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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bratschirm bis brau (Bd. 2, Sp. 312 bis 313)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bratschirm, m., den man an feuer, um dessen glut zu verstärken, stellt.
 
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bratspisz, m. veru, richtiger als bratspiesz, dän. bradspid, s. spisz. man sagt, den bratspisz drehen, wenden, trillen: allwo der bratspiesz im trilles gieng. Simpl. 2, 257; aus den kapaunen werden doch keine hanen mehr, darum musz man inen das krähen mit dem bratspiesz vertreiben. bienenk. 13b; dasz sie von irem gewinn nach irem leben in die vierhundert bratspisz, damit man den opfer briete, gestift hat. Ismenius vorr.; der den braten nicht genossen, den schmeiszt man mit dem bratspiesz. Lehmann 201.
 
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bratspiszmül, f. was bratrad: er hett ein lebendig bratspiszwerk oder selbsgengig bratspiszmül von 72 pratspissen erfunden. Garg. 80b.

[Bd. 2, Sp. 313]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bratwurst, f. botulus, lucanica, nnl. braadworst: sich lassen schenden und mit henden, maul und bauch gehandelt werden, als were er eine bratwurst. Luther 3, 347b; hatte er sorge, wir würden ausgeteilet brot für ausgeteilet bratwürste verstehen. 3, 505b; e. ch. f. gn. wissen das besser, denn ichs sagen kan, das solcher vertrag mit einer bratworst versiegelt (nicht ernstlich gemeint) ist. 5, 266a; aber zuletzt war es alles mit einer bratwurst versiegelt. br. 5, 217;

lange bratwürst und senf darzu.
Murners luth. narr 1050;

verheiszen vil mit schmeichelworten,
halten doch weng an allen orten,
und ist unser thun stark verrigelt,
gleichwie mit einer bratwurst versigelt.
H. Sachs V, 408a;

nach kurzer predigt heftig dürst
die bawren und nach lang bratwürst.
Birk ehespiegel 149;

dann ir hört kurze predig gern,
wenn die bratwürst dest lenger wern.
Ayrer 322b;

gewinnt er in ein bratwurst an,
sie schenken im die bachen.
Soltau 127;

aber er sticht kein wildschwein, allweil ein bratwurst drei heller gilt. Fischart bienenk. 173b; er musz das spiel zieren, wie die bratwurst das sauerkraut. Gryphius 1, 724; wo ihr noch eine viertelstunde wartet, so habt ihr die suppe, die fische, sauerkraut, die bratwürst, das gekriese, die lunze, die lunge und alles mit einander versäumet. Weise comöd. pr. 134; auf fastnacht spinne nicht, es gibt sonst lauter bratwürste.
 
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bratwürstchen, n.
 
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bratwurstieren, was wittern, spüren, braten riechen: ich bratwurstiere wider betrügerei. Weise Isaacs opf. 5, 7.
 
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bratwurstmaul, n. os tumidum.
 
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bratwurstscherer, m. ein schimpfwort: du bratwurstscherer! Jucund. 123.
 
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bratze, f. tatze, vom bären u. s. w. auf die menschenhand übertragen: wolriechende handschuh tragen und darinnen krätzige bratzen. Abr. a s. Cl. 1, 90;

beim anblick dieser bestien wird auch der kühneste verstummen,
man stutzt, man hält sich in gefahr, die schwere bratzen regen sich.
Brockes 6, 235;

an seiner (des tigers) schweren bratzen sich ängstlich spreizendem
gewühle. 7, 414;

das wäre wol ewig schade, wenn ein so hübscher junger herr einem solchen meerkalb in den bratzen liegen sollte. Wieland 11, 131; in eben dem augenblicke, da er sich mit grauenvollem ekel aus den bratzen der zwergin losreiszen wollte. 12, 288.
 
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bratzeln, crepitare, was brasseln und brasteln: so wirt das schmalz pratzeln und sieden. reib die pfann oft umb, das das schmalz pratzelt und popelt vom sieden. kuchenmeist. cap. 5; wenn der salpeter aber pratzlet und wallet uber sich, als das salz in dem fewer. Fronsp. kriegsb. 2, 212a; er macht ein bratzeln, wie ein lorbeerzweig im fewr. Spangenb. lustg. 586.
 
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brau, m. was bierbrau (bei Schm. 1, 243 bräu f.):

(poltergeist), durch den der brau misräth
(and sometime makes the drink to bear no barm).
Schlegel im sommernachtstr. 2, 1.

 

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