasz sie gegenwärtig alle statt des thränenbrots den brautkuchen der freude anschnitten. J. P. Hesp. 4, 163.
 
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brautkus, m. osculum sponsale, der erste kus verlobter: nur vergessen sie nicht, dasz zwischen ihren brautkus das gespenst einer selbstmörderin stürzen wird. Schiller 205a;

so tödte mich, und küsse mir die seele
mit deinem brautkus von dem blassen mund!
Körner.


 
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brautlaube, f. umbraculum nuptiale, brautgemach unter bäumen: und nun ist unsre mutter auch hingegangen, dasz sie sehe, wie ihre töchter meine brautlaube schmücken, und mit mütterlicher hand auch einen zweig in die laube flechte. Klopstock 8, 11; doch geh zu deiner mutter und lies blumen mit ihr, deine brautlaube zu schmücken. 8, 14; und zu allen diesen freuden kömmt noch diese, dasz ich heut meinen Heman und meine Selima in die brautlaube führe. 8, 47.
 
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brautlauf, m. nuptiae, eigentlich cursus nuptialis, weil im alterthum ein lauf, ein wettrennen um die braut gehalten wurde, auch wol accursus ad nuptias, convivium nuptiale; ags. brŷdhleáp und verderbt in brŷdhlop, brydlop; altn. brûðhlaup, verkürzt in bruðlaup, brullup, schw. bröllopp, dän. bryllup; mhd. brûtlouf, mit schwankendem geschlecht (Ben. 1, 1047a). do Christus bei dem brautlauf was. Keisersb. patern. J 3; uf einem brautlauf. hell. lewe 22; aber weiblich: z der brutlouf laden. post. 1, 24; und hast nit dein brautkleid an an der brutlof. 153. Maaler hat 77a der brautlauf, desgleichen Dasypodius 155b. 308b, Henisch 486, 62, Stieler nicht mehr. Luther setzt in der bibel nur das allgemeinere hochzeit, braucht aber das alte wort sonst noch, z. b. wie die wolfe thun, wenn sie hochzeit und brautlauf haben. 3, 423b; breutgam und braut wurden von dem bischof ehelich zusammen gegeben und war dermaszen bei jederman uber diser gemahelschaft so grosze freude, dasz es ein wunder zu sagen were, darumb wil ichs bleiben lassen und sagen wie dieser brautlauf vollendet wurde. buch der liebe 394, 1; als er her zum brautlauf hat reisen wollen. 394, 2; darab sich die amtleut gröszlich beklagten, das sie nit vil gelts me von den brautläufen aufheben. bienenk. 199a. neuerdings hat Schiller den ausdruck wieder verwendet:

das ist der klostermair von Mörlischachen,
der hier den brautlauf hält. 545a.


 
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brautlaufbrief, m. pactum dotale. Frankf. reform. 1509.
 
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brautläufisch, adv. nuptialiter. bei Dasypodius 308b brautlöffisch.

[Bd. 2, Sp. 337]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brautlauft, m. und f. nuptiae, ahd. prûthlouft, brûtlouft, pl. brûtlouftî (Graff 4, 1120), mhd. brûtlouft (Ben. 1, 1047a), nnl. bruiloft f., nicht von loben, verloben, spondere, sondern gleich dem vorigen abzuleiten von laufen currere, wie auch sonst hlouft cursus, und noch heute zeitlauft, weitläuftig gesagt wird. die nhd. form mit ft erscheint nur bei einzelnen schriftstellern des 15. 16 jh. und weicht später dem bloszen f:

so wöllen wir zu brutlauft gon.
Murner luth. narr 1352;

man hielt ofne brawlauft (wie nl. bruiloft). Fierabras J 3. brautlobd bei Henisch 486. 487. scheint jener herleitung von loben zu gefallen gebildet. nd. denkmäler zeigen, nach dem wechsel zwischen ft und cht, die formen brudlocht, brulocht, brudlacht, welches letztere sich auch im vocab. 1482 e 3b findet.
 
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bräutlein, n. bräutchen, die kleine, liebe braut:

so herzlich, als vielleicht dein stark und zärtlich küssen
dem lieben bräutlein oft den durst wird löschen müssen.
Günther 784.

in der Schweiz sind bräutli, brütli butterbemmen (vgl. ankenbraut). Stald. 1, 222. Tobler 81b und bräutli machen ist wie bemmelen eine der vielfachen benennungen für das steinwerfen auf flachem wasser.

 

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