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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
branger bis brante (Bd. 2, Sp. 304)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) branger, pranger, m. palus infamis. ist die von brangen gelieferte deutung begründet, so musz auch unser pranger den pfahl ausdrücken, an dem ein missethäter aller augen zur schau gestellt wird und gleichsam prangt, se conspiciendum praebet.
 
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brangieren, brangnieren, was brangen, prahlen:

sin tröwen und prangnieren
was gar und ganz verlorn.
Halbsuter bei Wackern. 927, 24;

wer also prangieren und hoffart kan. fastn. sp. 651, 4;

der jüngst kan anders handels nicht,
denn prankieren und gut verzern. 690, 23;

ich urteil ümb sein prankiern
und ümb sein groszs hofiern. 786, 10;

was dörfend ir also brangnieren?
Ruefs Heini vorsp. 39;

si thuond ganz nach dem adel brangnieren. 320;

und was prangiert die arme erd
in dem, das wie der wind hinfert?
Kirchhof wendunm. 4b.


 
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branke, f. ungula, tatze, klaue des bären, wolfs, romanisch branca:

einst fiel der leu zwen tigern in die pranken.
Pfeffel 3, 27.


 
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branke, f. den küfern ein hölzernes gefäsz zum unterstellen und auffangen beim zapfen. in Schmids schwäb. wb. 96 brenke. s. DWB brente.
 
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bränklein, n. diminutiv des vorigen: und zeucht die wasserkant harfür und satzt sie in das brenklin vor zapfen. Eulensp. cap. 57. Schmeller 1, 263 führt brenklein auch als schwäbisches wort mit der bedeutung von hölzernem futtertrog für geflügel an.
 
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branle, m. vibratio, vacillatio, nach dem franz. branle, danse très vive et gaie: oder ein katerbrand (? quatre bras) und branle danzte. bienenk. 157b. s. DWB brandle.
 
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branlieren, vacillare, nutare, franz. branler, tanzen. Garg. 82b. eine andere frage ist, ob das franz. wort nicht selbst deutschen ursprung habe? Stalder führt ein brändeln in der bedeutung an auf dem rücken tragen, was leicht schwingen ausdrückt. branler geht zurück auf brandiller, it. brandire, den degen schwingen, also auf brand, schwert. Diez 67. das wird auch durch brandle für branle bestätigt.
 
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brann, ablaut von brennen, vielmehr brinnen.
 
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bränne, f. incendii calamitas, feuersnoth, dann aber discrimen, gefahr, bedrängnis, grosze verlegenheit: damit er aus der bränn käme, damit er es nicht zu verantworten hätte. Philand. 2, 4; ob mir damalen angst gewesen seie oder nicht, das lass ich den rathen, der iemalen in solcher brenn gewesen. 2, 51. die schreibung brenne verdient den vorzug.
 
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branstig, ustionem redolens, was brandicht, brenzelich, bremselig: über mir den himmel, von welchem herab die sonne gewaltsam brannte, so dasz in der wolle des überrocks der bekannte branstige geruch erregt ward. Göthe 45, 324.
 
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brante, f. weidmännisch für branke, branca, ungula ursi, lupi. weidwerk 101b. Döbel 1, 33b. Becher 76; der bär hat pranten oder tatzen. Sebiz 569.

 

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