Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brasler bis brasteln (Bd. 2, Sp. 306 bis 308)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brasler, m. heluo:

ein gter prasler hats gedicht,
er saumt sich nicht, wa es im gilt.
Uhland 396.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brassel, prassel, n. fragor, ags. brastl: das grosze prassel hören. 3 Macc. 5, 46. Henisch 478, 44. vgl. DWB geprassel.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brasselfeuer, n. flamma crepitans:

ist es rauch von prasselfeuer,
das den grünen zweig entflammt?
Arnim schaub. 1, 104.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brasseln, prasseln, crepitare: wenn ich für einer stad lege mit einem heer und schüsse wider die mauren und thürn, das brasselt. Luther 1, 384a; sie faren daher, das der harnisch brasselt. Jer. 46, 22;

hell entbrante glut mit brasselnd hartem krachen.
Gryphius 1, 522;

[Bd. 2, Sp. 307]


statt der feierlichen, hellbrennenden kerze, prasselt ein elendes talglicht. Hippel 4, 106;

und es prasselten brennend die wurzeln.
Voss Od. 9, 390;

es sauset und brauset das tamburin,
es rasseln und prasseln die schellen darin.
Clem. Brentano.

entsprang dies brasseln aus brasteln? wie wisse aus wiste u. s. w. vgl. auch DWB bratzeln.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brassen, prassen, heluari, schlemmen und demmen, schwelgen, nnl. brassen, bei Dasypodius 307d und Henisch 478, 9 noch brassen geschrieben: sitze nicht bei eines andern weib und herze dich nicht mit ir und prasse nicht mit ir. Sir. 9, 12; denn die heiden schwelgeten und prasseten im tempel. 2 Macc. 6, 4; und zog ferne uber land und daselbst bracht er sein gut umb mit prassen. Luc. 15, 13; dise unfläter prassen von euren almosen one scheu. Judä 12; niemands wolt nicht geben und doch prassen, saufen, kleiden und müszig gehen. Luther 3, 146; nicht das sie drauf prassen und prangen. 327;

in sünden haben si geprast.
Schwarzenberg 101, 2;

hab ich mein hab und gt verthan
mit blen, prassen. 144, 1;

die prasten gt kapaunen. Frank chron. 222b; der trunkenheit täglichem prassen und vollsein nicht ergeben. Kirchhof mil. disc. 92;

bisz der könig mit groszem prassen
sprang auf die hausthür nach der gassen. froschm. 1, 2, 2;

hat sein erbtail verprasset gar.
Schmelzl verl. sohn 25b;

des hoflebens pracht und prassen.
Weckherlin 577;

schwelgen und prassen. Pierot 2, 108;

sehen sie, sie prassen
von ihres mündels anvertrautem gut.
Schiller 251b;

wir haben uns feste hier oben erlaubt.
und weil wir dich weit in der ferne geglaubt,
so dachten wir eben zu prassen.
Göthe 1, 196;

und es prasten bei uns die obern und raubten im groszen,
und es raubten und prasten bis zu dem kleinsten die kleinen. 40, 291;

sagt eurem herrn, der frölich prast,
dasz er den reigen meide.
Platen 1;

goldner, herziger derwisch, der du unsre häuser mit fremden füllst, die in erwartung des todes und ihrer auferweckung uns fetter und reicher prassen. Klingers theater 3, 111.
Das nnl. brassen bedeutet auszerdem die segel stellen, de zeilen aanhalen. danach:

die ebbe widerstund uns auch,
wir musten dann die segel brassen
und unsre anker fallen lassen.
Brockes 8, 186.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brasser, prasser, m. heluo: sei nicht ein prasser. Sir. 18, 33; die pfaffen fresser, brasser, hurentreiber. Luther 3, 517b; nach der vollen prasser manier. Kirchhof wendunm. 142a;

Marx der prasser,
der keinen tag kont nüchtern sein.
Weckherlin 818;

verlange keinen schwärmer und prasser. Salinde 163;

er asz kein fleisch, er trank nicht wein,
liesz wurzeln seine nahrung sein
und seinen trank das helle wasser,
bei allem appetit kein prasser.
Lessing 1, 113;

mit fremdem gut ist leicht ein prasser sein.
Platen 207.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brasserei, f. heluatio: wo sie von einer prasserei, oder da die braten zischen sollen hören. Kirchhof wendunm. 212b; seine vorige prasserei durch gesparsamkeit wieder herein zu bringen. Abele 4, 244.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brast, ablaut von bresten, gebrechen, mangeln, z. b. wenn im luft brast, so weiget er mit dem wadel luft und wind z dem mul z. Keisersb. brösamlin 83c; es was ein priester, der hett an dem rechten zu schaffen und im brast ein zeuge. schimpf und ernst 1550, 78d.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brast, m. fragor, strepitus von bresten, bersten: prast eins pawms. voc. 1482 z 5b. geht über in die vorstellung von geräusch, lärm. menge, plunder. Schmeller 1, 266:

so wie ich prophezeit, so ist es auch ergangen.
was hilft ihr aller prast von kleidern, perl und spangen,
wenn kein geruhig herz davon genieszen kan?
Günther 694;

in diesem sinn sagt auch Lessing: und nun noch ein paar anmerkungen, die ungefehr eben so wichtig sind, als der ganze brast, mit dem ich diesen brief voll gepfropfet habe. 8, 168. es kann aber auch mit zugefügtem T das vorausgehende bras sein, welchem dieselbe bedeutung zusteht.

[Bd. 2, Sp. 308]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brast, m. aerumna, cura, schwerer kummer und sorge, scheint bald aus dem begrif des mangels und entbehrens, bald aus dem des krachens und seufzens, bald der last und menge hervorgegangen. Maaler und Henisch haben diese bedeutung nicht, zuerst hat sie Stieler 237. durch schwermut und brast gestorben. Kirchhof wendunm. 300b; inmittelst wollten ew. gn. deroselben väterliches gemüt meinetwegen gnädig zufrieden stellen und ihro keinen brast zu ziehen. schreiben landgr. Wilhelms an Moritz, jan. 1627 bei Rommel 7, 672;

blies aller bläste brast auf unsre häupter los.
von Birken Guelfis 27;

wenn ein kummerherz den brast
nit kan lassen aus. 332;

dieser abend soll ein schlusz meines brastes, ein finis aerumnarum, und ein anfang vollkommenes gaudii sein. ped. schulfuchs 237;

der hohen felsen last
erschüttert sein dardurch mit erschröcklichem prast (fragore).
Schottelius lament.

ich kan für herzen prast kaum aus dem staube mumlen. das.;

mit herzen prast, mit quelen. das.;

das must dem könig ein groszer brast, ein groszes herzleid gewesen sein. Schuppius 124. noch heute: das ist mir ein rechter brast, ein wahrer herzensbrast, und mit unrecht enthalten sich neuere schriftsteller des kräftigen ausdrucks, den auch Stalder 1, 218 hat. s. DWB brasten.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brasteln, crepitare, ags. brastlian, mhd. brasteln, zumal von brennenden dörnern, wie noch heute prasseln, Schm. 1, 266: brastelonder wite, prasselndes holz;

brasteln unde krachen
hôrte er vil vor ime dâ,
dar under enzunte sich sâ
ein ze mâle grôʒeʒ viure. krone 27401;

ein tumbe brastelt in sîme zorn,
als underm haven rösche dorn. Renner 13980;

nhd. als die dorn brastelent under dem feuer, also das lachen ist ein bott der torheit. Keisersb. s. d. m. 54a; das hab ich oft erfaren, das bei den zornigen zu wonen geleich ein sollich ding ist, als wann ein wetterstral daher brastlet, ist wol ein grausams ding, gehet aber bald dohin. Wirsung Cal. L 4b;

als ich dem prünlein nahen kam,
ein groszes prastlen ich vernam.
H. Sachs I, 538d;

hört zu wie sie prastlen und krachen. III. 1, 230c;

ein grausam starker sturmewind,
der stiesz an die vier eck geschwind,
das das haus mit brastlen und knalln
zu grunde gar ist eingefalln. II. 1, 5a,

wo der spätere druck 3a prastlen schreibt;

darz ists auch ein grober sitt,
ein brastlen mit der nas zu machen,
das mans im ganzen haus hör krachen.
Scheit grob. B 1a;

sein red prastelt als wann ein gewelb einfelt. Frank sprichw. 1, 15a. spätere ziehen vor prasseln, vgl. DWB bresten und DWB gebrästel.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: