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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brandzettel bis branke (Bd. 2, Sp. 302 bis 304)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brandzettel, m. was brandbrief, branddrohung. Lisch jahrb. 17, 201.
 
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brandzeug, n. brandmaterial.
 
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brandziemer, m. turdus niger.
 
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brane, f. ora silvae, fruticetum, waldsaum, vielleicht aus bram, doch vgl. man augenbrane 1, 804: ein stamm der frei stehe, z. e. auszen an einer brane, die besonders der westseite ausgesetzt ist. Göthe 55, 123; man habe geglaubt, da man dergleichen bäume an der brane gefunden, eine äuszere wirkung durch heftige stürme sei die veranlassung. 55, 124; eines tages verfolgte er ein volk rebhühner so weit, dasz er dem schauervollen walde näher kam, und ob er sich gleich nicht hinein wagte, so gieng er doch eine strecke an der brahne her. Musaeus 1, 10. Frisch 1, 124 erklärt brahne durch gebüsche, laubholz an feld- und wiesenrändern, rauhe hecken.
 
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brang, n. pompa, ostentatio, bei Jeroschin 206 pranc, 134 aber brankeit:

was bruchend si so vil hofierens,
in kluogen berden vil stolzierens,
grosz brang in essen, trinken?
ir stolzen branges ist on zal. trag. Joh. J 1;

sie führt auf ihrem helm und in dem schild zum prange
ein otter voller gift und aufgeblasne schlange.
Werders Ar. 7, 5.

s. das folgende und gepräng.
 
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bräng, n. dasselbe: er hat ein überschönen pallast, in

[Bd. 2, Sp. 303]


dem lebt er mit groszem preng. Frank weltb. 196b; die übrigen (elephanten) wider gesamlet und mit groszem pränk gen Rom gebracht. chron. 71b; aber wo etwa ein breng oder wollust da ist, das eigen sie in zu. lob der torh. 57; schaw, wol brangt die alt in der kettin, ir preng wird nit lang wern. Wirsung Cal. X 2b;

darnach die welt noch teglich tracht,
verzert ir zeit mit prenk und bracht.
H. Sachs I, 253a;

meim weib ist mit dem prenk auch wol. I, 528b;

und stell sich glich eim closterman
mit andacht, präng, bruch dfantasi.
Ruefs Heini 495.

der auslaut auf k bei H. Sachs scheint vom weggefallnen e herzurühren, wie wir heute gepräng für gepränge setzen.
 
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brangen, prangen, ostentare, superbire, mhd. brangen, doch nur bei späteren (Ben. 1, 233); Maaler 319d schreibt prangen, Henisch 477, 51 brangen, prangen; Stieler 1473 prangen. prange nicht fur dem könige. spr. Sal. 25, 6; meinestu du wollest könig sein, weil du mit cedern prangest. Jer. 22, 15; denn der feind pranget seer. klagl. 1, 9; unser keiner lasz im fehlen mit prangen. weish. Sal. 2, 9; pranget in ewigem kranz. 4, 2; wer seer pranget, der verdirbt. Sir. 20, 10; prangen von ewern almosen. 2 Petr. 2, 13; was wollen denn wir armen würmlin brangen mit unserm willen. Luther 1, 76b; wo die folge gut were und schlüsse, so wolt ich auch brangen und rhümen, das gottes son nicht sei von eim weibe geboren, wie die heiden wider Ciprian und Augustin brangeten. 3, 356; ists gut zu merken, warumb sie so rhümen, poltern, brangen und pochen. 3, 482; so lesset got in (Esau) aufsitzen und prangen. 4, 150b; die Türken bawen nicht so prechtig, prangen auch nicht so, schweren und fluchen nicht so. 4, 483b; also lassen dise sich etwa, so sie prangen wöllen, an dem leib malen. Frank weltb. 212b;

dar zu die kind mit hübschem prangen
ieds in besunderheit an facht (zu reden).
Haupt 8, 522;

tret her, mein frau, ir müst auch drin (im mantel) prangen. fastn. sp. 670;

da brangt die braut und thet sich ubel schamen. Ambr. lb. s. 179;

laszt sehen, wie wol ir künt prangen her. 676;

von ganzem herzen gfalt es mir,
sin danzen, ja sin adelich brangen. trag. Joh. Q 8;

zum tanzen, zum tanzen
kan si gar hoflich prangen.
Uhland 708;

denn es wird oft erlanget,
damit man lang hat branget.
Hoffm. gesellsch. 291;

da kompt der fuchs und sieht dort stehn
den fuchs und hört ihn weidlich prangen.
Alberus 131b;

und breit dich aus, und brang dahin,
und nimm die halben gassen ein.
Scheit grob. E 3a;

wo dir der sturz zum gsesz naus brangt. G 1a;

hofiern und brangen kan ich nit. N 4b;

schaw, wol brangt die alt in der kettin. Wirsung Cal. X 2b; grosze leut hat man nur vor augen, weil sie auf erden in irem pracht herein prangen. Petr. 102a; die vor der bare her in schwarzem prangen. 213b; kommen und prangen daher. Garg. 42a;

wer stets will prangen,
ist im bald ein guter bissen entgangen. 45a;

prangt daher wie ein ochs am kolwagen. 157b; sperren, prangen, feldschreien. 176a; noch zehen oder zwölf (pferd) zu dem prangen. 132b; Caiphas fieng an zu brangen. Ayrer proc. 3, 4;

rother mund und rosenwangen
sind der jungfern schönstes prangen. unw. doct. 727.

neuere belege suche man in P. vgl. abprangen 1, 83.
Es scheint nichts natürlicher, als dieses brangen unmittelbar von bringen ferre, afferre abzuleiten, dessen praet. in einigen ahd. wie mhd. denkmälern regelmäszig brang brungun ablautete und gerade so entspringt aus lat. gerere ein gestire, aus ferre ein efferre; brangen ist sich gebärden, stolz gebärden, zur schau tragen. selbst das anomale praet. brachte rührt an bracht (pompa, splendor), brachten ist gleichfalls stolzieren, und in einzelnen stellen wird pracht noch mit prangen verbunden. dem k in prenk gleicht aber das in prunk, das also für brung steht und wiederum jenem pl. praet. brungen überwiesen werden musz; prunken ist was prangen, superbire. wir haben uns verwöhnt, heute bringen und prangen verschieden anzulauten und uns damit den zusammenhang beider wörter entfremdet; mehr noch unter DWB bringen.

[Bd. 2, Sp. 304]



Einwenden liesze sich gegen diese darstellung das nnl. prang, prangen und pronk, pronken. doch prang bedeutet nicht pompa, sondern pressura, prangen nicht superbire, se efferre, sondern premere, d. h. es ist das goth. praggan, mhd. pfrengen, die von briggan, pringan ganz abstehn. auch pronk soll nach Kilian den bewölkten, unfreundlichen himmel ausdrücken und pronken finster aussehen, obwol es heute, wie das nhd. prunken prahlen besagt.
 
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branger, m. superbiens: und sol das schlemmen der branger aufhören. Amos 6, 7.
 
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branger, pranger, m. palus infamis. ist die von brangen gelieferte deutung begründet, so musz auch unser pranger den pfahl ausdrücken, an dem ein missethäter aller augen zur schau gestellt wird und gleichsam prangt, se conspiciendum praebet.
 
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brangieren, brangnieren, was brangen, prahlen:

sin tröwen und prangnieren
was gar und ganz verlorn.
Halbsuter bei Wackern. 927, 24;

wer also prangieren und hoffart kan. fastn. sp. 651, 4;

der jüngst kan anders handels nicht,
denn prankieren und gut verzern. 690, 23;

ich urteil ümb sein prankiern
und ümb sein groszs hofiern. 786, 10;

was dörfend ir also brangnieren?
Ruefs Heini vorsp. 39;

si thuond ganz nach dem adel brangnieren. 320;

und was prangiert die arme erd
in dem, das wie der wind hinfert?
Kirchhof wendunm. 4b.


 
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branke, f. ungula, tatze, klaue des bären, wolfs, romanisch branca:

einst fiel der leu zwen tigern in die pranken.
Pfeffel 3, 27.

 

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