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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
branzen bis brasserei (Bd. 2, Sp. 305 bis 307)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) branzen, altercari, murmurare, zanken, brummen, bei Tobler 74a prantscha: und wenn sie das geld dazu forderte, branzte er. Gotthelf schuldenb. 153; da gab es allemal zu branzen und striche durch die rechnungen. 370.
 
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bras, pras, m. epulum, comissatio, heluatio, schmaus, mahl, gen. brasses, die schreibung brasz, prasz ist so fehlerhaft, als es gewisz oder rosz für gewis, ros wäre. mnl. bras:

die welpkine liepen ten brase. Rein. 3134,

die jungen füchse liefen zum schmaus. nnl. bras = slémp, schlemmen. nhd.

[Bd. 2, Sp. 306]


als dnt die uf den pras hant acht,
schlemmen und demmen tag und nacht.
Brant narr. 16, 59;

die trucker in dem bras umb gon,
uf einen tag ein wochenlon
verzeren das ist ir gefert. 48, 59;

und mit mir halten ein guoten bras.
Pamph. Gengenbach waldbr.;

im bras und lder ligen.
Uhland 372;

darz das schlemmen und den pras.
Schwarzenberg 138, 1;

ich mag nit dulden armut not,
umb gut wag ich ehe seel und leib,
das ich im pras mein zeit vertreib. 144, 1,

was weins wir östen, weistu wol.
bei solchem bras ich gern bin,
das gilt dir gar und get dahin. 144, 2;

und in gezimt der alten pras. 154, 1;

darnach der frauwen fründ hetten einen pras, da theten sie wie wir auch thn, das wir kein erberkeit lassen ingon, wenn wir prassen. Keisersb. weltl. lewe 49c.d; zu abends beten sie wider einmal in der synagog und haben darauf ein gten pras. Frank weltb. 152b; er begab sich in allen pras. Plut. 89; stets in dem pras ligen. 105;

ir pfaffen sind zum pras grüst schnell.
Jos. Maurer Babylon H 8;

also was er allem wollust und pras gar ergeben. Sixt. Birk Lucr. A 3; und zecht man lebt im pras und saus. Thurneisser archid. 54; ins gras und pras kommen. Garg. 56b.
Weil aber beim prassen und schlemmen die gerichte gehäuft aufgetragen werden, so entfaltet sich die bedeutung von haufe und schwarm, wust, Kilian gibt bras für mengsel:

da setz dich ein mit allem bras,
deck dich zu und werde nicht nasz!
Uhland 401;

ich wolt ihm den pras zammen geben.
Ayrer fastn. sp. 59b,

den ganzen haufen zusammen, etwa wie es auch heiszt die ganze mahlzeit; ist denn nun das der pras alle? causenmacher 17; die unsterbliche und nun von allem bras zeitlicher unvollkommenheit entbundene seele. Leibnitz 2, 14; der gemeine pras französischer trauerspiele. Lessing 7, 36; auch haben es (das stück) die strengesten kunstrichter ebenso sehr seinen übrigen lustspielen, als diese überhaupt dem gewöhnlichen prasse deutscher komödien vorgezogen. 7, 234; es gibt ebenso viel witzige Engländer als witzige Franzosen und ebenso viel tiefsinnige Franzosen als tiefsinnige Engländer. der bras von dem volke aber ist keines von beiden. 7, 363; jeden alten pras von mythologischer dichtung. Herder 18, 50;

hast du das bergvolk aufgeregt?
M. nein, aber gleich herrn Peter Squenz
vom ganzen pras die quintessenz.
Göthe 41, 263;

wie wir mit einem pras von unnützen nothwendigkeiten beladen, wie wir an uns selbst so wenig, ja fast nichts sind. Tieck 7, 57; ein ungeheurer bras von fremdwörtern lastet auf unsrer sprache; schweiz. sist e ganze präs vo buebe mittenandere ine cho. Stald. 1, 224. s. DWB brassen.
 
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brascheln, crepitare, nd. brasken, vgl. schw. braska, litt. braszkěti (Nesselm. 343b), nhd. braschlen, knastlen strepere. Maaler 76a; wann alsdann das pulfer laut kracht, braschlet, knürschet. Fronsp. kriegsb. 1, 152a; brascheln, bräscheln, brodeln, wie siedendes schmalz oder fett. Schmeller 1, 265. nd. hertoch Bugschlaf plach veer trammeter un en keteltrummer hebben, dat braskete int feld. Sastrow 3, 136; dat kalf brasket na sin moder, das kalb schreit nach seiner mutter. vgl. DWB rascheln und DWB rasseln, aber auch brasseln, brasteln.
 
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brasem und brasme,m. was brachsme.
 
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brasler, m. heluo:

ein gter prasler hats gedicht,
er saumt sich nicht, wa es im gilt.
Uhland 396.


 
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brassel, prassel, n. fragor, ags. brastl: das grosze prassel hören. 3 Macc. 5, 46. Henisch 478, 44. vgl. DWB geprassel.
 
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brasselfeuer, n. flamma crepitans:

ist es rauch von prasselfeuer,
das den grünen zweig entflammt?
Arnim schaub. 1, 104.


 
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brasseln, prasseln, crepitare: wenn ich für einer stad lege mit einem heer und schüsse wider die mauren und thürn, das brasselt. Luther 1, 384a; sie faren daher, das der harnisch brasselt. Jer. 46, 22;

hell entbrante glut mit brasselnd hartem krachen.
Gryphius 1, 522;

[Bd. 2, Sp. 307]


statt der feierlichen, hellbrennenden kerze, prasselt ein elendes talglicht. Hippel 4, 106;

und es prasselten brennend die wurzeln.
Voss Od. 9, 390;

es sauset und brauset das tamburin,
es rasseln und prasseln die schellen darin.
Clem. Brentano.

entsprang dies brasseln aus brasteln? wie wisse aus wiste u. s. w. vgl. auch DWB bratzeln.
 
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brassen, prassen, heluari, schlemmen und demmen, schwelgen, nnl. brassen, bei Dasypodius 307d und Henisch 478, 9 noch brassen geschrieben: sitze nicht bei eines andern weib und herze dich nicht mit ir und prasse nicht mit ir. Sir. 9, 12; denn die heiden schwelgeten und prasseten im tempel. 2 Macc. 6, 4; und zog ferne uber land und daselbst bracht er sein gut umb mit prassen. Luc. 15, 13; dise unfläter prassen von euren almosen one scheu. Judä 12; niemands wolt nicht geben und doch prassen, saufen, kleiden und müszig gehen. Luther 3, 146; nicht das sie drauf prassen und prangen. 327;

in sünden haben si geprast.
Schwarzenberg 101, 2;

hab ich mein hab und gt verthan
mit blen, prassen. 144, 1;

die prasten gt kapaunen. Frank chron. 222b; der trunkenheit täglichem prassen und vollsein nicht ergeben. Kirchhof mil. disc. 92;

bisz der könig mit groszem prassen
sprang auf die hausthür nach der gassen. froschm. 1, 2, 2;

hat sein erbtail verprasset gar.
Schmelzl verl. sohn 25b;

des hoflebens pracht und prassen.
Weckherlin 577;

schwelgen und prassen. Pierot 2, 108;

sehen sie, sie prassen
von ihres mündels anvertrautem gut.
Schiller 251b;

wir haben uns feste hier oben erlaubt.
und weil wir dich weit in der ferne geglaubt,
so dachten wir eben zu prassen.
Göthe 1, 196;

und es prasten bei uns die obern und raubten im groszen,
und es raubten und prasten bis zu dem kleinsten die kleinen. 40, 291;

sagt eurem herrn, der frölich prast,
dasz er den reigen meide.
Platen 1;

goldner, herziger derwisch, der du unsre häuser mit fremden füllst, die in erwartung des todes und ihrer auferweckung uns fetter und reicher prassen. Klingers theater 3, 111.
Das nnl. brassen bedeutet auszerdem die segel stellen, de zeilen aanhalen. danach:

die ebbe widerstund uns auch,
wir musten dann die segel brassen
und unsre anker fallen lassen.
Brockes 8, 186.


 
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brasser, prasser, m. heluo: sei nicht ein prasser. Sir. 18, 33; die pfaffen fresser, brasser, hurentreiber. Luther 3, 517b; nach der vollen prasser manier. Kirchhof wendunm. 142a;

Marx der prasser,
der keinen tag kont nüchtern sein.
Weckherlin 818;

verlange keinen schwärmer und prasser. Salinde 163;

er asz kein fleisch, er trank nicht wein,
liesz wurzeln seine nahrung sein
und seinen trank das helle wasser,
bei allem appetit kein prasser.
Lessing 1, 113;

mit fremdem gut ist leicht ein prasser sein.
Platen 207.


 
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brasserei, f. heluatio: wo sie von einer prasserei, oder da die braten zischen sollen hören. Kirchhof wendunm. 212b; seine vorige prasserei durch gesparsamkeit wieder herein zu bringen. Abele 4, 244.

 

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