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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brauseköpfig bis brautaltar (Bd. 2, Sp. 328 bis 332)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brauseköpfig.
 
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brausen , aestuare, kommt ahd. nicht vor und ist mhd. selten (Ben. 1, 271), altn. brûsa, schw. brusa, dän. bruse; das nnl. bruisen bedeutet zumal spumare, das ags. brŷsan, engl. bruise aber conterere, stoszen, braun und blau schlagen. vgl. brausche.
1) von wein, most und anderm gährendem getränke:

du brausender und frischer most,
du gährend mark der wilden reben.
Hagedorn 3, 119;

magnetisch braust im glase
der wein.
Voss poet. werke 1835 s. 168;

auf des derwischens wol wollen wir den Chier heut brausen hören. Klingers th. 3, 150; das wasser braust aus dem krug; es siedet und brauset im kessel. man sagt auch in einigen gegenden, nach einem regen brauset alles, wächst alles fett und geil, gleichsam gährt von neuem.
2) vom meer: das meer brause und was drinnen ist. 1 chron. 17, 32. ps. 96, 11. 98, 7; deine flut rauschen daher, das hie eine tiefe und da eine tiefe brausen. ps. 42, 8; die wasserwogen

[Bd. 2, Sp. 329]


im meer sind grosz und brausen grewlich. 93, 4; o weh der menge so groszes volks, wie das meer wird es brausen. Es. 17, 12; der das meer bewegt, das seine wellen brausen. Jer. 31, 5; das ire wellen brausen, wie die groszen wasser. Jer. 51, 55; und siehe die herlichkeit des gottes Israel kam von morgen und brauset wie ein groszes wasser brauset. Ez. 43, 2; und das meer und die wasserwogen werden brausen. Luc. 21, 25; sausen und prausen des meers. Petr. 219b;

die (Limmat) wolt sich erstlich etwas strauszen,
erzeigt sich wild mit rauschen, prausen. gl. schif 234;

wenn die wind wider einander sausen,
die meerwellen toben und prausen. mückenkr. 1, 401;

und näher brausten laut die meereswogen.
Bonaventura s. 125.


3) vom sturm: Wuotans wilde jagd brauset vorüber; ein gewitter braust heran;

er kam gebrûset als ein windes brût. Engelh. 2775;

er brûset in dem hûse rehte sam ein sturmwint. MSH. 3, 294b;

und praust daher gleichwie der wind.
Schmelzl verl. sohn 9b;

nicht hier, wo sturm und regen braust,
will ich zurück dich lassen.
Platen 1a.


4) von wald und bäumen, die der wind bewegt:

der eichwald brauset, die wolken ziehn,
das mägdlein wandelt am ufers grün.
Schiller 49a. 349a;

durch das brausende gehölze. J. P. Hesp. 1, 165; näher an uns brauste die kastanienallee. 4, 183.
5) von geschütz, waffen u. s. w. kanonendonner brauste;

man schosz wider zu ihm hinaus,
dasz es in dem gottsacker praust.
Soltau 382;

des königs stücke sausten und brausten. 501;

als wir sie lieszen brausen.
Fleming 205;

die losung braust von heer zu heer,
lasz brausen in gottes namen fort!
Schiller 7a;

sie brausen daher wie ein ungestüme meer und reiten auf rossen gerüst. Jer. 6, 23; während von der einen seite die geistlichkeit im ernsten gepränge zum festlichen empfange des herrn heranschritt, brausten von der andern die bürger in waffen heran. Dahlm. dän. gesch. 1, 237; bis in die späte nacht brausten züge auf der eisenbahn; doch bist du auch nicht fremd im lager, nicht fremd vor den feindlichen wällen, unter brausenden rossen. Lessing 1, 207.
6) schall und stimme:

kann gleich dem meer dieselbe stimme brausen,
die einem west im leisen lispel gleicht,
wenn er sich sanft durch eine harfe schleicht?
Gökingk 1, 92;

es brauset und sauset das tambourin.
Brentano;

schneller brausen jetzt die töne,
kühner herzen wilde söhne.
Lenau neu. ged. 30.


7) athmen und ohrensausen: brauste vor laufen wie ein hamster. Weise drei erzn. 451; schnob und brauste,

vielfältig erregt gottes brausender athemzug
menschliche thatkraft.
Platen 131;

zu ohren braust ihm, wie ein meer,
die schreckenspost der dirne.
Bürger 52b;

brausen in den ohren. Lichtenberg 3, 110; die muschel, ans ohr gehalten, braust. unpersönlich, es braust mir, ich habe schlimme ahndung: landgraf Wilhelm äuszerte mehrmals zu seinen vertrauten dienern, es brause ihm vor jener hochzeit. Rommel hess. gesch. 5, 549 (a. 1572).
8) sieden und braten des fleisches, vgl. 1:

daʒ nû der brâte sûste
und in der hitze brûste. GA. 3, 267.

diese bedeutung von sieden und braten litte es, brausen dem gr. φρύγω, φρύσσω zu vergleichen, doch geht es nur auf den schall, nicht das backen und rösten selbst.
9) innere zustände:

er brûset in im selbe. êst wunder daʒ er niht zebricht. MSH. 3, 294a;

phantaseien,
welche die dünste des weins im brausenden blute gebildet.
Zachariä 2, 15;

denn uns bethörte das brausende blut.
Schiller 491a;

ganz nur liebe must du kommen, daheim lassen alle deine hofnungen und alle deine brausenden wünsche. Schiller 206b; zu den jungen leuten, die von einer ganz nutzlosen phantasterei für brausende ideen hingerissen, ihre studien

[Bd. 2, Sp. 330]


sehr versäumt haben. Niebuhr leben 2, 500; Dahore hatte das herz aller kinder in seiner weichen hand, blosz weil seines nie brausete und zürnte. J. P. Hesp. 1, 38; sein brausendes herz. 1, 125; das innere fast schmerzliche brausen der freude. 3, 137; er hielt recht lange das schlummernde haupt an seiner brausenden brust. 3, 221; die flötentöne erstickten im innern brausen seiner von wehmut erfüllten brust. 4, 86; sein inneres brauste. 4, 129; mit brausendem ingrimm. Tit. 3, 89; die brausende heftigkeit eines gestörten heiszt überhaupt die tobsucht. Kant 10, 19;

da loben sie den Faust,
und was noch sunsten
in meinen schriften braust
zu ihren gunsten.
Göthe 56, 102.


10) brausen heiszt allzumal in saus und braus leben: darz hat er die allerbesten und sterksten newen wein, so er ankommen mocht, das gsind mst allesamen voll sein und nur tapfer brausen. Wickram rollwagen 1590, 76b, die ältere Mülhauser ausg. liest aber dapfer bausen, was auch recht ist; in stetem wolleben sausen und brausen. Pierot 2, 108.
11) brausen, schwärmen und lärmen, vgl. 9: sie werden brausen und den raub erhaschen. Es. 5, 29; welches geistes noch viel brausens und schwermens übrig ist. Luther 4, 1a;

mit menschenleren prawsen.
Soltau 275;

er hat lange alhier gebrauset, jam diu hic instrepuit. Stieler 223; in diesen brausenden vergnügungen wurde die ganze nacht bis zum anbruch der morgenröthe hingebracht. Wieland 1, 297; das volk, in dem feuer seiner brausenden zuneigung. 2, 111; die wildesten brausendsten genüsse. Klinger 11, 204; wenn alles um uns sich bewegt und braust. Göthe 17, 191;

und stimmt ihm dessen (des herzens) ausspruch bei,
vergiszt er gern das lobgeschrei
der brausenden amphitheater.
Gotter 1, 120;

er war zu brausend und zu ehrgeizig. J. P. Hesp. 1, 79; konnte ich ruhig sein, wo ich sonst gebraust hatte. Dyanasore 2, 162; dasz mein sohn weiter nichts als ein brausender jüngling wäre! Gotter 3, 9. vgl. DWB brausejahre; brausende gewaltthaten.
12) transitives brausen:

erhebet ihn ihr meere! braust sein lob!
ihr flüsse rauschet es!
E. von Kleist 1, 8;

Calmuck (das pferd) braust aus der nase dampf.
Zachariä 1, 66;

da sah er den Cyper mit glühenden augen,
welcher höllische flammen aus seinem nasenloch brauste. 1, 292.

vgl. DWB abbrausen, DWB anbrausen, DWB aufbrausen, ausbrausen, durchbrausen, verbrausen.
 
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brausepulver, n. ein im wasser aufbrausendes, beruhigendes pulver.
 
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brauser, m. was brausekopf, ein auffahrender, heftiger mensch.
 
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brausethon, m. argilla intumescens, brauseerde.
 
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brausewind, m., was sausewind, homo levis: den schönsten entwurf in den händen eines brausewinds scheitern sehn. Dyanasore. 3, 78.
 
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brausicht, brausend, aufbrausend.
 
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brausten, sternutare, anhelare, gewöhnlich prausten, prusten geschrieben, scheint mit brausen 7 verwandt: der hamster braustet, prustet, die katze prustet. man vgl. mhd. briustern, preustern, sträuben, aufschwellen. Helbling 2, 1246.
 
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braut, f. sponsa, conjux, nurus, durch alle unsere sprachen reichend, goth. bruþs, Matth. 10, 35 für νύμφη, nurus, denn Joh. 3, 29 bricht gerade da, wo bruþs für sponsa stehn musz, das bruchstück ab; ahd. prût (Graff 3, 293), ein paarmal proat, bruot geschrieben; mhd. brût gen. briute (Ben. 1, 273); alts. brûd, mnl. brûd, nnl. bruid; ags. brŷd, engl. bride; altn. brûðr, schw. dän. brud. seines gleichen hat dies wort im franz. brû nurus, mlat. brut, bruta (Ducange 1, 790b), wovon keine der übrigen roman. zungen weisz; dann im armor. pried sponsa (va fried, mon époux, mon épouse) priedéléz matrimonium; im welschen priod, priawd a married person, a spouse, priodas nuptiae, priodfab sponsus, priodferch, a bride (von merch, mädchen). das alles scheint der irischen, galischon mundart zu fehlen, doch zeigen sie pos nubere, posadh nuptiae, posda nupta, die sich vielleicht aus pros und prod deuten lassen. diese einstimmung ist den merkwürdigsten urgemeinschaften

[Bd. 2, Sp. 331]


des deutschen und keltischen sprachstamms beizuzählen, denn franz. brû würde sich etwan aus fränkischem einflusz herleiten lassen (vgl. mhd. liebe briu! Haupt 3, 384), nicht der welsche und armor. wortvorrat. dagegen wurden offenbar das lett. bruhte, estn. pruut von uns entnommen. der littauische ausdruck ist marti, finn. morsjan, estn. mörsja, lapp. mrse, der sl. nevesta, poln. niewiasta, böhm. newěsta, die uns völlig abliegen.
Wie ist nun braut zu verstehn? höchst verkehrt wäre, diesem reinen, edlen wort, wie man gesucht hat (s. hernach brauten, bräuten) unzüchtige bedeutung unterzulegen. schon theil 1, 1051 wurde hingewiesen auf das skr. praudhâ, nupta, sponsa, welches Bopp unserm braut vergleicht. praudha ist part. pass. von pravah vehere currum, auferre, und schon das einfache vah = vehere drückt aus uxorem ducere, weil die braut oder junge frau heimgeführt wurde, durch praudhâ, die fortgeführte findet sich also die domum ductio treffend bezeichnet. als der sprachgebrauch den sinn der benennung verloren hatte, behielt er sie dennoch bei, ohne sie gleich den lebendigen wörtern der lautverschiebung zu unterziehen. denn die skr. partikel pra ist sonst goth. fra und skr. vah vigan, so dasz eine verständliche übertragung von praudhâ goth. zu lauten hätte fraviganô. zu praudhâ aber stimmen die anlaute von priod, pried.
Wollte man von praudhâ absehn und skr. prî amare, sl. prijatel, ahd. friudil amicus vergleichen, da braut auch freundin, liebste bedeutet, so schiene jenes armor. priédélez für ehe sehr nahe, aber auch hier entfernte sich goth. frijôn amare und unser freund amicus von dem anlaut in braut. in beiden fällen ist also das B zu fassen, wie in bairgahei neben fairguni, in bregeln neben fregeln u. s. w. bruder, bruodar, frater steht von braut ab.
Bedeutungen des nhd. braut.
1) sponsa: das mädchen ist braut, ist verlobt; sie schmückt sich wie eine braut (vgl. DWB brauten 3); die braut stehet zu deiner rechten in eitel köstlichem golde. ps. 45, 10; kom meine braut vom Libanon. hohelied 4, 8; du hast mir das herz genomen, meine schwester, liebe braut. 4, 9; du solt mit diesen allen, wie mit einem schmuck angethan werden, und wirst sie umb dich legen, wie eine braut. Es. 49, 18; wie eine braut in irem geschmeide berdet. 61, 10; und wil in den stedten Juda und in den gassen zu Jerusalem wegnemen das geschrei der freuden und wonne und die stimme des breutgams und der braut. Jer. 7, 31; der breutgam gehe aus seiner kamer und die braut aus irem gemach. Joel 2, 16; wer die braut hat, der ist der breutgam. Joh. 3, 29.
Man sagt: die braut heim führen, heim leiten, domum ducere, was jenes praudhâ ausdrückt:

ein froude wart dô unter in,
sam sie eine brût scolten fren. Rol. 264, 33;

im wær sam er mit einer briut
vrœlichen heim rite.
Helbling 15, 690;

nider stîgen sam eine brût.
Diemer 361, 6;

so man eine brut heim leitet, so slæt man den sumber vor ir und gîgot unde sweglot unde vidlot engegin ir. Mones anz. 4, 369; das sagt auch bei den Deudschen das sprichwort, wers glück hat, füret die braut heim. Luther 6, 157a; wers glück hat oder wem es gott gönnen wird, der füre die braut heim. Mathesius 89a;

deme das glück gönnet wol,
das er die braut heimführen sol.
Ayrer 369b;

und wer da fest besteht und traut,
führt, wie man saget, heim die braut. Ismenius vorb. 172.

nd. de dat gluck het, geit mitter brud to bedde. es heiszt auch, die braut holen und empfangen:

eines tages wurden si enein,
daʒ er si wolde holen heim.
Karajan denkm. 24, 13;

hoi wie si dô sungen,
do si sie heim brungen,
heime wâren- liute,
die wartôten der briute,
si emphiengen si mit râte. 26, 3—5;

und würden die braut holen mit groszer pracht. 1 Macc. 9, 37; und sie wird im begegnen wie eine mutter und wird in enphahen wie eine junge braut. Sir. 15, 2. die braut werben, s. DWB brautwerber; die braut bitten, ausbitten, vgl. brautbitter: jene zwen freiwerber, die die jungfer braut ausbaten und empfiengen. Günther 1107. braut stehn heiszt vor dem priester stehn und sich trauen lassen (vgl. gevatter stehn); hat

[Bd. 2, Sp. 332]


sie schon braut gestanden? ist sie schon getraut? die braut zulegen, beilager halten:

wenn der mei acht tag alt ist,
so wil man da die praut zulegen. fastn. sp. 761, 20.

zu einer braut machen = brauten, zur frau machen, die braut fällen:

darum will ich die Gerdraut
selber machen zu einer braut. 399, 11;

die müssen die braut fellen und zur frauwen machen. Frank weltb. 205a; fein seuberlich mit der braut aufm eis! Hayneccius Hansoframea 4, 6; sachte mit der braut am sande! Simrock 1271. man pflegte im kreis um die braut zu tanzen, oder sie umzuführen; das ist die braut, um die man tanzt. Simrock 1272; es heiszt aber auch im bösen sinne von nebenbuhlern, dasz sie um die braut tanzen, kämpfen: ha ha, so ists doch wol billig, dasz wir um die braut tanzen! Felsenb. 2, 151. von dem worauf es eigentlich ankäme, weisz aber einer so wenig zu sagen als der andere: sie tanzen mit wenigen ausnahmen alle am hochzeitfeste und niemand hat die braut gesehen. Göthe 45, 292. vgl. nd. dat ist rechte, wor de brud um danzet. Logau vom mai:

dieser monat ist ein kus, den der himmel gibt der erde,
dasz sie jetzund seine braut, künftig eine mutter werde. 2, 4, 34;

bitte die braut,
so schreit sie laut;
weinende braut, lachende frau;
sie wehrt sich ganz bequem, bequem wie eine braut.
Gellert 1, 124;

aus kindern werden leute,
aus jungfern werden bräute.


2) wie der name braut auf die schnur, nurus, auf die junge frau übergeht und gr. νύμφη beides ausdrückt, den Serben mlada die junge und braut, noch ein volles jahr nach der hochzeit heiszt; so führt auch in deutschen landstrichen die neuvermählte den namen der braut ein jahrlang oder bis zu den nächsten ostern fort, oder selbst bis sie kinder geboren hat: ich bin braut, habe von meinem ehemann noch keine kinder.
3) hin und wieder heiszt auch der bräutigam braut, namentlich in thüringischen orten, ungefähr wie jungfrau von jünglingen gesagt werden kann, die sich rein bewahrt haben. in diesem sinn scheint schon mhd. brût üblich (Ben. 1, 274a).
4) windsbraut, venti conjux (mythol. 598), sowie windgelle, venti pellex (Haupt 6, 290) gründen sich auf heidnische vorstellungen, und die von Ben. 1, 273b dawider geäuszerten zweifel sind unerheblich. vgl. DWB wasserbraut.
5) geistliche braut: ich komme die schüchterne braut den armen des schmachtenden bräutigams zu übergeben (sie ins kloster zu führen). Gotter 3, 102;

heilgenblenden, wo die ganze nacht
Christus braut mit ihren frommen sorgen
zu gebeten und gesängen wacht.
Bürger 95b;

raub hast du an dem göttlichen begangen,
des himmels braut berührt mit sündigem verlangen,
denn furchtbar heilig ist des klosters pflicht.
Schiller 495b;

die ihr suchet, trägt den schleier,
ist des himmels braut. 64b.


6) auch die alchymisten gebrauchen braut und bräutigam von körpern und stoffen, die sich geheimnisvoll vermählen:

sonst könnt ich von planeten sagen,
wie braut und breutgam sich vertragen,
wie die nacht kömt, die raben fliegen,
der taw fellt, wenn sie schlafen liegen. froschmeuseler 2, 15 (N 2a).

vielleicht erklärt sich hieraus, dasz den gerbern die erhitzung oder gährung des sämischen leders nach dem walken die braut heiszt. vgl. 1, 379 ankenbraut.
7) braut von vögeln (s. brautempfindung) und pflanzen:

ein nachtigallmännchen wird locken die braut.
Bürger.

eine der schönsten enten führt den namen der braut, anas sponsa. unter den blumen heiszt die nigella Gretel im busch, braut in den haaren. einige ranunkelarten: braut und bräutigam. Brockes 8, 79.
8) der geiger nennt die beste und liebste geige seine braut.
 
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brautabend, m. novissima ante nuptias celebrandas vespera, polterabend.
 
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brautaltar, m. was traualtar.

 

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