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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brascheln bis brast (Bd. 2, Sp. 306 bis 307)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brascheln, crepitare, nd. brasken, vgl. schw. braska, litt. braszkěti (Nesselm. 343b), nhd. braschlen, knastlen strepere. Maaler 76a; wann alsdann das pulfer laut kracht, braschlet, knürschet. Fronsp. kriegsb. 1, 152a; brascheln, bräscheln, brodeln, wie siedendes schmalz oder fett. Schmeller 1, 265. nd. hertoch Bugschlaf plach veer trammeter un en keteltrummer hebben, dat braskete int feld. Sastrow 3, 136; dat kalf brasket na sin moder, das kalb schreit nach seiner mutter. vgl. DWB rascheln und DWB rasseln, aber auch brasseln, brasteln.
 
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brasem und brasme,m. was brachsme.
 
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brasler, m. heluo:

ein gter prasler hats gedicht,
er saumt sich nicht, wa es im gilt.
Uhland 396.


 
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brassel, prassel, n. fragor, ags. brastl: das grosze prassel hören. 3 Macc. 5, 46. Henisch 478, 44. vgl. DWB geprassel.
 
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brasselfeuer, n. flamma crepitans:

ist es rauch von prasselfeuer,
das den grünen zweig entflammt?
Arnim schaub. 1, 104.


 
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brasseln, prasseln, crepitare: wenn ich für einer stad lege mit einem heer und schüsse wider die mauren und thürn, das brasselt. Luther 1, 384a; sie faren daher, das der harnisch brasselt. Jer. 46, 22;

hell entbrante glut mit brasselnd hartem krachen.
Gryphius 1, 522;

[Bd. 2, Sp. 307]


statt der feierlichen, hellbrennenden kerze, prasselt ein elendes talglicht. Hippel 4, 106;

und es prasselten brennend die wurzeln.
Voss Od. 9, 390;

es sauset und brauset das tamburin,
es rasseln und prasseln die schellen darin.
Clem. Brentano.

entsprang dies brasseln aus brasteln? wie wisse aus wiste u. s. w. vgl. auch DWB bratzeln.
 
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brassen, prassen, heluari, schlemmen und demmen, schwelgen, nnl. brassen, bei Dasypodius 307d und Henisch 478, 9 noch brassen geschrieben: sitze nicht bei eines andern weib und herze dich nicht mit ir und prasse nicht mit ir. Sir. 9, 12; denn die heiden schwelgeten und prasseten im tempel. 2 Macc. 6, 4; und zog ferne uber land und daselbst bracht er sein gut umb mit prassen. Luc. 15, 13; dise unfläter prassen von euren almosen one scheu. Judä 12; niemands wolt nicht geben und doch prassen, saufen, kleiden und müszig gehen. Luther 3, 146; nicht das sie drauf prassen und prangen. 327;

in sünden haben si geprast.
Schwarzenberg 101, 2;

hab ich mein hab und gt verthan
mit blen, prassen. 144, 1;

die prasten gt kapaunen. Frank chron. 222b; der trunkenheit täglichem prassen und vollsein nicht ergeben. Kirchhof mil. disc. 92;

bisz der könig mit groszem prassen
sprang auf die hausthür nach der gassen. froschm. 1, 2, 2;

hat sein erbtail verprasset gar.
Schmelzl verl. sohn 25b;

des hoflebens pracht und prassen.
Weckherlin 577;

schwelgen und prassen. Pierot 2, 108;

sehen sie, sie prassen
von ihres mündels anvertrautem gut.
Schiller 251b;

wir haben uns feste hier oben erlaubt.
und weil wir dich weit in der ferne geglaubt,
so dachten wir eben zu prassen.
Göthe 1, 196;

und es prasten bei uns die obern und raubten im groszen,
und es raubten und prasten bis zu dem kleinsten die kleinen. 40, 291;

sagt eurem herrn, der frölich prast,
dasz er den reigen meide.
Platen 1;

goldner, herziger derwisch, der du unsre häuser mit fremden füllst, die in erwartung des todes und ihrer auferweckung uns fetter und reicher prassen. Klingers theater 3, 111.
Das nnl. brassen bedeutet auszerdem die segel stellen, de zeilen aanhalen. danach:

die ebbe widerstund uns auch,
wir musten dann die segel brassen
und unsre anker fallen lassen.
Brockes 8, 186.


 
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brasser, prasser, m. heluo: sei nicht ein prasser. Sir. 18, 33; die pfaffen fresser, brasser, hurentreiber. Luther 3, 517b; nach der vollen prasser manier. Kirchhof wendunm. 142a;

Marx der prasser,
der keinen tag kont nüchtern sein.
Weckherlin 818;

verlange keinen schwärmer und prasser. Salinde 163;

er asz kein fleisch, er trank nicht wein,
liesz wurzeln seine nahrung sein
und seinen trank das helle wasser,
bei allem appetit kein prasser.
Lessing 1, 113;

mit fremdem gut ist leicht ein prasser sein.
Platen 207.


 
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brasserei, f. heluatio: wo sie von einer prasserei, oder da die braten zischen sollen hören. Kirchhof wendunm. 212b; seine vorige prasserei durch gesparsamkeit wieder herein zu bringen. Abele 4, 244.
 
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brast, ablaut von bresten, gebrechen, mangeln, z. b. wenn im luft brast, so weiget er mit dem wadel luft und wind z dem mul z. Keisersb. brösamlin 83c; es was ein priester, der hett an dem rechten zu schaffen und im brast ein zeuge. schimpf und ernst 1550, 78d.
 
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brast, m. fragor, strepitus von bresten, bersten: prast eins pawms. voc. 1482 z 5b. geht über in die vorstellung von geräusch, lärm. menge, plunder. Schmeller 1, 266:

so wie ich prophezeit, so ist es auch ergangen.
was hilft ihr aller prast von kleidern, perl und spangen,
wenn kein geruhig herz davon genieszen kan?
Günther 694;

in diesem sinn sagt auch Lessing: und nun noch ein paar anmerkungen, die ungefehr eben so wichtig sind, als der ganze brast, mit dem ich diesen brief voll gepfropfet habe. 8, 168. es kann aber auch mit zugefügtem T das vorausgehende bras sein, welchem dieselbe bedeutung zusteht.

 

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